Charles Leclerc (Ferrari/5.) perplex: «Es lief alles schief, frustrierend»
Charles Leclerc war in Zandvoort bisweilen der schnellste Mann auf der Bahn, aber aus seinem 55. Podestplatz wurde nichts: P5 für den Monegassen. Was hat Ferrari in den Niederlanden falsch gemacht?
Charles Leclerc zeigte in Zandvoort einen kampfstarken Sprint, und er verkaufte seine Haut auch im Grand Prix teuer: Im ersten Teil des Rennens hetzte er Mercedes-Fahrer George Russell, bis Mercedes den Briten an die Box holte, für frische Reifen.
Stand in Runde 29: Antonelli, Norris, Russell, Piastri, Leclerc, Hamilton, Lawson, Alonso, Hülkenberg, Sainz.
In Runde 34 attackierte Leclerc den McLaren-Fahrer Piastri, aussen in Kurve 1, dann innen in Kurve 2 – und quetschte sich vorbei! Der Monegasse neu Vierter. Hamilton sofort wie eine Klette an Piastri, um ebenfalls vorbeizugehen. Hamilton krallte sich Piastri in Kurve 1, Piastri also innerhalb von einer Runde mit zwei Rängen Verlust.
Dann wurde es heiss bei Ferrari. Denn Hamilton forderte ungeschminkt, man möge ihn bitteschön an Leclerc vorbei lassen: «Ich bin schneller als Leclerc, meine Reifen sind besser.»
Ferrari wollte Leclerc reinholen, um Hamilton freie Fahrt zu geben, aber dazu hatte Charles keine Lust, er blieb zwei Runden länger draussen als geplant.
Zwischendurch war Leclerc der schnellste Mann auf der Bahn, und die Ferrari-Entscheidung, in einer letzten VSC-Phase im letzten Rennteil Hamilton und Leclerc frische weiche Reifen zu geben, die war richtig. Aber es reichte nicht mehr für Hamilton, Russell Platz 3 abspenstig zu machen, und es reichte auch nicht mehr für Leclerc, Hamilton in Bedrängnis zu bringen (was noch lustig hätte werden können).
Wieso letztlich also Ferrari nur mit P5 für Leclerc und P4 für Hamilton? Charles findet: «Das war ein ein frustrierendes Rennen, denn es lief alles schief aufgrund von Faktoren, die wir nicht beeinflussen können.»
«Zum Beispiel kam die virtuelle Safety Car-Phase für uns zu einem schlechten Zeitpunkt. Positiv ist, dass unser Tempo gut war. Das war ein schönes Überholmanöver gegen Piastri, und mein Reifen-Management war gut.»
Und wie war das nun mit Hamilton? Charles: «Also ich bin nie aufgefordert worden, meinen Platz preiszugeben. Ich habe mich auf mein Tempo konzentriert und versucht, bei meinem Rennen mein Bestes zu geben. Ja, es wurde am Funk diskutiert – aber da ging es darum, welche Runde die wohl beste für meinen Boxenstopp wäre, unabhängig von Hamilton hinter mir.»
Fazit des neunfachen GP-Siegers: «Wir hatten guten Speed, aber wir müssen es schaffen, in der Quali besser abzuschneiden. Stehen wir in der Aufstellung weiter vorne, dann schaffen wir es auch aufs Podest.»
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