Wechsel bei Gresini und Tech3? So könnten sich die MotoGP-Teams 2027 ändern
Nicht nur die Piloten der MotoGP fahren und verhandeln aktuell um ihre Verträge für die Zeit nach 2026. Auch mit Blick auf die Verbindungen von Werken und Teams könnten große Veränderungen anstehen.
Die MotoGP-Saison 2026 hat an Fahrt aufgenommen. Nach 4 von 44 Rennen zeichnet sich im letzten Jahr der 1000er-Ära zumindest ein spannendes Duell um die Vormachtstellung unter den Herstellern, wenn nicht gar ein Führungswechsel ab. Der sportliche Lauf von Aprilia, der sich in einer Führung in allen Wertungen der MotoGP zeigt, könnte auch Impulse geben für die laufenden Gespräche am Transfermarkt. Das gilt nicht nur mit Blick auf die Fahrer – sondern auch für die Teams.
Denn vor dem Start einer in jeder Hinsicht deutlich neu ausgerichteten Weltmeisterschaft 2027 werden auch die Verbindungen der Kundenteams mit den Werken überprüft. Gegeben ist laut MotoGP-Rechteinhaber Dorna MotoGP Sport Entertainment die bekannte Aufstellung: 22 Athleten, elf Teams und fünf Werke, so die maßgebliche Rezeptur auch für die Jahre 2027 bis einschließlich 2031.
Als sicher gilt auch, dass die Konstellation Yamaha und Pramac Racing weiterbestehen wird. Erst zur Saison 2025 hatte man die neue Partnerschaft auf breite Füße gestellt. Trotz sportlich schwerer Zeiten ist man sich einig, durchzuhalten, um Yamaha und Pramac wieder gemeinsam an die Spitze zu führen.
Stabil ist auch das Verhältnis zwischen Aprilia und der US-Mannschaft Trackhouse von Justin Marks. Es ist davon auszugehen, dass beide Seiten zwar Sondierungen vorgenommen haben, sich aber doch auf eine Fortsetzung der Partnerschaft verständigen werden. Oder andersherum – es gibt wenig Krisenpotenzial zwischen dem Werk aus Noale und den Racern aus North Carolina, denn im Jahr drei der Partnerschaft schlägt sich die Energie jetzt auch in formidablen Ergebnissen nieder In der Teamwertung rangieren die Mannschaften von Paolo Bonora und Davide Brivio vor dem US-GP auf 1 und 2.
Hohe Festigkeit zeigt auch die Verbindung LCR – Honda. Lucio Cecchinello ist seit 20 Jahren treuer, loyaler und erfolgreicher Kunde beim größten Hersteller. Die Partnerschaft mit den Piloten Johann Zarco und Diogo Moreira wird auch mit neuem Regelwerk und 850er-Prototypen weitergehen. Dennoch könnten bei Honda Veränderungen anstehen, denn die Tendenz der Japaner geht in Richtung Wachstum.
Stockt Honda mit Gresini oder Tech3 auf?
Es ist ein offenes Geheimnis, dass das Honda-Werk, in das über viele Jahre etablierte System mit mehreren Kundenteams zurückwill. 2027 wäre ein passender Zeitpunkt. Stand heute bieten sich wohl zwei Möglichkeiten für 2027. Honda könnte Gresini Racing gewinnen – in dem Fall zurück, denn die beiden Strukturen kennen sich bestens. Allein in der Königsklasse arbeitete man von 2002 bis 2014 erfolgreich zusammen. Nach der Trennung übernahm Gresini die Verantwortung, Aprilia wieder in die Königsklasse zurückzuführen. Nachdem Noale hier das Ruder selbst in die Hand nahm, erfolgte erst zur Saison 2022 der Schwenk zu Ducati.
Oder aber Honda kooperiert ab 2027 mit Tech3 Racing. Nachvollziehbar ist, dass der neue Teameigner Günther Steiner nicht nur mit KTM über eine Fortsetzung der seit 2019 bestehenden Partnerschaft verhandelt. Fakt ist: KTM wird nach den existenzgefährdenden Schwierigkeiten 2024 trotz solider Stabilisierung in Zukunft weniger Geld in den Betrieb eines Kundenteams stecken können. Und neben der technischen Kompetenz eines Werks spielt auch das Wirtschaftsmodell hinter der Partnerschaft eine mitentscheidende Rolle.
Nicht erwünscht: Ein Hersteller ohne Kundenteam
Nicht zu vergessen, die MotoGP selbst. Sollte Tech3 ab 2027 mit Honda-Motorrädern antreten, dann dürfte dies nicht die einzige Konsequenz sein. Mehrfach unterstrich das Top-Management der MotoGP, dass ein Hersteller ohne Kundenteam im Interesse der Serie ist. Damit läge dann ein Wechsel von Gresini in Richtung KTM nahe, um das bestehende System mit mindestens einem Kundenteam aufrechtzuerhalten.
Nicht auszuschließen ist ein doch teilweise runderneuertes Bild im Fahrerlager der MotoGP ab 2027. Ducati könnte dann mit nur noch vier Prototypen (in Farben von Lenovo und VR46) vertreten sein. Vorstellbar wäre aber auch, dass Ducati Honda im Kampf um ein zweites Kundenteam aussticht und sich Tech3 mit Ducati verbindet. Hier gilt es, die vermeintliche technische Schlagkraft und die erforderlichen Budgets zu bewerten.
Wer das schnellste MotoGP-Motorrad mit 850 ccm baut, ist ungewiss. Manches deutet jedoch darauf hin, dass Honda das günstigere Paket für ein MotoGP-Kundenteam anbieten kann und sich das Gefüge im Fahrerlager allein aus wirtschaftlicher Notwendigkeit ändern wird. Schnellschüsse sind und neue Verträge zwischen Teams und Herstellern sind derzeit nicht zu erwarten Denn in erster Instanz müssen die Vertragswerke der involvierten Werke mit der
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