Lewis Hamilton ignoriert Ferrari-Taktik, Jean Alesi: «Wundert mich nicht»
Ferrari-Superstar Lewis Hamilton hat im Singapur-GP den Vorschlag seiner Rennstrategen in den Wind geschlagen – und dafür teuer bezahlt. Ex-GP-Ass Jean Alesi sagt: «Das wundert mich nicht.»
Der siebenfache Formel-1-Champion Lewis Hamilton hat beim Grossen Preis von Singapur seine Chancen auf einen Podestplatz versemmelt. Der 41-jährige Engländer hat sich im Singapur-GP über die Anweisung vom Ferrari-Kommandostand hinweg gesetzt. Ein Fehler, wie er nachher selber zugab.
Und das ist beim Nacht-GP passiert: Virtuelle Safety Car-Phase im Singapur-GP, Ferrari tat das strategisch einzig Richtige und bat umgehend beide Fahrer für frische Reifen an die Box.
Der Plan der Italiener: Mit neuem Gummi vielleicht Leader Max Verstappen das Leben schwermachen, gewiss aber die Ränge 2 und 3 sicherstellen, für Charles Leclerc und Lewis Hamilton.
Doch der Brite suchte beim Nachtrennen von Singapur seinen eigenen Weg. Er setzte sich über die Anweisung von Ferrari hinweg und blieb auf der Bahn. Er glaubte, seine Reifen seien in so konstantem Zustand, dass er ohne weiteren Stopp durchfahren kann.
Die Folge: Mit abbauenden Walzen wurde der siebenfache Weltmeister leichte Beute von Antonelli, Norris und Piastri, die alle vor ihm ins Ziel kamen, am Ende nur P6 für den Briten.
Hamilton gestand nach dem Rennen seinen Fehler und entschuldigte sich sofort beim Team.
Der langjährige Formel-1-Fahrer Jean Alesi (201 Grands Prix, WM-Vierter 1996 und 1997) wundert sich nicht über den Eigensinn des Ferrari-Superstars. Gegenüber den Kollgen des Corriere della Sera sagt der 62-jährige Franzose in seiner Nachbetrachtung des Singapur-GP: «Schade, dass Hamilton nicht auf die Box gehört hat. Aber es wundert mich nicht. So etwas musste passieren, wenn ich daran denke, dass Lewis sich schon lange beschwert und die Arbeit des Teams in Frage stellt.»
Alesi lobt seinen früheren Arbeitgeber Ferrari: «Ich mag aufregende Grands Prix, besonders dann, wenn sie von Ferrari belebt werden. Der Rennwagen vom Typ SF-26 war in Singapur bereits am Freitag wettbewerbsfähig, was die Fans für das nächste Jahr beruhigen sollte. Es scheint mir, dass die Entwicklung bei Ferrari in die richtige Richtung geht.»
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