Ex-Ferrari-Chef Maurizio Arrivabene: Warnung vor Vasseur-Aus/Horner-Vertrag
Maurizio Arrivabene führte 2014-2019 den Rennstall von Ferrari. Der 69-jährige Italiener aus Brescia warnt seine Landsleute vor voreiligen Entscheidungen in Sachen Fred Vasseur und Christian Horner.
Diese Gerüchte gehen einfach nicht weg; Gerüchte, wonach die Ferrari-Führung aus John Elkann (Präsident) und Benedetto Vigna (Geschäftsleiter) damit liebäugle, Fred Vasseur als Teamchef des Grand-Prix-Rennstalls zu ersetzen.
Nun hat sich auch einer in die Diskussion eingeschaltet, dem keiner erklärten muss, welchen Druck ein Ferrari-Teamchef aushalten muss. Denn Maurizio Arrivabene hatte diesen Posten von 2014 bis 2019 inne.
Der in Brescia geborene Arrivabene, inzwischen 69 Jahre alt, sagt bei den Kollegen der italienischen Sky: «Bei Ferrari kann ein einzelner Mann nichts ändern. Mit all den Titeln, die Horner gewonnen hat, zu Ferrari zu kommen, könnte vielleicht eher nachteilig als vorteilhaft sein, weil man damit noch grössere Erwartungen weckt. Hinzu kommt, dass man wieder ganz von vorne anfangen muss.»
«Ferrari verfügt nicht mehr über Ingenieure vom Kaliber eines Resta, Sassi, Cardile und Stella – sie arbeiten mittlerweile für andere Teams. Man muss alles neu aufbauen. Ferrari braucht Ruhe und einen Steuermann, der frei arbeiten kann. Diese beiden Dinge können viele Probleme lösen. Es ist aber nicht eine einzelne Person, so erfolgreich er auch sein mag, der die Probleme lösen kann.»
«Ist Vasseur der Richtige? Ich weis nicht, ob er frei Hand hat oder nicht. Wenn ja, dann wäre etwas Nachdenken erforderlich. Man muss dem Team jetzt unbedingt Ruhe geben, und das ist bei Ferrari nicht einfach.»
«Wenn man in die Rennsportabteilung von Ferrari kommt, dann nimmt man enormen Druck auf sich. Man muss die Mannschaft in Ruhe arbeiten lassen. In diesem Jahr haben sie wichtige Fortschritte gemacht, zumindest bis vor einiger Zeit. Es ist alles nicht so einfach, wie es aussieht. Es reicht nicht aus, einfach nur den ‚grossen Mann‘ zu holen, der schon alles gewonnen hat. Als Fan und ehemaliger Ferrari-Mitarbeiter sage ich – lasst uns keine falschen Erwartungen wecken.»
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