Bahrain-Sieger Max Verstappen: Start grauenvoll, der Motor wie abgestorben
Es hat geklappt für Max Verstappen: Der sechste Podestplatz in den vergangenen sieben Rennen ist endlich ein erster Platz, Sieg für den Niederländer beim Bahrain-GP in Malaysia. Max ist erleichtert.
Noch vor wenigen Tagen hatte der vierfache Formel-1-Champion Max Verstappen festgehalten: «Mein Ziel für die restlichen Rennen 2026 besteht darin, noch mindestens ein Rennen zu gewinnen. Wir hatten uns dabei für Baku grosse Chancen ausgerechnet, aber dann hat es gegen George Russell ganz knapp nicht gereicht. Ich hoffe, wir erhalten nochmals eine solche Möglichkeit.»
Von erhalten kann keine Rede sein. Red Bull Racing-Ford war mit Max Verstappen schon am Freitag voll bei der Musik.
Am Samstag zunächst mal seine 49. Pole-Position (seine erste seit Abu Dhabi 2025, die erste für Ford seit Rubens Barrichello im Stewart-Ford 1999 in Magny-Cours!), und am Sonntag war der Niederländer ohne Wenn und Aber der schnellste Mann auf der Bahn – 72. GP-Sieg, sein erster in dieser Saison (und der erste seit dem WM-Finale 2025 in Abu Dhabi), sein dritter beim Bahrain-GP (nach 2023 und 204) und sein zweiter auf dem Sepang International Circuit nach 2017. Gleichzeitig ist dies sein 135. Podestplatz.
Verstappens Rennstall Red Bull Racing feiert in Malaysia den 131. GP-Erfolg der Firmengeschichte, den fünften beim Bahrain-GP und den sechsten in Malaysia. Für Ford ist es der erste Formel-1-Sieg seit Giancarlo Fisichella 2003 mit dem Jordan-Ford in Brasilien.
Verstappen erzählt nach 309 Tagen ohne GP-Sieg: «Das ist wirklich ein besonderer Tag für uns. Wir hatten einen sehr komplizierten und harten Start ins Jahr mit allen möglichen Problemen und waren einfach nicht wettbewerbsfähig genug.»
«Aber im Laufe des Jahres hat das Team sehr hart daran gearbeitet, unsere Probleme zu verstehen und das Auto fahrbarer zu machen. Schritt für Schritt sind wir dem Sieg näher gekommen, und an diesem ganzen Wochenende waren wir in guter Form.»
«Dieses Rennen zu gewinnen, das ist erstaunlich, denn dieser Grand Prix war ziemlich kompliziert. Es wurde uns nicht leicht gemacht in Bezug auf all die Entscheidungen, die wir treffen mussten, und dann noch das Safety-Car zum Ende, aber wir sind ruhig geblieben und haben alle richtigen Entscheidungen mit den Reifen getroffen.»
«Es tut sehr gut, nach einem solch komplexen Grand Prix zu gewinnen und auch unseren ersten Sieg mit unserem eigenen Motor zu feiern. Das ist ein unglaubliches Projekt mit vielen Partnern und vielen Menschen, die sehr lange und sehr hart dafür geackert haben, dass wir jetzt hier sind – ein fantastisches Gefühl.»
Nach einem Sieg sah es zu Beginn des Rennens nicht aus. Denn die beiden Mercedes flogen nur so an Pole-Mann Max Verstappen vorbei. Was ging Max in diesem Moment durch den Kopf? Verstappen grinst: «Mein Start war grauenvoll. Wieder mal die Kupplung kommen lassen – und keine Power! Der Motor ist so gut wie abgestorben. Aber dann muss man sich einfach auf die neue Lage einstellen und versuchen, nicht zu heftig zu reagieren, mam muss sich einfügen und probieren, seine Position zu halten. Ich wusste: Das Rennen wird lang, es kann noch viel passieren, und Schritt für Schritt konnte ich den Rückstand aufholen. Dann hatte ich einen schönen Kampf auf den Slicks mit Kimi. Es war in einigen Kurven ziemlich rutschig, aber das hat Spass gemacht.»
Nach dem Fallen der Zielflagge war Jos Verstappen, Papa von Max, sehr gerührt. Max holt ein wenig aus: «Wir haben alle sehr viel investiert. Jeder kennt meine enge Beziehung zu Vater, wir verstehen uns wirklich gut aus all den Jahren, die wir zusammen damit verbracht haben, auf unser Ziel in der Formel 1 hinzuarbeiten. Also ist er immer noch im Hintergrund präsent. Er kommt nicht mehr zu jedem Rennen, aber wenn er da ist, reden wir viel über alles. Und er weiss auch alles.»
«Auch für ihn war der Saisonbeginn nicht so schön anzusehen, so wie es für mich nicht schön war, ein widerspenstiges Auto zu fahren. Aber dann zu sehen, wie das Team Fortschritte macht und nie aufhört hart zu arbeiten und dann so etwas zu schaffen wie hier heute, das ist für alle erstaunlich und bewegend.»
«Der Team-Geist bei Red Bull Racing ist sehr gut. Wir sind alle auf der gleichen Linie und verstehen uns wirklich gut. Es macht mir sehr viel Spass, mit dieser Mannschaft zu arbeiten, und deshalb sind auch alle jetzt so super-glücklich, dass wir endlich ein solches Ergebnis feiern dürfen.»
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