F1-Motoren 2027/2028: Mehr Power durch V6-Verbrenner, weniger Elektrik!
Vor dem GP-Wochenende von Barcelona haben sich Autosport-Weltverband FIA, die Formel 1 und die Motorenhersteller auf einen Kompromiss geeinigt – mehr Leistung vom Verbrenner, weniger Elektrik.
Seit Monaten war das ein Zankapfel: Mit welcher Gewichtung soll künftig in der Formel 1 gefahren werden beim Verhältnis Verbrenner und Elektrik? 2026 liegen wir da bei 53% vom Verbrennungs-Motor, 48 durch die Elektrik.
Seit Wochen wurde darum gefeilscht, wie das Verhältnis verändert werden kann, dass alle Beteiligten halbwegs damit leben können. Klar war – wer alles richtig gemacht hatte, der wollte natürlich keine Veränderungen, wer im Rückstand ist, für den sind Änderungen hochwillkommen. Nun ist der Kompromiss gefunden.
Am Abend des 10. Juni teilt die FIA mit: Die FIA, die FOM, die Teams und die Hersteller von Antriebseinheiten haben sich auf ein Paket von Änderungen an den technischen, sportlichen und finanziellen Vorschriften der Formel 1 für die Jahre 2027 und 2028 geeinigt.
Die Einigung ist das Ergebnis von Gesprächen, die seit den Eröffnungsrennen der Saison 2026 geführt wurden, nachdem Bedenken hinsichtlich des Energie-Managements im Rahmen der neuen Vorschriften für Antriebseinheiten aufgekommen waren.
Die vorgeschlagenen Änderungen zielen darauf ab, Probleme im Zusammenhang mit dem Energie-Management und den Eigenschaften des Kraftstoffenergie-Flusses zu beheben und das Qualifying spannender zu gestalten, ohne dabei die positiven und aufregenden Rennen zu beeinträchtigen, die durch die neuen Vorschriften entstehen.
Das Paket sieht eine schrittweise Neugewichtung der Beiträge von Verbrennungsmotor und Energierückgewinnungssystem über die Saisonen 2027 und 2028 vor. Es umfasst gezielte Anpassungen der Leistung des Verbrennungsmotors, des Kraftstoffdurchsatzes und des Einsatzes des Energierückgewinnungssystems sowie eine erhöhte Flexibilität beim Energiemanagement.
Konkret bedeutet das: Die Power des Verbrennungs-Motors wird schrittweise erhöht. Die Internal Combustion Engine (ICE) leistet 2026 400 kW (543,8 PS), das wird durch 5% mehr Benzin-Durchfluss 2027 erhöht auf 420 kW (571 PS), mit 10% mehr Benzin-Durchfluss 2028 auf 450 kW (611 PS).
Die maximale elektrische Power beträgt 2026 350 kW (475,9 PS), sie wird für 2027 und 2028 gesenkt auf 300 kW (407,9 PS).
Im Overtake Mode (der maximalen Leistung beim Überholen) bleibt es bei 475,9 PS oder 350 kW.
Das Kräfteverhältnis zwischen Verbrenner und Elektrik beträgt in dieser Saison 53:47, in der Saison 2027 wird das 58:42 sein und 2028 dann 60/40.
Die Entscheidung ist brisant: Vor wenigen Wochen war, ein wenig vorschnell, berichtet worden, das Kräfteverhältnis betrage schon 2027 60:40. «Und das ist das Mindeste, was ich erwarte», sagte dazu Max Verstappen. Nun kommt das aber erst 2028.
Audi-CEO Gernot Döllner betonte noch in Monaco, er wolle keine Änderung auf 60:40, «weil das für uns eine grosse Umstellung bedeuten würde, zudem würde das Mittel binden, die wir unter dem Finanzdeckel woanders einsetzen wollen.» Auch Ferrari wollte keine Umstellung schon für 2027.
Für eine frühere Änderung hatten sich Mercedes und Red Bull Powertrains/Ford ausgesprochen, Honda äusserte sich bis zuletzt undurchsichtig, und auch die Position von General Motors (künftiger Motorenlieferant von Cadillac) war unklar.
Die FIA weiter: Ebenfalls enthalten sind unterstützende Massnahmen in Bezug auf die Lieferbedingungen für Antriebseinheiten, den Rennbetrieb und die entsprechenden Finanzvorschriften.
Das Formel-1-Reglement für 2026 wurde in enger Zusammenarbeit zwischen der FIA, der FOM, den Teams und den Herstellern von Antriebseinheiten entwickelt und vereinbart. Diese jüngsten Änderungen spiegeln die Fortsetzung dieser Zusammenarbeit wider, in der alle Beteiligten gemeinsam daran arbeiten, den Rahmen zu verfeinern und festgestellte operative Herausforderungen anzugehen.
Die vorgeschlagenen Änderungen werden dem Weltmotorsportrat am 23. Juni in Macau zur Genehmigung vorgelegt.
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