Aprilia liegt vorne, Ducati hat seine Dominanz eingebüßt und Yamaha fährt hinterher. Lassen sich die MotoGP-Ergebnisse beim Saisonstart im Glutofen Thailand so einfach formulieren? Wir blicken tiefer.
Die acht schnellsten Dakar-Werkspiloten und Robbie Gordon mit seinem Monster-Hummer hatten das Biwak erreicht, die Mechaniker begannen zu schrauben. Sie hatten reichlich zu tun, bei VW, Mitsubishi und BMW. Dieter Depping bekam einen neuen, grossen Turbo – ein Routine-Tausch, wie es hiess. Dem Red-Bull-Touareg von Carlos Sainz liess man eine gepflegte Teilüberholung angedeihen, da war viel gequetscht, viel Plastik der 45-kg-Karosse zerfetzt – eine Frontscheibe besass der Matador auch nicht mehr.
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Um 5 Uhr früh am Morgen war die Sache erledigt – bei Mitsubishi noch keineswegs: Stéphane Peterhansel eilte nach seiner Dünen-Rolle ohne funktionierenden Frontkühler ins Lager; sein Vierturbo-Diesel war danach ziemlich tot. Thierry Viardot, Mitsu-Technik-Chef, führte aus: "Wir haben den Motor machen müssen, hatten den Zylinderkopf runter". Man schraubte bis zum Start, ja, über die Startzeit hinaus und holte gleich vier fette Extra-Minuten für den Franzosen heraus. Nicht gerade erfreulich, denn 15 Minuten hatte er schon gestern gefangen, weil er im Schlepp ins Ziel gezerrt worden war. Bei X-Raid-BMW war bekanntlich Al Attiyah mit einem kochenden Triebwerk eingerückt; er kam mit einem gründlichen Check davon.
Draussen in den Dünen war die Hölle los, dutzendweise fuhren sich die Autos fest. Ankamen die Rennlaster – und fuhren sich fest. Manche sitzen noch heute, gute 15 Stunden nach der Sandschlacht, eingegraben. Ratlose Teammanager suchen nach Raupenschleppern, denn normale LKW-Retter wagen sich nicht in die sandige Hölle.
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Irgendwann hatten es die Organisatoren offenbar leid. Nach 20 Wagen schlossen sie vorübergehend die Zeitnahme. Wieso dann doch eine gedruckte Ergebnisliste auftauchte, mit dem lieben Alfi Cox aus Südafrika als 39. und letztem in seinem Buggy, das wird das Geheimnis der ASO bleiben. Ihr Geheimnis wird auch bleiben, weshalb heute erst mit einer grösseren Verzögerung gestartet wurde, der sich eine zweite anschloss, die letztlich zum Start um 11.08 Uhr statt um 8.45 führte. Auf Grund eines überraschend Hochwasser führenden Flusses hatte man die ursprüngliche Distanz von 395 km auf 178 km gekürzt. Auch auf den verbleibenden Kilometern spielten sich ausreichend Dramen ab.
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Der als Erster gestartete, im Gesamt führende Al Attyah kam auch als erster ins Ziel, leider hatte er einen Wegpunkt ausgelassen. Das wird üblicherweise mit zwei bis sechs Strafstunden geahndet – nicht gerade zum Leidwesen von VW, die anschliessend mit Giniel de Villiers, Carlos Sainz und Mark Miller das Spitzen-Trio stellen dürften.
Besonders hart traf es Luc Alphand heute: Sein Beifahrer Gilles Picard kollabierte nach heftiger Schaufelei, musste mit einem Hubschrauber ausgeflogen werden. Da Luc die Zeitnahme ohne Copilot passierte, dürfte er von der weiteren Teilnahme der Dakar 2009 suspendiert werden.
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