Honda CBR600RR: Ab 2017 nur noch für die Rennstrecke

Von Ivo Schützbach
«Für den Rennsport wird die 600er-Klasse auch weiterhin wichtig sein», weiß Honda-Teammanager Ronald ten Kate. Dass der Verkauf der CBR600RR in Europa für den Straßenverkehr eingestellt wird, wundert ihn.

«Honda verkauft die CBR600RR ab 2017 in Europa nicht mehr für den Straßengebrauch, sondern nur noch für die Rennstrecke», erzählte Honda-Teammanager Ronald ten Kate SPEEDWEEK.com auf dem Lausitzring.

Das jetzige Honda-Modell erfüllt weder die Lärm- noch Abgasvorschriften, die mit der Norm Euro 4 ab 1. Januar 2017 verbindlich sind. «Im Rest der Welt wird das Motorrad weiterhin für den Straßengebrauch verkauft, bei uns darf es nur noch für die Rennstrecke verkauft werden», so ten Kate weiter.

Honda bringt für 2017 zwar eine neue CBR1000RR Fireblade, diese wird Anfang Oktober auf der Motorradmesse Intermot in Köln vorgestellt, eine moderne Version der CBR600RR ist aber nicht in Sicht. 600er-Sportbikes haben im europäischen Markt ihre Relevanz bereits vor Jahren verloren.

Ten Kate gehört als größter Honda-Händler der Niederlande auch zu den größten in Europa, «zumindest was große Motorräder betrifft».

Kannst du verstehen, dass Honda den Verkauf des Straßenmodells einstellt? «Jetzt bringst du mich in ein Dilemma», grübelte der 46-Jährige. «Ich muss mich zwischen Kopf und Herz entscheiden. Das Herz sagt mir, dass Honda die 600er weiterhin produzieren und verkaufen muss, das ist die Klasse von Ten Kate Honda. Ich sehe aber auch die Verkaufszahlen der 600er, die sehr niedrig sind. Ich weiß nicht, wie viele 600er-Bikes in Europa verkauft werden, aber viele können es nicht sein. Für etwas mehr Geld bekommt man heute eine 1000er.»

«Ich habe nicht erwartet, dass Honda den Verkauf der CBR600RR bei uns jetzt einstellt», ergänzte der Niederländer. «Das Motorrad ist ja vorhanden, mit einigen kleinen Änderungen sollte es die Euro-4-Norm erfüllen.»

Vor allem in Asien und Südamerika boomt der Verkauf von 300er-Maschinen, 2017 werden wir diese Kategorie als Einstiegsklasse in SBK sehen. Dann gibt es Supersport 300, Supersport 600 und Superbike. Ten Kate: «Für den Rennsport wird die 600er-Klasse auch weiterhin wichtig sein, sie ist die Stufe zwischen der Einstiegsklasse und Superbike. Außerdem ist dieses Motorrad deutlich rennorientierter als die 300er.»

Wäre es nicht der nächste logische Schritt, dass alle, die sich jetzt eine 300er kaufen, in den kommenden Jahren auf die 600er und dann 1000er umsteigen, so lange dies die gesetzlichen Vorschriften in den jeweiligen Ländern erlauben? «Sie haben in Asien mit Rollern angefangen, erst 50, dann 100 und später 150 ccm», zählt ten Kate auf. «Jetzt kaufen sie 300er-Bikes, der nächste Schritt wären die 600er.» Und ergänzt schmunzelnd: «Dann ziehen sie eventuell ein Auto in Betracht, so lief es in anderen Ländern.»

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

«No sports» bei Suzuki: Geht die Rechnung auf?

Günther Wiesinger und Manuel Pecino
Suzuki wird sich nach der Saison 2022 auch aus der MotoGP-WM zurückziehen. Der Hersteller aus Hamamatsu erhofft sich dadurch in vier Jahren Einsparungen von ca. 150 Millionen Euro. Aber um welchen Preis?
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Mo.. 23.05., 05:30, Puls 4
    Café Puls mit PULS 4 News
  • Mo.. 23.05., 06:00, Puls 4
    Café Puls mit PULS 4 News
  • Mo.. 23.05., 06:00, Motorvision TV
    Monster Jam FS1 Championship Series 2016
  • Mo.. 23.05., 06:00, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 23.05., 06:06, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 23.05., 06:10, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 23.05., 06:14, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 23.05., 06:24, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 23.05., 06:32, ORF Sport+
    silent sports +
  • Mo.. 23.05., 06:39, ORF Sport+
    silent sports +
» zum TV-Programm
3AT