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Bagger World Cup: Wie das 380-kg-Touring-Bike zur Renn-Harley wurde
Beim MotoGP-Wochenende in Austin erfolgt der Startschuss für den Bagger World Cup. SPEEDWEEK.com hat in Erfahrung gebracht, was die Teams eine Saison kostet. Auch Wildcards sind angedacht.
An diesem Wochenende beginnt in Austin der Harley-Davidson Bagger World Cup. In den USA werden die ersten beiden von insgesamt zwölf Saisonrennen gefahren. Am Start sind vier Teams und neun Fahrer. Als Ziel wurden bei der Vorstellung der neuen Rennserie letztes Jahr sechs bis acht Teams mit zwölf bis 14 Fahrern ausgegeben – dieses wurde (noch) nicht erreicht.
Zukünftig sollen mehr Teams dazustoßen. Vor dem ersten Rennwochenende in Austin hat SPEEDWEEK.com bei Harley-Davidson nachgefragt, mit welchen Kosten ein Team bei einer Teilnahme rechnen muss.
Für eine volle Saison mit zwei Bikes muss ein Team an Harley-Davidson 300.000 Euro bezahlen – also 150.000 Euro pro Motorrad. Die rennfertigen Road-Glide-Bikes werden von den Teams geleast und nicht gekauft. Bei den Leasingkosten integriert sind die Reifen für eine Saison und der Treibstoff. Für Ersatzteile, etwa nach Stürzen, müssen die Teams jedoch selbst aufkommen – diese werden bei Harley-Davidson gekauft. Beim ersten Test in Austin am letzten Wochenende gab es an zwei Tagen in 578 gefahrenen Runden nur vier glimpfliche Stürze. Es wird sich zeigen, wie der Anstieg an einem normalen Rennwochenende sein wird – in den Trainingssessions, Qualifyings und Rennen.
Die Logistik für alle Events wird von der MotoGP Sports Entertainment Group (ehemals Dorna) übernommen. Wenn die Teams am Mittwoch auf die jeweilige Rennstrecke kommen, finden sie dort ihre Bikes in den Boxenzelten vor – sie müssen sich also «nur» um die technische Crew und die Boxenausstattung kümmern. Sie benötigen keinen eigenen LKW. Am Sonntag packen die Teams ihre Sachen wieder zusammen und fahren nach Hause. Um den Ab- bzw. Weitertrainsport kümmert sich die MotoGP Sports Entertainment Group.
Die Fahrer nehmen die Teams selbst unter Vertrag. Harley-Davidson betont, dass sie sich bei der Fahrerwahl nicht einmischen und auch keine Empfehlungen abgeben. Das Gehalt für die Fahrer wird somit von den Teams aufgewendet. Harley und auch die MotoGP können jedoch einen Fahrer ablehnen, wenn dieser ihrer Ansicht nach über zu wenig Erfahrung verfügt, oder dieser sich nicht auf WM-Niveau befindet.
Alle diese Faktoren zusammengenommen schätzt Harley-Davidson die Kosten für ein Team für eine Saison mit zwei Motorrädern und zwei guten Fahrern zwischen 700.000 und 800.000 Euro. Es kann aber auch weniger sein – je nachdem, wie teuer ein Fahrer ist und wie viele Stürze produziert werden.
Viele Teams hätten Interesse gezeigt, am Ende haben dieses bislang nur vier davon in die Tat umgesetzt. Viele werden sich jedoch die erste Saison ansehen – wie die Serie bei Fans und potenziellen Sponsoren ankommt. Verhandlungen für die Saison 2027 starten vielleicht schon nach dem zweiten Event in Mugello. Wildcards sollen bereits in dieser Saison möglich sein.
Der Vertrag von Harley-Davidson mit der MotoGP ist für drei Jahre abgeschlossen – mit der Option auf zwei weitere.
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