Fischereihafenrennen 2017: Viele tausend Fans warten

Von Rudi Hagen
Strassensport
Die «Macher» beim Fischereihafenrennen: Heinrich (l.) und Kenny Hinck

Die «Macher» beim Fischereihafenrennen: Heinrich (l.) und Kenny Hinck

Eine Verkettung extrem unglücklicher Umstände führte zum tödlichen Unfall beim 59. Fischereihafenrennen in Bremerhaven. Die meisten Fans hoffen, dass das 60. Rennen im Jahr 2017 stattfindet.

«Keine Sicherheitsvorkehrung der Welt hätte das verhindern können», sagte Pressesprecher Christoph Nagel nach dem fatalen Crash beim 59. Fischereihafenrennen am Pfingstmontag in Bremerhaven. Ein Fahrer war dabei ums Leben gekommen.

Recht hat er.

Die Vorgänge beim Start zum Rennen der Klasse 8 (Superbike Legends: Big Classics) waren eine Verkettung extrem unglücklicher Umstände. Wie immer, wenn aus dem Stand gestartet wird, kann es passieren, dass ein Fahrer nicht schnell genug vorwärts kommt. Möglicherweise ist kein Gang oder ein falscher eingelegt oder der Gang springt heraus oder es geht schlicht der Motor aus.

Das kann schlimme Folgen haben, denn die Fahrer dahinter rechnen nicht unbedingt damit oder haben ihre Augen für Sekundenbruchteile am eigenen Vorderrad – und schon ist es geschehen.

Der Organisator und Chef des Fischereihafenrennens, Hinrich «Hinni» Hinck von der MSG Weserland, hat vollkommen Recht mit seiner Aussage, Unfälle wie diese gehörten zu den bekannten Risiken im Extremsport.

Jeder Fahrer, der an einem solchen Straßenrennen wie dem in Bremerhaven teilnimmt, weiß, auf was er sich hier einlässt. Die Jagd zwischen Strohballen, Fischbuden und Kaimauern hindurch erfordert vollste Konzentration. Nach dem tödlichen Unfall im Jahr 2013 hatten die Veranstalter die Sicherheitsvorkehrungen unter anderem mit Airfences noch weiter verschärft.

Nach dem Geschehen meldeten sich wieder Kritiker, die meinten, Rennen wie das Fischereihafenrennen gehörten nicht mehr in diese Zeit. Ich sage, bitte schön, ihr müsst dort nicht hingehen, aber lasst doch den Motorradfahrern, die in «Fishtown» sehr gerne fahren und den vielen tausend Fans, die immer wieder deswegen zu Pfingsten in die Seestadt pilgern, ihr Vergnügen.

Zirka 20.000 Zuschauer waren an Pfingsten im Fischereihafen zu Gast und zirka 400 Motorradfahrer fuhren in elf Klassen um den 2,7 Kilometer langen Kurs. Wohl niemand von ihnen will Unfälle sehen, geschweige denn tödliche, aber sie lieben diese Atmosphäre, das enge Miteinander, das tolle Event.

Max Neukirchner, Yamaha-Pilot in der IDM Superbike, sagte am Rande des Fischereihafenrennens (vor dem schlimmen Sturz) im Gespräch mit SPEEDWEEK.com: «Wenn man sieht, wie viele Zuschauer hier sind und das zum Beispiel vergleicht mit dem IDM-Lauf am Lausitzring, dann muss man den Hut ziehen vor dem Veranstalter in Bremerhaven. Wenn eine Veranstaltung richtig aufgezogen wird wie hier, dann kommen die Leute auch.»

Nach dem Rennen ist vor dem Rennen. Das 60. Fischereihafenrennen steht 2017 wieder an Pfingsten bevor – hoffentlich. Viele tausend Motorradfans warten darauf.

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