Joan Mir zuversichtlich: Die Honda hat das Potenzial für Top-5-Ergebnisse
Drei Testtage, nüchternes Fazit: Joan Mir verlässt Sepang nach dem MotoGP-Test mit gemischten Gefühlen und vielen Erkenntnissen. Der Honda-Pilot wurde Neunter und damit bester Fahrer auf der RC213V.
Joan Mir absolvierte am finalen MotoGP-Testtag in Sepang eine längere Rennsimulation. Sein Fazit: «Es war ok.» Das klingt auf den ersten Blick nicht berauschend, hat aber einen Grund. «Wenn man sich das Tempo der Ducati-Fahrer ansieht, vor allem von Alex Marquez, sind wir noch weit weg.» Stillstand gibt es bei dem neuen Modell von Honda aber nicht. «Wir haben uns im Vergleich zum letzten Jahr verbessert.»
In seiner Simulation bewegte sich Mir über weite Strecken im Bereich von 1:58er-Zeiten. «Ich konnte diese Pace fast den ganzen Run fahren, erst in den letzten zwei, drei Runden, ließen die Zeiten etwas nach», erklärte er. Das sei kein schlechter Rennrhythmus, doch Ducati habe in dieser Vorsaison erneut die Messlatte höher gelegt.
Honda habe zugelegt, betonte Mir. «Das Bike ist in fast allen Bereichen ein kleines Stück besser. Es ist keine Revolution, eher kleine Entwicklungen in verschiedenen Bereichen, die uns erlauben, etwas bessere Zeiten zu fahren.» Der große Durchbruch blieb aber aus.
Der ewige Schwachpunkt der RC213V – der Grip
Unmissverständlich benannte Mir das Hauptproblem der Honda. «Grip. Da sind wir immer noch weit weg. Darauf müssen wir uns stärker konzentrieren. Mit mehr Grip kannst du die Beschleunigung besser kontrollieren, die Reifen drehen weniger durch, sie bauen weniger ab – am Ende ist es alles.»
Am Donnerstag verzichtete Mir bewusst auf eine Zeitenjagd. «Wir hatten Probleme mit ein paar Teilen, die nicht richtig funktioniert haben, also mussten wir den Tag etwas anpassen.» Auf eine Quali-Runde sieht sich der Spanier konkurrenzfähiger. «An Tag 2 hatte ich beim Zeitangriff das Gefühl, dass ich etwas mehr Unterschied machen kann.»
Honda 2026 mit Podest-Potenzial?
Im Renntrimm fühlt sich Mir solide aufgestellt. «Wenn morgen ein Rennen wäre, könnten wir um die Top-5 oder Top-4 kämpfen – aber nicht viel mehr», schätzte er die Pace ein. Die extrem schnellen Rundenzeiten der Ducati-Fahrer relativierte er nur bedingt. «Niedrige 1:57er-Zeiten sind nicht realistisch, aber sie fahren hohe 1:57er-Zeiten!»
Solche Runden seien für Honda derzeit kaum reproduzierbar. «Wenn ich so eine Runde fahre, ist der Reifen komplett überhitzt. Dann kommt eine 2:01», erklärte Mir. Ein nachhaltiger Rennrhythmus sei so nicht möglich.
Unterm Strich bestätigt der Sepang-Test, dass Honda nicht stehen geblieben ist. Ob allerdings wie zum Saisonende 2025 erneut Podien mit der RC213V möglich seien, ließ er offen.
Ergebnisse MotoGP Sepang-Test
Pos.
Fahrer
Hersteller
Zeiten
1.
Alex Marquez (E)
Ducati
1:56,402 min
2.
Marco Bezzecchi (I)
Aprilia
+0,124 sec
3.
Fabio Di Giannantonio (I)
Ducati
+0,383
4.
Marc Marquez (E)
Ducati
+0,387
5.
Francesco Bagnaia (I)
Ducati
+0,527
6.
Franco Morbidelli (I)
Ducati
+0,728
7.
Raul Fernandez (E)
Aprilia
+0,843
8.
Pedro Acosta (E)
KTM
+0,851
9.
Joan Mir (E)
Honda
+0,866
10.
Enea Bastianini (I)
KTM
+0,888
11.
Ai Ogura (J)
Aprilia
+0,924
12.
Alex Rins (E)
Yamaha
+1,178
13.
Brad Binder (ZA)
KTM
+1,188
14.
Maverick Vinales (E)
KTM
+1,197
15.
Johann Zarco (F)
Honda
+1,199
16.
Luca Marini (I)
Honda
+1,403
17.
Jack Miller (AUS)
Yamaha
+1,754
18.
Toprak Razgatlioglu (TR)
Yamaha
+1,924
19.
Diogo Moreira (BR)
Honda
+2,074
20.
Lorenzo Savadori (I)
Aprilia
+2,500
21.
Augusto Fernandez (E)
Yamaha
+2,876
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