Sind die 850er-Bikes zu schnell? Dall’Igna und Rivola nahmen Stellung dazu
Bei den privaten Tests für die neue MotoGP-Ära ab 2027 zeigt sich, dass die 850er-Prototypen mit den Pirelli-Reifen nicht viel langsamer sind als die 1000er-Bikes. Was Ducati und Aprilia dazu sagen.
2027 treten in der MotoGP die neuen Regeln in Kraft. Diese schreiben eine Hubraumreduzierung von 1000 auf 850 ccm, den Wegfall der Systeme zur Fahrwerkshöhenverstellung (Devices) und eine reduzierte Aerodynamik vor. Dazu kommt bei den Reifen der Wechsel von Michelin auf Pirelli. Ziel der Maßnahmen ist es, die Geschwindigkeit in der Königsklasse der Motorrad-WM zu reduzieren.
Die fünf Hersteller – Ducati, Aprilia, KTM, Honda und Yamaha – arbeiten intensiv an den neuen Motorrädern für die nächste Saison. So wurden in diesem Jahr bereits viele Testkilometer absolviert. Bei den privaten Tests wurden bislang zwar keine offiziellen Zeiten bekanntgegeben, es ist jedoch längst durchgedrungen, dass die 850er-Bikes mit den Pirelli-Reifen alles andere als langsam sind. Wie
Gigi Dall’Igna: «Ein Schritt, den wir machen müssen»
Die neuen Regeln 2027 sollen die MotoGP-Bikes eigentlich einbremsen. Wie es aussieht, sind die Rundenzeiten der 850er-Motorräder mit den Pirelli-Reifen jetzt schon nah dran an den 1000ern mit den Michelin-Gummis. Ducati-Corse-CEO Gigi Dall’Igna und Aprilia-Rennchef Massimo Rivola nahmen beim Indonesien-GP Stellung zu diesem Thema. «Der Hauptgrund, warum wir die Leistung reduzieren möchten, ist nicht die Leistung an sich – es ist die Geschwindigkeit, mit der die Fahrer in der Kurve ankommen», entgegnete Gigi Dall’Igna. «Aus diesem Grund reduzieren wir die Motorleistung und den Hubraum. Selbst wenn die Rundenzeiten ziemlich nah an denen von 2026 liegen, können wir dadurch an Sicherheit gewinnen. Ehrlich gesagt, halte ich dies für einen Schritt, den wir machen müssen.»
Apropos Top-Speed: Jorge Martin und sein Aprilia-Teamkollege Marco Bezzecchi stellten beide im Mai in Mugello mit 368,6 km/h einen MotoGP-Geschwindigkeitsrekord auf. «In Mugello fuhren sowohl Marco als auch Jorge 368,6 km/h, und das ist schnell», sagte Massimo Rivola. «Wenn man also mehr oder weniger 50 Pferdestärken wegnimmt, wird das diesen Speed sicherlich verringern. Nach dem, was wir sehen, scheinen die Rundenzeiten immer noch recht schnell zu sein. Gleichzeitig sagen die Fahrer, dass sich das Motorrad leichter fahren lässt. Vielleicht lässt es sich also etwas besser handhaben. Aber es ist besser, nach vorne zu schauen als zurück, da es beschlossen ist.»
Massimo Rivola: Der Reifen ist noch eine Unbekannte
Rivola gab zudem zu Bedenken, dass das Bild in den Rennen ein anderes sein könnte. «Wir wissen nicht, ob die Zeiten über die gesamte Renndistanz hinweg gleich schnell ist», so der Italiener. «Auf eine einzelne Runde scheinen die Motorräder recht schnell zu sein – auf manchen Strecken vielleicht sogar sehr schnell, mit einem geringen Zeitabstand im Vergleich zu den 1000ern. Aber ganz sicher ist der Reifen der entscheidende Faktor, der momentan noch eine Unbekannte ist.»
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