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Formel 1Kolumne

Alarm beim China-GP: Geisteskranker zielt auf Ferrari

​Die Königsklasse feierte 2019 auf dem Shanghai International Circuit den 1000. WM-Lauf der Formel 1, dann folgte eine fünf Jahre lange Pause. Wir beleuchten einige Kuriositäten rund um den Grand Prix von China.

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Ferrari-Fahrer Charles Leclerc
Ferrari-Fahrer Charles Leclerc
Foto: Ferrari
Ferrari-Fahrer Charles Leclerc
© Ferrari

Natürlich hätte der 1000. Formel-1-WM-Lauf auf eine Traditionsrennstrecke gehört, nach Silverstone (wo 1950 der erste Lauf ausgetragen wurde), nach Francorchamps oder nach Monza. Aber es wurde nun mal Shanghai.

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Die Formel 1 zeigte 2019 im weiträumigen Fahrerlager des Shanghai International Circuit allerlei Memorabilien: Lenkräder, Pokale, Modelle legendärer Rennwagen, Formel-1-Motoren. Der Funke sprang dennoch nie so richtig über, denn das Herz der Formel 1 schlägt eben in Europa, nicht in China.

Wer hätte damals ahnen können, dass die Königsklasse fünf Jahr lang nicht nach Shanghai zurückkehren würde? Die Corona-Pandemie und zähe Verhandlungen mit den Organisatoren folgten, erst 2024 war die Königsklasse wieder in China zu Gast und kehrte damit auf eine Strecke zurück, wo allerlei Bemerkenswertes geschah.

Als der Shanghai International Circuit 2004 eröffnet wurde, galt er als die teuerste Rennanlage der Welt – mit Baukosten von (offiziell nie bestätigten) 500 Millionen Dollar.

Rennstreckenarchitekt Hermann Tilke erzählte mir zum Bau: "Wir mussten in China ganz neue Lösungswege finden, um überhaupt ein Fundament legen zu können."

Konkret bedeutet das: Selbst heute noch befindet sich unter der Rennstrecke Sumpf, die Piste lagert auf mehr als 40.000 Betonpfählen, die bis zu 80 Meter tief in den Boden getrieben wurden, darauf konstruierten Tilke und seine Kollegen eine Schicht aus Styropor. Die modellierte Landschaft besteht aus Kunststoff, mit zwei Metern Erde darauf.

Tilke vertieft: "Die Herausforderungen des besonderen Untergrunds waren das Eine; wir standen oft auch vor Schwierigkeiten, weil Bauen in anderen Ländern eben nicht mit der Arbeit zuhause zu vergleichen ist. Da muss man sich einstellen auf lokale Gegebenheiten oder andere Bautechniken."

Der grösste Gegner beim Bau einer Rennstrecke ist immer die Zeit. "Wir müssen immer zu einem bestimmten Termin fertig werden", sagte Tilke, "Verspätungen können wir uns nicht leisten." So wuselten vor mehr als zwanzig Jahren teilweise bis zu 15.000 Fachkräfte auf dem Gelände herum, um alles rechtzeitig fertig zu bekommen.

Das Layout des Kurses erinnert aus der Vogelperspektive an das chinesische Zeichen "shang", was auf Deutsch über oder oben bedeutet.

Das Pressezentrum liegt 140 Meter über Boden, in einem der beiden gewaltigen, flügelförmigen Elemente über der Start/Ziel-Geraden.

Kurios und verstörend, was 2015 passierte: Gut eine Viertelstunde nach Beginn des zweiten freien Trainings rannte ein schwarzgekleideter Mann, offenbar von der Haupttribüne kommend, quer über die Start/Ziel-Gerade, ungefähr auf Höhe der Ziellinie, und hechtete gekonnt über die Boxenmauer Richtung Ferrari-Garage.

Der Mann eilte zielstrebig zur Ferrari-Box, wurde jedoch kurz davor von Sicherheitskräften überwältigt, bevor er in den Bereich der damaligen Ferrari-Fahrer Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen eindringen konnte.

Augenzeugen zufolge hatte der Mann auf Chinesisch lautstark geäussert, er wolle ein Formel-1-Auto fahren.

Bis heute haben die Organisatoren nicht enthüllt, um wen es sich gehandelt hat und in welcher Form der Mann allenfalls bestraft worden ist.

Grosser Preis von China: Das goldene Buch

2004: Rubens Barrichello (BR), Ferrari

2005: Fernando Alonso (E), Renault

2006: Michael Schumacher (D), Ferrari

2007: Kimi Räikkönen (FIN), Ferrari

2008: Lewis Hamilton (GB), McLaren-Mercedes

2009: Sebastian Vettel (D), Red Bull Racing-Renault

2010: Jenson Button (GB), McLaren-Mercedes

2011: Lewis Hamilton (GB), McLaren-Mercedes

2012: Nico Rosberg (D), Mercedes

2013: Fernando Alonso (E), Ferrari

2014: Lewis Hamilton (GB), Mercedes

2015: Lewis Hamilton (GB), Mercedes

2016: Nico Rosberg (D), Mercedes

2017: Lewis Hamilton (GB), Mercedes

2018: Daniel Ricciardo (AUS), Red Bull Racing-Renault

2019: Lewis Hamilton (GB), Mercedes

2020 bis 2023: kein Rennen

2024: Max Verstappen (NL), Red Bull Racing

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