Colton Herta/Cadillac: Peinliche Posse um F1-Führerschein des IndyCar-Stars
Der 26-jährige IndyCar-Star Colton Herta glaubte: 100 Kilometer im freien Mexiko-Training, das reicht zum Erlangen des Formel 1-Führerscheins namens Superlizenz. Nun ist klar: Nein, tut es nicht.
Der Kalifornier Colton Herta war in der IndyCar-Serie ein Star: 16 Pole-Positions, 9 Siege, Gesamtzweiter 2024, ein Siegfahrer.
Herta machte den mutigen Schritt und kam nach Europa, er wollte sich in der Formel 2 einen Namen machen. Das ging voll in die Hose, denn der 26-Jährige aus Santa Clara wurde nach Strich und Faden versägt – Rang 5 als bestes Laufergebnis, derzeit nur Platz 19 in der Meisterschaft.
Bald war klar: In der Formel 2 würde der Cadillac-Zögling die erforderlichen Punkte für die so genannte Superlizenz (Führerschein der GP-Fahrer) nicht erhalten.
Also stellte Cadillac um und setzte ihn auch in Mexiko im ersten Training ins Auto. Die Amerikaner glaubten zu wissen: 100 km im freien Training reichen, damit Herta die erforderlichen 40 Punkte für die Superlizenz erreicht.
Doch nun steht fest: Das war ein Trugschluss. Aber wieso?
Für seine IndyCar-Jahre erhielt Colton (gemäss Cadillac) 36 Punkte, für P10 2023, P2 2024 sowie P6 2025, mit gleich vielen Punkten wie Felix Rosenqvist. Drei zusätzliche Punkte gab es für Trainingsfahrten in Barcelona, Budapest und Austin. Monza war eine Nullnummer – zu wenige Kilometer.
Wo Cadillac patzte: Sie glaubten, dass Herta vor Mexiko nur noch einen Punkt braucht. Und sie glaubten das deshalb, weil Herta für 2025 vermeintlich als Sechster eingestuft wurde. In Wahrheit aber ist Colton Siebter – da Rosenqvist das höhere Einzelergebnis vorweisen konnte (Zweiter, Herta jedoch nur Dritter).
Noch unbestätigt von Cadillac: Colton Herta wird im ersten Training von Brasilien fahren, um sich den letzten Punkt zu krallen.
Dann muss Cadillac mit dem Kalifornier etwas anstellen, denn Ende 2027 verfallen die Superlizenz-Punkte von 2023.
Brian Herta im Fahrerlager des Autódromo Hermanos Rodríguez: «Ich bin nach Europa gekommen, um es in die Formel 1 zu schaffen, an diesem Ziel hat sich nichts geändert. Das ist mein Traum, und ich werde alles dafür tun, den zu verwirklichen.»
Es fällt auf: Cadillac hat eine Vertragsverlängerung mit Sergio Pérez verkündet, aber zum Thema Valtteri Bottas gibt sich Teamchef Marcin Budkowski wortkarg.
Es würde uns nicht wundern, wenn Cadillac 2027 in der Formel 1 mit «Checo» Pérez antritt und mit Colton Herta, als erster US-amerikanischer Stammfahrer seit Logan Sargeant 2024 bei Williams.
Für Herta drängt die Zeit. Denn 2027 wird der heute 19-jährige New Yorker Ugo Ugochukwu an freien Trainings teilnehmen, dazu fährt der F3-Champion von 2026 auch in der Formel 2.
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