So plant Kevin Wahr (Yamaha) seine WM-Rückkehr

Von Ivo Schützbach
Supersport-WM
Kevin Wahr hat das Zeug, es auch in der WM zu etwas zu bringen

Kevin Wahr hat das Zeug, es auch in der WM zu etwas zu bringen

Weil das Budget nicht für die ganze Saison in der Supersport-WM reicht, fährt der Schwabe Kevin Wahr nur ausgewählte Rennen. In Portimão verriet er SPEEDWEEK.com, wie es weitergehen soll.

Samstagmittag flog Kevin Wahr von Stuttgart über Frankfurt nach Faro, heute um 12 Uhr ging es zurück Richtung Heimat. «Für uns geht es jetzt darum, dass wir in der Sommerpause einen Plan machen», sagte der 25-Jährige zu SPEEDWEEK.com. «Einmal generell und dann auch für die Rennen in Jerez und Magny-Cours. Eigentlich machen diese Rennen nur dann Sinn, wenn wir bis dahin ein oder zwei Kontakte zu Sponsoren haben, die wir dann zur Rennstrecke mitbringen können. Gleichzeitig müssen die Events auch noch finanziert werden.»

Der Yamaha-Pilot ist bis auf das Rennen in Sepang alle Supersport-WM-Läufe in dieser Saison gefahren und konnte dreimal in die Top-10 fahren, in Australien wurde er sogar Sechster. Auf Portimão verzichtet Wahr aus Kostengründe, ebenso auf die beiden Überseerennen in Südafrika und Katar am Ende der Saison.

«Es gibt dir niemand Geld, wenn er dich nicht kennt», weiß der Deutsche Supersport-Champion von 2013. «Er muss das Team sehen, dahinterstehen und mindestens einmal an der Rennstrecke gewesen sein. Die zwei Monate müssen wir jetzt intensiv nutzen, um Sponsoren zu finden. Klar kommt danach noch was. Über den Winter einen Sponsor zu finden, der wirklich großes Geld bringt, ohne dass er an der Rennstrecke war, das geht nicht. Neben dem Budget muss ich ja auch alles planen, Teile bestellen, meinen WM-Platz anmelden, das ist immer schlecht, wenn man das erst über den Winter macht.»

Eine stattliche Summe ist nötig

Um in der Supersport-WM mit zwölf Rennen in Europa, Australien, Asien, Afrika und Arabien ein vernünftiges Ein-Mann-Team auf die Beine zu stellen, sind 300.000 Euro nötig, mit Sparprogramm etwas weniger. Die größten Kosten entstehen dabei durch die Logistik (Transport, Flüge, Hotels etc.) und das Personal. «Schade ist, dass sich noch nicht allzu viel getan hat», sagt der beste deutsche Supersport-Pilot seit vielen Jahren. «Ich bleibe aber optimistisch. Das Problem dieses Jahr war, dass wir uns erst Anfang des Jahres entschieden haben, Supersport-WM zu fahren. Ich bin Deutscher Meister geworden, dann war es aber schon Oktober. Bevor ich den Titel nicht hatte, konnte ich nichts planen. Dann war es Winter. Die guten Sponsoren die wir hatten, konnten wir mobilisieren und jeder war heiß auf die WM, über die kurze Zeit konnte ich aber keine großen neuen Geldgeber auftreiben.»

Wahr hat gemerkt, dass die Öffentlichkeit von ihm mehr Notiz nimmt, seit er Weltmeisterschaft fährt. Mit seinen Leistungen hat er mehrfach bewiesen, dass er auf diesem Level gut mithalten kann. «Wenn ich dieses Jahr an eine Rennstrecke komme oder zu einem Training gehe, kennen mich viel mehr Leute», ist ihm aufgefallen. «Alle kommen her und sagen mir, dass sie es gut finden, dass wir mit eigenem Team in der Weltmeisterschaft mithalten. Jeder findet das gut und will uns auch unterstützen – wir haben viele positive Zusprüche. Aber für die WM fehlt einfach ein richtiger Hauptsponsor. Die Fixkosten sind da und wir müssen eine stattliche Summe auftreiben.»

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