Crash Norris/Piastri in Singapur: Kostet das McLaren 10 Millionen Dollar?
Zum Schluss des Singapur-Sprints rasselte Formel-1-Weltmeister Lando Norris in den vor ihn fahrenden Piastri. Ergebnis: Piastri out, Norris nur Achter, und ganz viel Stunk beim Traditionsrennstall.
Die so genannte Papaya-Regel (benannt nach der Rennwagenfarbe von McLaren) ist ziemlich einfach: Lando Norris und Oscar Piastri dürfen hart gegeneinander fahren, aber es muss immer fair bleiben, und Fahrzeugberührungen sind absolut inakzeptabel.
Aber genau eine solche Kollision ist passiert, kurz vor Schluss des Singapur-Sprints. Der Australier Piastri musste aufgeben, der Engländer Norris fiel auf P8 zurück, und Teamchef Andrea Stella war echt bedient.
Der Italiener bezog erst nach der GP-Quali am Samstag-Abend Stellung zum Zwischenfall, immer noch sichtlich verärgert. «Zu sehen, wie zwei McLarens so aneinandergeraten, ist einfach nicht akzeptabel. Das ist etwas, das wir mit unseren Fahrern nochmals besprechen werden. Wir werden das hinter verschlossenen Türen tun. Wir werden ihnen über bekräftigen müssen – das Interesse des Teams weit grösser ist als das Interesse eines Einzelnen.»
Der frühere McLaren-Fahrer David Coulthard (55), 13-facher GP-Sieger und WM-Zweiter von 2001, sagt in seinem Podcast Up to Speed: «Es ist knifflig herauszufinden, welche Strafe angemessen ist, wenn Formel-1-Piloten beim verbotenen Tango erwischt werden. Es braucht immer zwei Beteiligte in solch einer Situation, und die Person, die alles im wahrsten Sinne des Wortes angestossen hat, war nun mal diejenige, die das Hinterrad des vorderen Autos berührt hat.» Das wäre dann also Lando Norris.
Coulthard weiter: «Ich habe von einigen Team-Insidern gehört, dass sie ihren CEO (Zak Brown, M.B.) und ihren Teamchef (Andrea Stella, M.B.) noch nie so wütend gesehen haben wie nach diesem Crash.»
Die Wut ist verständlich. Denn in der Konstrukteurs-WM liegt Red Bull Racing nur noch sieben Punkte hinter dem drittplatzierten McLaren. Ob Platz 3 in der Markenwertung oder Rang 4 – das macht bei der Preisgeld-Ausschüttung einen Unterschied von rund 10 Millionen Dollar.
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