SWC-Finale: Gold für Polen, Woffinden rettet Briten

Von Helge Pedersen
Speedway-World-Cup

Zum siebten Mal haben die Polen den Speedway-World-Cup gewonnen. Weltmeister Tai Woffinden eroberte beim Finale in Manchester fast im Alleingang Silber für Großbritannien.

Was für ein Finale, was für atemraubende Rennen! Und was für ein würdiger Weltmeister. Polens Teammanager Marek Cieslak musste sich in der Heimat viel Murren anhören, als er Kapitän Maciej Janowski nach seinen mageren sieben Punkten in Event 1 in Vojens aus dem Team nahm und durch Krzysztof Kasprzak ersetzte.

Ausgerechnet der 32-Jährige war es dann, der Polens Gold festzurrte. Bereits zwei Läufe vor Ende lagen die Polen sechs Punkte vor Schweden. Kasprzak musste in Lauf 19 nur vor Fredrik Lindgren ins Ziel kommen, damit Polen zum siebten Mal die Ove-Fundin-Trophy gewinnt. Der Blondschopf erledigte seinen Job als Zweiter perfekt, Piotr Pawlicki beendete den letzten Lauf des Tages wie ein Champion als Sieger.

Anfänglich sah es gar nicht nach einem Durchmarsch der vier polnischen U21-Weltmeister aus. Während die Schweden im ersten Durchgang 10 von 12 Punkte einfuhren, kamen die Polen nur auf 5. Im zweiten Durchgang holten die Polen die meisten Punkte, im dritten und vierten waren es erstaunlicherweise die Briten.

So ergab sich vor dem Finaldurchgang folgender Stand: Polen, 28 Punkte. Großbritannien 26, Schweden 25 und Australien 20.

Die Australier waren zu diesem Zeitpunkt bereits geschlagen, in den Finales punktete Jason Doyle auch als Einziger. Knackpunkt war Lauf 16. Doyle wurde als Joker eingesetzt und hätte sechs Punkte holen sollen. Stattdessen räumte der aktuelle WM-Dritte eingangs der zweiten Kurve Pawlicki ab und wurde disqualifiziert.

Die Briten waren anfänglich alleine auf Weltmeister Tai Woffinden gestellt. In Lauf 12 kam der 25-Jährige als Joker, gewann den Lauf und katapultierte die Briten mit sechs Punkten vom letzten Platz mitten in den Kampf um die Medaillen. Craig Cook holte in seinen beiden letzten Läufen vier Punkte, Daniel King 5. Standesgemäß schlug im letzten Lauf Woffinden den Schweden Lindgren und sicherte damit seinem Land Silber.

Die 7000 Fans im neuen Nationalstadion in Manchester konnten es kaum fassen. Den Weltcup in seiner heutigen Form gibt es seit 2001, die Briten holten nach Silber 2004 und Bronze 2006 erst zum dritten Mal eine Medaille – immer dann, wenn sie Heimvorteil hatten. Zehn Jahre mussten sie darauf warten.

Woffinden war der überragende Fahrer des Abends. Er eroberte 19 von 21 Punkte, unterlag lediglich zweimal dem Polen Piotr Pawlicki. Viele Engländer fragen sich, ob mit GP-Pilot Chris Harris statt dem jungen Robert Lambert (3 Punkte) sogar Gold möglich gewesen wäre?

Titelverteidiger Schweden wurde von vielen als Favorit gehandelt. Doch sechs Punkte von Peter Ljung waren zu wenig, zudem baute Antonio Lindbäck massiv ab und fuhr 3-2-1-0. Letztlich fehlten zwei Punkte für Silber. «Ich ging davon aus, dass wir das ganze Rennen vorne mitkämpfen», hielt Kapitän Andreas Jonsson fest. «Aber in der Mitte des Rennens verrannten wir uns mit dem Set-up. Ich bin trotzdem glücklich, dass wir eine Medaille gewonnen haben, auch wenn ich lieber eine goldene hätte.»

Ergebnisse Speedway-World-Cup-Finale Manchester:

1. POLEN, 39 Punkte: Krzysztof Kasprzak 8, Patryk Dudek 10, Piotr Pawlicki 10, Bartosz Zmarzlik 11.

2. GROSSBRITANNIEN, 32 Punkte: Craig Cook 5, Tai Woffinden 19, Danny King 5, Robert Lambert 3.

3. SCHWEDEN, 30 Punkte: Antonio Lindbäck 6, Fredrik Lindgren 10, Andreas Jonsson 8, Peter Ljung 6.

AUSTRALIEN, 22 Punkte: Chris Holder 10, Sam Masters 5, Josh Grajczonek 0, Jason Doyle 7.

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