Speedway-GP: Das Ausharren hat sich gelohnt – auch für Bartosz Zmarzlik
Der 300. Speedway-GP in Breslau wird als einer der längsten in die Geschichte eingehen, denn erst um Mitternacht war das Rennen in Polen fertig und Bartosz Zmzarzlik beendete seine Durststrecke.
Während der Song «Purple Rain» aus den Lautsprechern des Olympia-Stadions in Breslau (Wroclaw) trällerte, schuftete das Streckenpersonal intensiv, um den Wassermassen Herr zu werden, die vom Himmel gefallen waren und sowohl die Speedwaybahn als auch den Boxentrakt unter Wasser gesetzt hatten.
Mit einem schnellen Rennstart in einer Regenpause wollte FIM-Renndirektor Phil Morris den Grand Prix frühzeitig beginnen lassen, doch die Fahrer waren sich einig, nicht überhastet loslegen zu wollen und mahnten zur Geduld. «Wir haben versucht das Wetter mit einem schnellen Start zu bezwingen, aber es hat uns ausgebremst», kommentierte Morris die Geschehnisse im TV. «Das Fahrerlager war überflutet, wir mussten die Feuerwehr holen und wussten nicht, was das Wetter macht, da es unterschiedliche Prognosen gab.»
Fahrer zeigten Einigkeit, so nicht starten zu wollen
Nachdem sich erste Fahrer für den Rennstart bereitgestellt hatten, rief Weltmeister Bartosz Zmarzlik alle zusammen und es folgten Diskussionen mit Renndirektor Morris, die Jason Doyle wie folgt kommentierte: «Wir waren uns einig, dass wir unter den Umständen, wo alles unter Wasser stand, nicht fahren. Wir wollen gerne Rennen fahren, aber zunächst musste der Regen nachlassen, denn wir konnten in der Box keine Geräte zur Kühlung der Kupplung und andere elektrische Dinge verwenden. Es war das erste Mal, dass sich alle 16 Fahrer einig waren in so einer Sache, was mich stolz macht.»
Auch wenn das Warten zur Folge hatte, dass der Rennstart erst kurz vor 22 Uhr erfolgte, erwies sich die Entscheidung als richtig und auch die harte Arbeit des Streckenpersonals fruchtete, denn die Veranstaltung konnte komplett durchgezogen werden. Im Rennverlauf kam es zu Stürzen, diese waren aber auf das Geschehen zurückzuführen und nicht auf eine unbefahrbare Piste.
Weltmeister Zmarzlik beendete über einjährige Serie
Mit Abschluss des Rennens durfte sich Bartosz Zmarzlik über seinen ersten Grand-Prix-Sieg des Jahres 2026 freuen, der Pole beendete damit eine längere Durststrecke, denn letztmals hatte er am 14. Juni 2025 gefeiert. «Ich habe lange auf meinen 30. GP-Sieg warten müssen. Das war ein besonderer Moment für mich und mein Team», so der Breslau-Triumphator. «Vielleicht war ich nicht der Schnellste, aber im Finale hatte ich ein gutes Feeling. Wenn ich bei einem Grand Prix gewinne, ist das immer besonders. Ich habe meinen nächsten Traum verwirklicht, denn ich stand mit meinen Söhnen oben auf dem Podium, das war der schönste Moment für meine Familie.»
Mit dem Sieg hat sich Zmarzlik die WM-Führung von Brady Kurtz zurückgeholt, der in Breslau Vierter wurde, und geht mit drei Punkten Vorsprung in den nächsten Grand Prix in Mallila, wo vor zwei Jahren sintflutartiger Regen für eine gewaltige Verzögerung gesorgt hatte – auch damals hieß der Sieger Bartosz Zmarzlik.
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