George Russell 3. nach unnötiger Stallorder: «Kimi hätte mich eh überholt»
Platz 3 für George Russell im unterhaltsamen Niederlande-GP: Der Brite muss sich Norris und Antonelli beugen, auch deshalb, weil Mercedes ihn bat, Platz für Kimi zu machen. Was völlig unnötig war.
30. Podestplatz für Mercedes-Fahrer George Russell beim spektakulären Traditions-GP der Niederlande in Zandvoort – Rang 3 hinter Lando Norris und Kimi Antonelli. Das Gesicht des 28-jährigen Brite sagt nach dem attraktiven Formel-1-WM-Lauf alles – ein Pokerface und nette Worte über den Arbeitgeber. Aber glücklich kann er über die entscheidenden Szenen nicht sein.
«Kein einfaches Rennen für mich», sage der siebenfache GP-Sieger, «ich verlor am Start eine Position, da hat mich Piastri kalt erwischt. Im späteren Verlauf des Rennens tat ich mich schwer, noch Speed aus meinen alten Reifen zu holen.»
Russell ist Mannschaftsspieler genug, die Situation bei Mercedes von sich aus gar nicht anzusprechen. Denn Mercedes hatte eine späte virtuelle Safety Car-Phase für einen Stopp für Antonelli genutzt, aber Russell wurde auf der Bahn gelassen.
Prompt arbeitete sich Antonelli an Russell heran, Mercedes bat um einen Platztausch. Russell am Funk: «Kann er gewinnen?»
Russell liess Kimi vorbei, happy war er damit nicht. «Ich glaube, wir haben hier ein Doppel-Podest verloren.»
Die Mercedes-Stallorder gab nach dem Rennen viel zu reden, denn Antonelli hatte keine Chance, Leader Norris noch einzuholen, dazu war a) Lando zu schnell und b) Kimi zu weit weg.
Wie dem auch sei: Nun auch Hamilton an Russell dran, Attacke in Kurve 1, aber noch blieb Russell vorne. Von hinten nahte zudem Leclerc. Dann aber wieder virtuelle Safety Car-Phase, wegen Trümmerteilen auf der Bahn (nach Kollison der beiden Williams). Der Angriff von Hamilton daher verpufft, das war genau, was Russell brauchte.
George weiter: «Ich bin froh, dass ich es noch aufs Podest geschafft habe, denn das hätte leicht in die Hose gehen können. Um ehrlich zu sein – Kimi hat P2 verdient, weil er zuvor ohnehin vor mir lag. Aber wenn du dich in einem Rennen befindest, dann ist es nie schön, eine Position preisgeben zu müssen.»
«Aber Kimi hatte mit den frischen Reifen so viel Speed, dass ich ihn sowieso nicht hätte halten können. Aber unterm Strich sehe ich das Positive – ich habe den Sprint gewonnen und bin erstmals seit Silverstone wieder auf dem GP-Siegerpodest. Nur das zählt.»
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