Vize-Champion Hirvonen jagt Weltmeister Loeb

Von Toni Hoffmann
WRC
Hirvonen meldet sich mit Akropolis-Sieg im Titelkampf zurück

Hirvonen meldet sich mit Akropolis-Sieg im Titelkampf zurück

Mikko Hirvonen und Ford kommen mit ihrem Akorpolis-Sieg in der Rallye-WM an die Tabellenführer Sébastien Loeb und Citroën wieder näher heran.

Rallye-Vizechampion Mikko Hirvonen macht mit seinem ersten Saisonsieg bei der griechischen Rallye Akropolis die Rallye-WM wieder spannend. Der 28 Jahre alte Hirvonen fuhr im Ford Focus nach 15 Schotterprüfungen (= 341,01 km) einen Vorsprung von 1:12,9 Minuten auf den letztjährigen Junior-Weltmeister Sébastien Ogier (Citroën C4) heraus. Nach dem siebten von zwölf WM-Läufen kam Hirvonen mit seinem achten Laufsieg bis auf sieben Punkte an den mit 55 Zählern führenden Sébastien Loeb heran. Der fünffache Rekord-Weltmeister Loeb war am Samstagmorgen wegen eines Unfalls mit seinem Citroën C4 vorzeitig ausgeschieden.

«Die Rallye war sehr hart, härter als in den Jahren. Es ist einfach fantastisch, mal wieder gewonnen zu haben. Wir sind wieder im Kampf zurück», freute sich der letztjährige Akropolis-Zweite Hirvonen über seinen ersten Triumph nach der Rallye Japan Anfang November 2008. «Am Ende bin ich sehr vorsichtig gefahren. Ich wollte nur noch ins Ziel kommen.» Sein Ford-Teampartner Jari-Matti Latvala, der wegen seines Pechs am Freitag auf den elften Platz zurückgefallen war, kämpfte sich noch auf den letzten Podiumsplatz (Rückstand: 1:45,0 Minuten) vor. Weil aber Ogier nicht für die Hersteller-WM nominiert ist, erhält Vize-Champion Ford die Maximalzahl von 18 Punkten, die den Rückstand zum Titelverteidiger und Tabellenführer Citroen (93 Zähler) von zuvor 29 auf nun 15 Punkte schmelzen ließen. Der dreifache Titelgewinner Ford feierte nach Italien seinen zweiten Saisonsieg und seinen 70. Triumph in der Rallye-WM, in der er nur noch drei Siege hinter dem Rekordhalter Lancia liegt.

Die zweite Reihe in der WM rückte diesmal wegen der vielen Ausfälle im hochsommerlich heißen Griechenland in die erste Reihe. Ogier, in diesem Jahr Sieger der nicht zur WM zählenden Rallye Monte Carlo gewonnen hatte, erzielte mit dem Ehrenrang sein bislang bestes WM-Ergebnis. «Eine solch tolle Platzierung hätte ich hier nie und nimmer erwartet. Ich freue mich darüber riesig», jubelte der eher als Asphaltspezialist bekannte Ogier über seinen Erfolg auf den harten griechischen Schotterpisten. Dieses Resultat könnte zur Fortsetzung seines Citroën-Programms führen, das eigentlich nur bis zur Rallye Akropolis gesichert war. Ihre besten Resultate erreichten auch der argentinische Ford-Pilot Federico mit dem vierten Platz (3:48,3 Minuten zurück) und Conrad Rautenbach (Simbabwe) im Citroën C4 als Fünfter (Rückstand: 3:59,8 Minuten). Auch bei Novikov könnte Citroën nach seiner tollen Griechenland-Leistung, die letztlich wegen seines Pechs am Sonntag nicht das zuvor erzielte Ergebnis brachte, könnte über Novikovs Programm neu nachdenken.

Beim sechsten Lauf zur Produktionswagen-WM (PRWC) feierte der Einheimische Lambros Athanassaoulos bei seiner Premiere im Skoda Fabia S2000 mit dem Sieg und Gesamtachter einen perfekten Einstand. Nasser Al-Attiyah im Subaru Impreza konnte mit dem zweiten Gruppenplatz, 22,3 Sekunden hinter Athanassoulos, seine Führung leicht auf 39 Punkte und vier Zähler Vorsprung auf Armindo Araujo, im Mitsubishi Lancer Gruppen-Dritter, ausbauen. Hingegen blieb der zweifache Saisonsieger Patrik Sandell (Red Bull-Skoda Fabia S2000)nach seinem grossen Pech am Samstagmorgen, ohne Punkte. Mit 28 Zählern behauptete er aber weiterhin den dritten Tabellenplatz.

Endstand nach 3 Etappen, 15 Prüfungen (= 341,01 km) 1.031 von 1.208 Gesamtkilometern

1. Mikko Hirvonen/Jarmo Lehtinen (FIN), Ford Focus WRC, 4:09:42,5 h.
2. Sébastien Ogier/Julien Ingrassia (F), Citroën C4 WRC, + 1:12,9 min.
3. Jari-Matti Latvala/Miikka Antilla (FIN), Ford Focus WRC, + 1:45,0
4. Federico Villagra/José Diaz (RA), Ford Focus WRC, + 3:48,3
5. Conrad Rautenbach/Daniel Barritt (ZW/GB), Citroën C4 WRC, +3:59,8
6. Khalid Al Qassimi/Michael Orr (UAE/GB), Ford Focus WRC, + 7:04,3
7. Mads Östberg/Jonas Andersson (N/S), Subaru Impreza WRC, + 12:24,9
8. Lambros Athanassoulos/Nikoaos Zakheos (GR) Skoda Fabia S2000, + 12:47,6
9. Nasser Al-Attiyah/Giovanni Bernacchini (QA/I), Subaru Impreza (N), + 13:09,9
10. Armindo Araujo/Miguel Ramalho (P), Mitsubishi Lancer (N), + 15:04,5

WM-Stände nach 7 von 12 Läufen:
Fahrer:

1. Loeb (Frankreich/Citroën Total World Rally Team): 55 Punkte
2. Hirvonen (Finnland/BP-Ford Abu-Dhabi World Rally Team): 48
3. Sordo (Spanien/Citroën Total World Rally Team): 31
4. Jari-Matti Latvala (Finnland/BP-Ford Abu Dhabi World Rally Team): 25
4. H. Solberg (Norwegen/Stobart M-Sport Ford Rally Team): 21
5. P. Solberg (Norwegen/Petter Solberg Rallying MSN Edition): 20
7. Matthew Wilson (Großbritannien/M-Sport Rally Team): 15
8. Federico Villagra (Argentinien/Munchi’s WRT): 14
9. Ogier (Frankreich/Citroën Junior Team): 13
10. Rautenbach (ZW/Citroën Junior Team): 7

Marken:

1. Citroen Total WRT: 94 Punkte
2. BP-Ford Abu-Dhabi World Rally Team: 79
3. Stobart M-Sport Ford Rally Team: 49
4. Citroen Junior Team: 24
5. Munchi’s WRT: 18

Lesen Sie auch den ausführlichen Bericht in der Printausgabe Nr. 26 am Dienstag, 16. Juni.

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