Ferrari: Charles Leclerc und Lewis Hamilton, kommt in Österreich die Wende?
Der Monegasse Charles Leclerc steht mit dem Rücken zur Wand. Verliert er bei Ferrari den Rückhalt zu Gunsten von Lewis Hamilton? In Österreich will Leclerc die Antwort auf der Strecke geben.
Die Bilanz der zwei Ferrari-Stars könnte nicht unterschiedlicher sein aus den letzten drei Grands Prix: Lewis Hamilton wurde in Kanada und Monaco jeweils Zweiter, dann folgte sein erster GP-Triumph in Rot, auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya.
Charles Leclerc hingegen wurde in Kanada von Hamilton in den Schatten gestellt und blasser Vierter, es folgten zwei Ausfälle – Leitschienenkuss beim Heimrennen von Monaco wegen Bremsproblemen, Hydraulikdefekt in Katalonien, daher Servolenkung ausgefallen.
In der Fahrer-WM ist Hamilton inzwischen erster Verfolger von Leader Kimi Antonelli, der 19-jährige Italiener steht bei 156 Punkten, Hamilton bei 115. Leclerc ist WM-Vierter, schon 40 Punkte hinter Superstar Hamilton.
Der langjährige Ferrari-Renningenieur Rob Smedely, noch immer hervorragend vernetzt in Maranello, weiss: «Wie Hamilton ihm in Kanada um die Ohren gesaust ist, das ist Leclerc unter die Haut gegangen.»
Und Smedley wittert, dass Hamilton die Ferrari-Mannschaft in seinen Sog zieht: «Ich bin in vielen Chat-Gruppen mit all meinen alten Kollegen, und sie sind absolut aus dem Häuschen wegen Lewis – sie lieben ihn einfach.»
«Ich erkenne einen Lewis, der das Team nun um sich schart. Alles, was ich sehe, wenn ich die italienischen Zeitungen lese oder mit meinen Kumpels bei Ferrari spreche – Sie lieben ihn, sie stellen ihn auf ein Podest. Er wird immer besser und besser.»
Um intern und in der WM-Wertung nicht noch mehr in Rückstand zu geraten, muss Leclerc eine Antwort finden, pronto!, am kommenden Wochenende beim Österreich-GP. Ein Blick in die Statistik zeigt: Wenn nicht auf dem Red Bull Ring, wo dann?
Denn Leclerc hat in der Steiermark wiederholt seine Extraklasse bewiesen: Zweiter 2019 und 2020, Sieger 2022 (erster Ferrari-Sieg in Österreich seit 2003!), Zweiter 2023, Dritter 2025.
Der inzwischen 28 Jahre alte Charles hat einmal gesagt: «Ich bin nie zufrieden mit mir, nicht einmal dann, wenn ich gewinne.» Aber gewonnen hat Leclerc schon eine ganze Weile nicht mehr. Hätten Sie gewusst, wann er vorderhand letztmals einen Grand Prix für sich entschieden hat – genau, in Texas 2024. Seither sind 36 WM-Läufe vergangen.
Charles Leclerc sagte einst: «Wenn es nicht gut läuft, dann kann ich mich auf meine mentale Stärke verlassen.»
Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt dafür.
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