Hans Weber vor dem WM-Finale: «Historischer Moment»
Hans Weber steht am Wochenende vor den letzten beiden Eisspeedway-WM-Finals in Heerenveen (Niederlande) vor der größten Chance seiner Karriere. Wegen des Ausschlusses der russischen WM-Teilnehmer ist er Favorit.
Einen WM-Titel gab es für deutsche Fahrer schon im Eisspeedway: 1983, vor 39 Jahren, gewann die deutsche Nationalmannschaft sensationell die Mannschafts-WM vor den Russen. Mitglied des deutschen Siegerteams: Hans Webers Vater Helmut!
In der aktuellen Einzel-WM sind vor den Rennen in Heerenveen (Start Samstag 18.30 und Sonntag 13.30 Uhr) vier Russen an der Spitze: Nikita Bogdanov vor Igor Kononov, Dmitry Koltakov und Dmitry Khomitsevich. Aus den bekannten politischen Gründen
Der 37-jährige Schlierseer (er wohnt aktuell in Valley) glaubt nicht daran, dass es Zufall ist, dass er nach über 20 Jahren als Eisspeedwayfahrer nun die Chance auf den höchsten Titel der Sportart hat: "Letztendlich bin ich jetzt in einer komfortablen Situation. Ich denke, dass jeder wie ich reagieren würde. Ich werde das jetzt so durchziehen und versuchen Weltmeister zu werden. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich das nicht schaffen kann. Ich habe schon zu Beginn meiner Karriere gesagt, dass ich Weltmeister werden will. Ich wurde für dieses Ziel belächelt. Von daher ist es egal, ob die Russen da sind oder nicht. Ich werde mein Ziel so oder so erreichen."
Was spricht für Weber und den WM-Titel?
Zunächst seine große Erfahrung und seine vielen Renneinsätze in der Saison 2021/22. Nur die Russen haben mehr Rennen gefahren als der Bayer, da Weber diese Saison die komplette russische Superliga für Kamensk-Uralskij bestritten hat. Und dann sein Speed auf jeder Bahn und in jeder Situation. Weber ist der Einzige, der den Speed der Russen hat. Außerdem hat er einen Riesenvorsprung auf den nächsten Titelkandidaten.
Was spricht gegen Weber?
Eigentlich nur, dass er öfters über das Limit hinausgeht und dann hin und wieder auch in den Strohballen landet. Doch der Oberbayer ist gerade in dieser Saison gereift und hat (fast) alles unter Kontrolle.
In die Quere könnten ihm Fahrer kommen, die sich selbst nicht unter Kontrolle haben. Es gibt WM-Piloten, die sind in dieser kurzen Saison öfters gestürzt als Weber in den letzten drei Jahren.
Hans Webers ernsthafteste Konkurrenten um die Tagessiege sind Martin Haarahiltunen, Harald Simon, Ove Ledström und Vize-Europameister Luca Bauer. Der talentierte Ledström fährt in Heerenveen sein letztes Rennen, dabei wird er nicht Kopf und Kragen riskieren.
An Hans Webers Selbstbewusstsein wird es nicht scheitern: "Ich habe mir vorgenommen, ich fahre nach Holland, hole mir den Titel und fahr wieder heim."
Startaufstellung Eisspeedway-GP Heerenveen 2./3. April 2022:
212Lukas Hutla (CZ)
24Max Koivula (FIN)
800Jasper Iwema (NL)
237Jimmy Hörnell (S)
16Luca Bauer (D, Wildcard)
412Niek Schaap (NL)
199Martin Haarahiltunen (S)
93Franz Mayerbüchler (D)
107Andrej Divis (CZ)
357Joe Saetre (N)
33Johann Weber (D)
904Joakim Söderström (S)
97Ove Ledström (S)
80Jiri Wildt (CZ)
50Harald Simon (A)
8Aki Ala-Riihimäki (FIN)
Res. 17 noch offen
Res. 18 noch offen
WM-Stand nach 2 von 4 Rennen:
1. Nikita Bogdanov, 40 Punkte
2. Igor Kononov 34
3. Dmitry Koltakov 30
4. Dmitry Khomitsevich 30
5. Hans Weber 25
6. Dinar Valeev 22
7. Ivan Kuzhin 20
8. Martin Haarahiltunen 14
9. Jasper Iwema 14
10. Igor Saidullin 13
11. Lukas Hutla 10
12. Ove Ledström 10
13. Franz Zorn 9
14. Franz Mayerbüchler 8
15. Nikita Toloknov 6
16. Aki Ala-Riihimäki 5
17. Max Koivula 2
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