Ford startet Schotter-Offensive in Mexiko

Von Toni Hoffmann
WRC
Jari-Matti Latvala 2011 in Mexiko

Jari-Matti Latvala 2011 in Mexiko

Die Fiesta RS WRC gehen aus Anlass des 50. gemeinsamen WM-Siegs für Ford und Einsatzteam M-Sport mit einem speziellen Dekor an den Start.

Die Rallye-Weltmeisterschaft gastiert am nächsten Wochenende (8. bis 11. März) in Mexiko. Beim Ford World Rally Team stehen die Vorzeichen vor dem ersten Schotter-Lauf der Saison auf Angriff: Auf losem Untergrund ist der Fiesta RS WRC seit September 2011 ungeschlagen. In der vergangenen Saison siegten die Allradler mit dem blauen Oval sowohl bei der Rallye Australien als auch in Grossbritannien. In dieser Saison sind die Werksfahrer von Ford ebenfalls erfolgreich unterwegs: Bei der Rallye Schweden sicherte sich Jari-Matti Latvala den Sieg, Markenkollege Mads Östberg fuhr mit seinem Fiesta RS WRC auf den dritten Platz und rundete damit für Ford den Triumph ab.

In Mexiko, beim dritten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft 2012, will Ford an den Erfolg bei dem schwedischen Winterklassiker anknüpfen. Die Schotterpisten in den Bergen rund um die Metropole León zählen zu den härtesten Strecken der Saison und verlangen den World Rally Cars (WRC) alles ab. Sie verdeutlichen, warum die Rallye-WM zu Recht als eine der anspruchsvollsten Motorsport-Serien der Welt gilt.
Der Kontrast zur Rallye Schweden, die Anfang Februar in den verschneiten Wäldern rund um Karlstad stattgefunden hat, könnte kaum grösser sein: Statt Temperaturen von minus 15 Grad erwarten die Fiesta-Piloten und ihre rund 300 PS starken Allradler in Mexiko schwül-warme 30 Grad Celsius. Das stellt nicht nur die Fahrer im Cockpit vor eine grosse körperliche Herausforderung, sondern strapaziert auch die Motoren und den gesamten Antriebsstrang der World Rally Cars aufs Äusserste.

Die beiden Werkspiloten von Ford kennen die Schotterpisten der Rallye Mexiko bestens: Jari-Matti Latvala und sein Co-Pilot Miikka Anttila aus Finnland kamen bei bislang fünf Starts zwei Mal als Dritte ins Ziel. Petter Solberg trug sich 2005 in die Siegerliste dieses WM-Laufs ein und verbuchte darüber hinaus zwei zweite Plätze.

Das Hauptquartier der Rallye schlägt in León, 400 Kilometer nordwestlich von Mexiko-City seinen Service-Park auf. Die fünftgrösste Stadt des Landes ist vor allem für ihre Leder-Industrie bekannt. Die Rallye-Route führt durch die nördlich und östlich gelegenen Berge. Mit insgesamt 400 Wertungsprüfungs-Kilometern werden 35 Prozent der Gesamtstrecke auf Zeit gefahren – etwas mehr als im Vorjahr. Nach wie vor ist die Rallye jedoch sehr kompakt.

Die harten Schotterstrecken werden von den typischen Kakteen flankiert und führen die Teams bis auf eine Höhe von 2.737 Meter über dem Meeresspiegel. Bei keiner anderen Rallye der Saison geht es so hoch hinaus. Aufgrund der sauerstoffärmeren Höhenluft büssen die Motoren trotz Turbo-Aufladung bis zu 20 Prozent ihrer Leistung ein. Ford hat sich jedoch vor der Rallye ausgiebig auf diese Herausforderung vorbereitet. Gemeinsam mit den Ingenieuren im Dunton Technical Centre in Grossbritannien wurden die klimatischen Bedingungen auf dem Motorenprüfstand simuliert.

Die Rallye Mexiko bildet den Auftakt für insgesamt sechs aufeinanderfolgende Schotter-Läufe. Der Grossteil der insgesamt 13 WM-Rallyes findet in dieser Saison auf losem Untergrund statt. Am vergangenen Montag und Dienstag absolvierte Jari-Matti Latvala in der Nähe von Málaga in Südspanien ausgiebige Testfahrten, um sich auf die dritte Rallye des Jahres vorzubereiten. Er spulte dabei insgesamt 488 Kilometer ab.

«Die Bedingungen am ersten Tag kamen den mexikanischen sehr nahe», erklärte der 26-jährige Finne. «Der Fahrbahnbelag war im Grunde identisch zu dem in Mexiko und die Temperaturen lagen bei 24 Grad. Ideale Voraussetzungen also. Es dauerte nur kurz, bis ich mich wieder an das Fahren auf Schotter gewöhnt hatte – die letzte Rallye auf diesem Untergrund liegt schon etwas zurück. Wir hatten eine 54 Kilometer lange Wertungsprüfung simuliert, die ich drei Mal nacheinander gefahren bin. Das war eine ideale Vorbereitung für die WP «Guanajuatito» der Rallye Mexiko, die mit 54,76 Kilometern zu den längsten der gesamten Saison zählt.»

Petter Solberg, der zweite Werkspilot von Ford, musste seine Testfahrten bis zum gestrigen Donnerstag unter erschwerten Bedingungen absolvieren: Der Norweger litt unter einer Grippe. Doch der 37-Jährige zeigte sich gewohnt gut gelaunt: «Mich hält nichts vom Fahren ab! Ich konnte den Ford Fiesta RS WRC hier und bei einem eintägigen Test in Frankreich vergangene Woche erstmals auf Schotter bewegen. Wie bereits während der Testfahrten auf Asphalt und Schnee habe ich mich im Auto schnell sehr wohl gefühlt», berichtete der Weltmeister von 2003. «Vor uns liegt die erste Schotter-Rallye der Saison. Jetzt kommt die WM so richtig in Schwung. Du musst Deinen Fahrstil an die grosse Höhe anpassen. Da aufgrund des geringeren Sauerstoffgehalts in der Luft weniger Motorleistung zur Verfügung steht, dürfen wir nicht so hart attackieren. Besser ist es, einen runden Fahrstil zu entwickeln. Die Rallye Mexiko war bislang ein gutes Pflaster für mich. Es wäre toll, wenn ich meinen guten Saisonstart mit einem weiteren Top-Ergebnis krönen könnte.»

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