Le-Mans-Rückkehr von Porsche mit dem 918 RSR?

Von Guido Quirmbach
24h Le Mans
Fährt der Porsche 918 RSR im kommenden Juni in Le Mans?

Fährt der Porsche 918 RSR im kommenden Juni in Le Mans?

Der in Detroit offiziell vorgestellte neue Hybrid-Renner von Porsche schreit geradezu nach dem 56. Startplatz in Le Mans 2011.

Porsche hat der Autoshow in Detroit den Porsche 918 RSR der Weltöffentlichkeit vorgestellt. Der 918 RSR ist die Rennversion der bereits im letzten Jahr vorgestellten Konzeptstudie des 918, der in einer Kleinserie ab 2013 auf den Markt kommen soll.

Der 918 RSR hat einen aus dem RS Spyder stammenden, weiterentwickelten V8-Motor, der 563 PS leistet. Dazu kommt der ebenfalls perfektionierte Hybrid-Antrieb, der aus der beim Bremsen gewonnenen Energie zwei je 75 kw starke Elektromotoren speist, welche mit variabler Steuerung die Vorderachse zusätzlich antreiben. Der dazu notwendige Schwungradspeicher befindet sich wie im GT3 Hybrid auf der Beifahrerseite.

Porsche bezeichnet den 918 RSR als neues Rennlabor und möchte ihn nun unter Rennbedingungen testen. Doch wo? Für die 24 Stunden am Nürburgring ist der Mittelmotorrenner bereits in der Theorie zu schnell.

Es bleibt eigentlich nur Le Mans. Denn der veranstaltende ACO behält sich einen 56. Startplatz für einen Teilnehmer ausser Konkurrenz vor. Für ein Fahrzeug, das zwar nicht ins bestehende Reglement passt, aber in den Bereichen Zuverlässigkeit, Wettbewerbsfähigkeit, Effizienz und Performance besonders innovativ ist. Freilich obliegt die Entscheidung über eine Einladung alleine dem ACO.

Die Porsche-Pressemeldung zum 918 RSR liest sich deshalb auch wie ein Angebot an den ACO, getreu dem Motto, «Wenn ihr uns ruft, sind wir dabei!» Genau auf jene vier Kriterien wird ebenso hingewiesen wie die Porsche-Tradition an der Sarthe. Der Wagen wurde in Detroit mit der Startnummer 22 vorgestellt. Jene Startnummer, die Gijs van Lennep und Dr. Helmut Marko mit deren 917 im Jahre 1971 zu jenem Distanzrekord getrieben wurde, der erst in der letzten Ausgabe der 24 Stunden von den drei siegreichen Audi gebrochen wurde. Der 917 damals war auch ein Experimental-Fahrzeug, denn er war mit einem Magnesium-Chassis ausgestattet.

Keine Frage, der 918 RSR wäre prädestiniert für diesen 56. Startplatz. Porsche wäre zwar nicht fertig, aber dennoch bereit. Die Entwicklung des Wagens ist in vollem Gange, die Lichter gehen in Weissach kaum noch aus. Die Ingenieure brennen darauf, wieder eine Aufgabe zu haben, die sich von Klassensiegen und Markenpokalen abhebt. Das wieder auferstandene Werksteam bewies in Zhuhai, dass der Rost nach der fast zehnjährigen Wettkampfpause praktisch schon abgeschüttelt ist, wie auch der scheidende Porsche-Entwicklungs-Vorstand Wolfgang Dürheimer bei der jährlichen Cup-Feier besonders erwähnte. Und der Aufsichtsrats-Vorsitzende der Volkswagen AG, Ferdinand Piëch, hatte ja bereits im Sommer in einem Interview erklärt, dass er sich ein Duell der beiden Konzernmarken Audi und Porsche in Le Mans durchaus vorstellen könnte.

Ob es ein Duell würde, steht auf einem anderen Blatt, sind es doch vollkommen unterschiedliche Fahrzeuge und Konzepte. Was aus Konzernsicht erst recht Sinn macht. Weltweite Publicity für den Konzern wäre jedenfalls garantiert. Ein weiteres Werksteam, dazu noch der Hersteller mit den meisten Gesamtsiegen an der Sarthe, würde das Rennen dazu noch weit mehr aufwerten. Und das weiss auch der ACO.

Auf dem in Detroit gezeigten Wagen stehen die Namen Walter Röhrl und Marc Lieb. Was wohl mehr dafür spricht, wer die meiste Entwicklungsarbeit auf der Strecke bereits gemacht hat oder noch machen wird, als das es ein Indiz auf eine eventuelle Fahrerbesatzung in Le Mans wäre. Obwohl, man wird ja noch träumen dürfen...

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