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Formel 1 erklärt: So funktioniert ein Team-Motorhome
Jedes Formel-1-Team hat ein eigenes Motorhome. SPEEDWEEK.com durfte bei Cadillac reinschauen. Wie lange der Aufbau dauert. Wer wo untergebracht ist. Und welche versteckten Räume es gibt.
Die Formel 1 ist zurück in Europa. Das bedeutet: Die Motorhomes sind zurück! Motorhomes sind mehrstöckige mobile Teamhäuser mit Gästebereichen, ganzen Küchen und allem, was die Teams für die Rennwochenenden brauchen. Sie werden mit Trucks von Rennstrecke zu Rennstrecke gefahren und dort auf- und wieder abgebaut. Bei den Überseerennen werden die Teams in Gebäuden an der Strecke einquartiert. Mit dem Beginn der Europa-Saison in Monaco war entsprechend auch Beginn der Motorhome-Saison.
SPEEDWEEK.com durfte in Monaco in der ganz neuen Hospitality von Formel-1-Neuling Cadillac vorbeischauen und ließ sich erklären, wie ein Motorhome entsteht, welche versteckten Räume es gibt und wie der Auf- und Abbau funktioniert.
In diesem Jahr war es im Fahrerlager von Monaco besonders eng. Weil nicht mehr nur zehn, sondern elf Teams in der Formel 1 fahren, wurde es im Mini-Paddock im Fürstentum noch enger als ohnehin schon. Da hilft es ein wenig, dass Red Bull Racing und die Racing Bulls traditionell auf den Hafen umziehen und ihre Hospitality in der Red Bull Energy Station auf Pontons im Port Hercules haben. Doch im Land-Paddock bleibt es eng: In diesem Jahr wurde neu ein riesiges mehrstöckiges Paddock-Club-Gebäude aufgebaut – und erstmals ein Motorhome von Cadillac. Die Team-Gebäude stehen dicht an dicht, keine zwei Meter sind zwischen den Gebäuden. Der Eingang ist nur knapp vorm Zaun, der Paddock vom Hafengelände trennt.
Cadillac stand als Neuling ganz hinten im engen Fahrerlager von Monaco. Der von außen schwarz-silberne Quader mit einer Grundfläche von 15 mal 17 Metern war am Hintereingang des Paddocks aufgebaut.
Neues Motorhome vom deutschen Hersteller
Eine Premiere: Als neues Team brauchte Cadillac eine komplett neue Hospitality. An dem neuen Motorhome vom deutschen Hersteller Schuler wurde 13 Monate konstruiert und gebaut. Es besteht aus 36 Würfelmodellen. Cadillac schätzt, dass zwischen 40 und 50 Menschen am Projekt Motorhome beteiligt waren.
Drei Stockwerke ist es hoch: Unten im Erdgeschoss (First Floor bei den Amerikanern) sind ein Bereich für Interviews und Treffen, die Zentrale der Kommunikationsabteilung, ein großer Gästebereich und die Hauptküche untergebracht. Im ersten Stock ist der Bereich für die Team-Partner. Dort gibt es auch eine zweite, kleinere Küche und Terrassen. Die zweite Etage ist dem Top-Management vorbehalten. Versteckt im zweiten Stock gibt es auch Duschen. Verrückt: Wenn man in der Hospitality steht, könnte man meinen, es sei ein dauerhaftes Gebäude. Kein Hauch von Wohnwagen-Flair.
Was auffällt: Die Fahrer haben im Motorhome von Cadillac keinen eigenen Bereich. Sie können die Anlagen wie z.B. Duschen natürlich nutzen. Ihre Fahrerräume hat Cadillac aber in der Garage untergebracht.
21 Lkws; ein Kran fährt mit
Am Sonntagabend begann bereits der Abbau. Das Packen beginnt bei den Europarennen traditionell schon im Rennen. Das dreistöckige Gebäude wurde dann auf 21 Lkws verladen, die es zur nächsten Rennstrecke fahren. Auch ein Kran ist Teil des Konvois. In diesem Fall ist das nächste Ziel Barcelona, also nur gut 6,5 Autostunden entfernt (mit Lkw etwas länger). Die Abreise aus Monaco ist allerdings komplizierter als auf anderen Kursen: Weil das Fürstentum klein und verwinkelt ist, ist die Ausfahrt der Team-Trucks strikt geregelt.
Zwölf Stunden dauert der Aufbau in Barcelona von den Wänden bis hin zur letzten Kaffeetasse. Für die späteren Rennwochenenden wird ein Zeitfenster von acht bis zehn Stunden angepeilt. Acht Techniker bauen auf- und ab. Der Zeitplan ist eng: Auf dem Circuit de Catalunya muss am Donnerstagmorgen für den Medientag schon wieder alles parat stehen.
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