M-Sport peilt vierten Australien-Sieg an

Von Toni Hoffmann
WRC
Thierry Neuville

Thierry Neuville

M-Sport wartet noch immer auf den ersten Ford-Sieg in diesem Jahr. Beim zehnten Lauf zur Rallye-Weltmeisterschaft in Australien könnte dieser endlich kommen.

Nach den kurzem Asphalt-Intermezzo in Deutschland kehrt die Rallye-WM bei der zehnten Runde in Australien wieder auf Schotter zurück. Bei den vorausgegangenen neun WM-Läufen musste sich M-Sport mit den Ford Fiesta RS WRC in punkto Siegen immer hinten anstellen. Sechs Mal ging der Lorbeerkranz an Volkswagen, dreimal an Citroën. Die große Wende zu Gunsten des im englischen Cumbria angesiedelten Ford-Team von M-Sport soll nun im australischen Coffs Harbour erfolgen.  

Das WM-Gastspiel auf der anderen Seite der Erdkugel war 2006, 2009 und 2011 das siegreiche Terrain für Ford. Nach dem eindringlichen Wunsch von Malcolm Wilson, dem Teameigner von M-Sport, soll sich auch in diesem Jahr an diesem Status nichts ändern. Doch die Chancen hierfür stuft er nicht besonders leicht ein, auch wenn sich seine Piloten, allen voran Thierry Neuville, bei den letzten Läufen stark gesteigert haben. Von den drei Piloten Mads Östberg, Thierry Neuville und Evgeny Novikov hat nur Novikov einige Australien-Erfahrung.  

Zum zweiten Mal ist Coffs Harbour in New South Wales der Schauplatz der Rallye Australien. Die Schotterpisten mit dem losen Untergrund werden von den Piloten als sehr selektiv eingestuft, bei Regen allerdings als zum Teil gefährlich schmierig bezeichnet. Daher kommt dem «Training» eine große Bedeutung zu. Für die Zuschauer aber ist die Rallye mit den Prüfungen im Umkreis von nur 35 Kilometern um Coffs Harbour ein wahres «Motorsport»-Paradies.   

Australien-Debütant Mads Östberg sieht in einem guten «Training» den Schlüssel zum möglichen Erfolg. «Bei einer neuen Rally zu starten ist immer eine große Herausforderung», sagte Östberg, der sich bei der Rallye Telemark in seiner norwegischen Heimat auf Australien eingestimmt hat. «Wir müssen daher bei der Besichtigung so viele Informationen wie möglich sammeln. Mein Beifahrer Jonas Andersson und ich haben ein neues System für die Streckennoten entwickelt. Ich hoffe, das hilft uns in Australien. Ich habe schon viel über die Prüfungen in Australien gehört. Ich hoffe, sie kommen meinem Fahrstil entgegen. Ich hoffe auch, wir können dort eine ähnlich gute Leistung wie bei anderen Schotterrallyes zeigen. Wir wollen wieder aufs Podium.»  

Erfolgreiche Ilka Minor

Die meiste Australien-Erfahrung hat Novikov. Bis zu seinem Pech lag er 2011 auf den vierten Platz. Noch mehr Erfahrung und zugleich Erfolg hat seine Beifahrerin Ilka Minor mit zwei Podiumsplatzierungen mit ihrem österreichischen Landsmann Manfred Stohl 2005 und 2006. «Die Prüfungen sind sehr schnell und auch manchmal sehr schmierig. Letztes Mal war das Wetter an den ersten beiden Tagen ziemlich schlecht, die Rallye war sehr schwierig. Aber dieses Jahr sieht es besser aus. Die Rallye ist eine große Herausforderung, aber auch eine, bei der man gerne nach vorne schaut», meinte Novikov. «Ich habe das Glück, neben mir Ilka zu haben, die zu sechsten Mal dort startet und schon zweimal auf dem Podiumstand. Ihre Erfahrung wird mir sehr helfen».  

Thierry Neuville ist bei M-Sport zweifelsohne der «shooting star». Sein zweiter Tabellenplatz ist hierfür der Beleg. Vom Golf-Parcours auf gepflegtem Rasen in seiner belgischen Heimat kehrt der als Asphaltspezialist bekannte Neuville in Australien zurück auf die harten Schotterpisten. «Wir starten in Australien zum ersten Mal, dennoch denke ich, dass Nicolas Gilsoul und ich mich gut auf diese Rallye vorbereitet haben. Wir haben sehr intensiv alle verfügbaren On-board-Aufnahmen studiert. Ich hoffe, das ist eine gute Voraussetzung für das Training. Was wir so gehört haben, sollen die Prüfungen sehr schnell sein. Man kann sie eventuell mit denen in Finnland vergleichen, nur dass sie viel weniger Sprungkuppen haben und der Untergrund loser und weicher ist», führte der Finnland- und Deutschland-Zweite an. Der Startposition kommt wieder eine große Bedeutung zu. Unser Ford Fiesta war schon in Finnland sehr konkurrenzfähig, daher sehe ich auch nichts, warum das in Australien nicht der Fall sein sollte. Leider konnten wir vor Australien unser Auto nicht testen und keine entsprechendem Set-up-Einstellungen probieren. Trotzdem hoffe ich, unter die ersten Fünf zu kommen, aber noch wichtiger ist für mich, meinen zweiten Tabellenplatz zu verteidigen.»

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