3. Training Mexiko: Norris 1/1000 vor Antonelli, Verstappen P5, Hamilton P6
Drittes freies Training zum Mexiko-GP: Norris fährt Bestzeit, knapp vor WM-Leader Antonelli. Leclerc auf P3, Verstappen P5. Pech für Audi, Ocon-Nachfolger Ryo Hirakawa auf Platz 19.
Letzter Probegalopp im Autódromo Hermanos Rodríguez von Mexiko-Stadt: Im dritten freien Training ging es darum, die Abstimmung der Rennwagen zu optimieren und für das kommende Abschlusstraining zu üben.
Bei freundlichen Bedingungen (22 Grad Lufttemperatur, die Rennstrecke 43 Grad warm) brannte der Japaner Ryo Hirakawa auf den Einsatz: Nachdem Haas ihn statt Esteban Ocon ins Auto gesetzt hat, steht fest – der zweifache Langstrecken-Weltmeister Hirakawa wird zum ältesten Formel 1-Neuling seit André Lotterer in Belgien 2014, der Deutsche war damals in Francorchamps 32 Jahre alt, Hirakawa ist ebenfalls 32.
Er wird zum 23. GP-Fahrer aus Japan und zum 783. Fahrer in der Historie der Formel-1-Weltmeisterschaft seit Anfang 1950. Wenig verwunderlich, dass Hirakawa mit grünem Licht am Ende der Boxengasse sofort auf die Bahn ging.
Der degradierte Esteban Ocon übrigens heute nicht an der Rennstrecke.
Gleich wieder von der Bahn ging hingegen Gabriel Bortoleto: rauchender Motor bei Audi. Dies, nachdem der Brasilianer am Funk deponiert hatte: «Mit dem Motor stimmt etwas nicht.»
In den ersten zehn Minuten Magerkost für die Fans: nur fünf Autos auf der Bahn. Nico Hülkenberg mit Bestzeit, Hirakawa Letzter.
Üble Nachrichten bei Audi: Die Deutschen bestätigten, dass die Pause für Gabriel Bortoleto mindestens 20 Minuten dauern wird. Die fleissigen Mechaniker machten sich auf die Suche nach einem Leck.
Probleme auch beim zweifachen Champion Fernando Alonso: Ein stotternder Motor, dann wie aus dem Nichts ein Dreher. Der Spanier am Funk: «Keine Leistung in Kurve 1 hinein, und das Runterschalten funktioniert auch nicht.»
Nach einer Viertelstunde mehr Betrieb auf er Bahn, darunter Weltmeister Lando Norris und Bald-Weltmeister Kimi Antonelli. Der 20-jährige Italiener übernahm standesgemäss die Führung.
Norris versemmelte seine Runde, als er in Kurve 11 von der Bahn geriet.
Bei Audi wurde der Unterboden entfernt, von Flüssigkeit eingesaut wie am Freitag, also wirklich ein Leck. Der bedauernswerte Bortoleto musste Geduld zeigen – und dann war Feierabend. Audi wechselte die Antriebseinheit aus.
Wo war Ferrari? Lewis Hamilton nach 20 Minuten auf P3 hinter den beiden Mercedes von Antonelli und Russell, alle übrigens auf mittelharten Pirelli-Reifen. Dann wurde Hamilton die Runde gestrichen.
Dann kam Charles Leclerc, der am Freitag zwei Mal Bestzeit gefahren hatte: Zuerst wilder Ritt über einen Randstein, dann einen Hauch schneller als Antonelli, Ferrari wieder in Führung.
Kurz darauf konterte Antonelli, 62 Tausendstel vor Charles Leclerc und 146 Tausendstel vor Max Verstappen, dann Norris, Russell und Piastri, Hülkenberg auf P11.
Lewis Hamilton nahm einen frischen Anlauf, und dieses Mal machte Hamilton das besser: neue Bestzeit auf jener Bahn, auf welcher er 2017 und 2018 Weltmeister geworden ist. Weniger später war Hamilton schon wieder zweite Geige – der Monegasse Leclerc war 83/1000 schneller.
Stand nach 30 Minuten: Leclerc, Hamilton, Antonelli, Piastri, Russell, Verstappen, Norris, all diese Piloten auf mittelharten Reifen.
Leclerc und Hamilton spielten weiter Bestzeiten-Ping-Pong, nun wieder Hamilton vorne (23 Tausendstel vor Charles).
Red Bull Racing-Pilot Isack Hadjar zeterte am Funk: «Das ist das schlimmste Auto, das ich am ganzen Wochenende gefahren habe, es ist schrecklich. Vorne links fühlt sich der Wagen an, als sei etwas blockiert.» Der Pariser auf P8.
An der RBR-Box wurde bemerkt, dass sich ein Trümmerteil in der Vorderrad-Aufhängung verfangen hatte, danach rückte Isack auf P4 vor.
Lokalheld Sergio Pérez war nur eine Aufwärmrunde lang auf der Bahn, dann holte Cadillac den Mexikaner von der Bahn: Problem mit der Antriebseinheit, Motorwechsel für die Quali, keine weitere Teilnahme am freien Training.
Max Verstappen hatte ein Problem mit der Antriebseinheit, daher eine längere Zwangspause.
Aston Martin holte Lance Stroll an die Box: «Wir haben ein Problem mit dem Auto, Lance, du musst hereinkommen.»
20 Minuten vor Schluss Max Verstappen (noch immer auf mittelharten Reifen) nur auf P7, der Wagen lag sichtlich unruhig.
Bei Haas fiel auf: Viele Fahrfehler von Oliver Bearman, dazu zeigte ein Vergleich – der erfahrene Japaner Hirakawa in den langsamen Kurven besser als der junge Engländer.
Dann endlich Action auf weichen Reifen. George Russell mit zwei Aufwärmrunden, um die vorderen Reifen sorgsam auf Temperatur zu bringen. Dann der Engländer am Funk: «Wir hätten es nach nur einer Runde versuchen sollen.» Russell dennoch mit Bestzeit, 45 Tausendstel vor Leclerc. Aber George schimpfte: «Ich habe in Kurve 12 null Grip auf der Hinterachse.» Dort kämpften die Piloten mit einem gemeinen Rückenwind.
Ein Lebenszeichen von McLaren: Lando Norris neu vorne, eine gute Viertelsekunde vor Russell. Dann Piastri hoch auf P2, zwei McLaren vorne.
WM-Leader Antonelli liess sich das nicht bieten: Neue Bestzeit, 272/1000 vor Norris.
Würden die Gegner darauf eine Antwort haben? Leclerc brach einen Versuch nach wildem Randsteinritt ab, Verstappen hoch auf P3, aber 0,350 sec hinter Antonelli.
Zum Schluss rückte Leclerc hoch auf P2 hinter Antonelli, danach zeigte Lewis Hamilton einen üblen Quersteher zurück zu Start und Ziel, daher nur P6 hinter Verstappen.
Der Niederländer ist mit seinem Auto gar nicht happy: «Diese Bremsen sind einfach schrecklich.»
Zum Schluss wurde alles wieder anders: Zuerst Lando Norris eine Tausendstelsekunde vor Antonelli, dann Leclerc mit bestem ersten Sektor – aber dann einem Fahrfehler, P3 für den Monegassen.
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