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Antonio Giovinazzi im Sauber: Fahrverbot von Ferrari?

​In Italien wird berichtet, es sei beschlossene Sache, dass Ferrari-Zögling Antonio Giovinazzi auch in China und Bahrain für Sauber-Fahrer Pascal Wehrlein einspringe. Aber will das Ferrari überhaupt?

Formel 1

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Die italienischen Zeitungen neigen hin und wieder zu vorschnellen Schlüssen, also ordnen wir das einmal so ein: Der 23jährige Ferrari-Schützling Antonio Giovinazzi, so wird südlich der Alpen berichtet, werde auch in China und Bahrain den Sauber von Pascal Wehrlein pilotieren. Kleiner Schönheitsfehler an der ganzen Geschichte: Sauber will in Shanghai und in der Wüste von Sakhir Mercedes-Nachwuchsfahrer Wehrlein im Wagen sehen. Und überhaupt: Es gibt Bestrebungen innerhalb von Ferrari, Giovinazzi höchstens noch einmal in den Sauber zu setzen.

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Aber der Reihe nach.

Fakt ist: Der junge Italiener Antonio Giovinazzi ist dritter Mann von Ferrari, also offizieller Reservist der beiden Weltmeister Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen, sollten der Deutsche oder der Finne aus irgend einem Grund nicht einsatzfähig sein.

Fakt ist auch: Giovinazzi ist Leihgabe an Sauber, weil Pascal Wehrlein noch nicht im Vollbesitz seiner Kräfte ist. Im Januar hatte sich der Sigmaringer beim Race of Champions in Miami verletzt, daher musste er den ersten Wintertest in Barcelona sausen lassen.

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In Melbourne stieg er nach dem ersten Tag aus. "Ich erkannte einfach in längeren Läufen, dass die Fitness noch nicht genug ist. Und das ist eben der Unterschied zu den Testfahrten in Spanien. Da bin ich nicht so lange gefahren wie hier, und bei Tests musst du auch nicht immer volle Kanne fahren. Hier schon. Und ich bin in Barcelona natürlich auch keine 58 Runden am Stück gefahren. Aber wenn ich nicht meine volle Leistung bringen kann, dann muss ich dem Team gegenüber fair sein und sagen – es geht einfach nicht. Wenn ich das durchstiere, und ab einem gewissen Punkt im Grand Prix bin ich nur noch mit meinem Körper beschäftigt, nicht mit meiner eigentlichen Aufgabe als Rennfahrer, dann ist das nicht gut für mich und auch nicht gut für den Rennstall."

Was auffiel: Wehrlein lag am ersten Tag hinter Marcus Ericsson, zunächst um 1,2 Sekunden, dann um eine halbe Sekunde. Das gab zu denken: Ein Pilot vom Kaliber Wehrleins sollte mindestens auf Augenhöhe mit dem Schweden fahren.

Giovinazzi hingegen kletterte am Samstagmorgen in den Sauber, war sofort auf Zeiten und hätte im ersten Quali-Segment um ein Haar seinem skandinavischen Stallgefährten den Einzug ins Quali 2 verwehrt. Im Rennen wurde der Italiener solider Zwölfter, um nachher in Selbstkritik zu verfallen: "Ich bin zu konservativ gefahren, in der Quali wie im Rennen."

Das Fahrerlager ist trotzdem beeindruckt davon, wie sich Giovinazzi geschlagen hat. Ganz offenbar reift hier ein Hoffnungsträger für die italienischen GP-Fans heran. Zur Erinnerung: Der letzte Formel-1-Sieger aus Italien war Giancarlo Fisichella in Malaysia 2006.

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Sauber-Teamchefin Monisha Kaltenborn beteuert, Pascal Wehrlein werde am Freitagmorgen, 7. April in China wieder im Sauber sitzen. Viele Insider im Fahrerlager sind nicht davon überzeugt, ob Pascal seinen Trainingsrückstand mit nur einer zusätzlichen Trainingswoche wettmachen kann – denn Anfang kommender Woche muss er ja bereits im Flieger Richtung Shanghai sitzen.

Vielleicht ist das die Grundlage für die Berichte in Italien, wonach längst klar sei, dass Antonio auch in China und Bahrain fahre.

Aber es gibt einen Grund, der dagegen spricht: Wir haben in diesem Jahr in Bahrain (18./19. April) sowie auf dem Hungaroring (1./2. August) Testfahrten innerhalb der Saison, dazu sind zwei Tage nach dem WM-Finale von Abu Dhabi geplant (28./29. November). Die FIA hat im Testreglement verankert, dass die Hälfte der Testtage für den Nachwuchs investiert werden müssen. Als Nachwuchs definieren die Regelhüter der FIA: Ein junger Fahrer darf nicht mehr als zwei Grands Prix absolviert haben.

Will heissen: Würde Giovinazzi in China und Bahrain tatsächlich den Sauber von Wehrlein lenken, dürfte er nicht mehr als Nachwuchspilot für Ferrari testen. Und das ist nicht im Interesse von Ferrari.

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