Meregalli über Quartararo: «Fabio sollte sich ein Beispiel an Jack nehmen»
MotoGP-Ass Fabio Quartararo ließ in Aragon seinem Frust freien Lauf. Er wolle zukünftig nicht mehr den Testfahrer für Yamaha spielen. Teammanager Massimo Meregalli stichelte gegen den Franzosen.
Yamaha-Pilot Fabio Quartararo erlebte in Aragon einen persönlichen Tiefpunkt. Im MotoGP-Sprint ging in der fünften Runde der Motor bei seiner M1 in Rauch auf. Und im Grand Prix am Sonntag rollte der Franzose mit über 51 Sekunden Rückstand als Letzter über die Ziellinie. Sogar Aprilia-Testfahrer Lorenzo Savadori war schneller.
Quartararo hat sich mit seiner Kritik an Yamaha noch nie ein Blatt vor den Mund genommen. Seinen Frust, insbesondere über das V4-Projekt, hat er stets öffentlich kundgetan. Doch in Aragon erreichte das Ganze einen neuen Höhepunkt. Der MotoGP-Weltmeister von 2021 musste am vergangenen Wochenende für den japanischen Hersteller erneut viel Testarbeit verrichten. Dies in Kombination mit den schlechten Ergebnissen ließ das Fass überlaufen.
«Ich will das Motorrad nicht für die Fahrer von 2027 entwickeln. Ich werde nicht mehr als Testfahrer fungieren, so wie ich es an diesem Wochenende getan habe», stellte Quartararo klar. «Ich bin nicht dazu in der Lage, zu helfen. Aus persönlichen Gründen möchte ich das auch nicht.»
Das waren harte Worte des 27-Jährigen. Im Gegensatz dazu hätte Quartararo aber durchaus Interesse daran gehabt, den Pirelli-Test mit den 850er-Prototypen am 21. September zu fahren, der ein Tag nach dem Österreich-GP auf dem Red Bull Ring stattfinden wird. Yamaha lässt dies jedoch nicht zu, da an diesem Tag jene Fahrer zum Zug kommen, die auch 2027 für die japanische Marke an den Start gehen. Auch die anderen MotoGP-Hersteller gehen diesen weg.
Pirelli-Test im September findet ohne Quartararo statt
«Beim Test werden Razgatlioglu und höchstwahrscheinlich Guevara fahren, da sie nächstes Jahr bei uns sein werden», betonte Yamaha-Teammanager Massimo Meregalli gegenüber der französischen Tageszeitung L’Equipe. «Alle Hersteller haben diese Entscheidung getroffen. Martin und Ogura werden die Aprilia nicht testen, Bagnaia wird die Ducati nicht testen, Acosta wird die KTM nicht testen, und wir werden Miller auch nicht unsere 850er testen lassen.»
Meregalli konnte sich auch einen Seitenhieb gegen Quartararo nicht verkneifen. So stellte er einen Vergleich mit Pramac-Pilot Jack Miller an, der das MotoGP-Projekt von Yamaha ebenfalls Ende 2026 verlassen wird und in die Superbike-WM wechselt. «Fabio sollte sich ein Beispiel an Jack nehmen – er gibt immer alles und sorgt dafür, dass wir auch in schwierigen Zeiten gute Laune behalten.»
In der MotoGP-Saison 2026 stehen noch neun Rennwochenenden an – danach trennen sich die Wege von Quartararo und Yamaha und die gemeinsame Reise, die acht Jahre dauerte, findet ein Ende. Der Haussegen hängt schon lange schief, nach dem Aragon-GP ist die Kluft noch größer geworden. An ein Happy End glaubt niemand mehr so richtig.
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