Collin Veijer vor Heim-GP in Assen: «Ich werde schwer zu finden sein»
Red Bull-KTM-Ajo-Pilot Collin hat sich der Moto2-Weltspitze angenähert. Vor seinem Heimrennen verriet der Niederländer, welch enormer Druck bei der Dutch TT herrscht – und wie er damit umgehen wird.
Am kommenden Wochenende findet die Dutch TT in Assen statt – es ist die Ausgabe Nummer 101 des Rennsport-Klassikers und damit für Traditionalisten der unangefochtene Höhepunkt im Grand-Prix-Kalender. Der emotionale Boost eines Heimevents ist nicht zu leugnen. Erst am vergangenen Sonntag sorgte Moto2-Pilot Filip Salac für gewaltigen Jubel in der Heimat. Nach P2 in Ungarn reicht es für den Tschechen in Brünn zwar nur für Platz 3, doch die Fahrt des Fahrers von American Racing wurde hitzig gefeiert.
Gleich zwei Niederländer werden nun in der mittleren WM-Klasse an den Start gehen. Neben Zonta Van Den Goorbergh, der durch seinen prominenten Vater Jürgen von Tag 1 in seiner Karriere in den Niederlanden gefeiert wurde, hat die rennverrückte Szene rund um den Kurs in Assen mit Collin Veijer seit 2025 einen zweiten Spitzenfahrer aufzubieten. Der zudem bereits, wie es sich anfühlt, in seiner Heimat auf der Erfolgsspur zu fahren.
Insbesondere vom Auftritt 2024 ist nicht nur vielen Holländern noch bestens in Erinnerung. In seinem zweiten Jahr in der WM war Veijer auf dem Weg zur Pole-Position, doch Meter vor der Ziellinie war es den damaligen Schützling von Peter Öttl spektakulär von seiner Moto3-KTM in Husqvarna-Farben. Trotz einiger Blessuren ging es dann am Sonntag von Startplatz 3 aufs Podest in der Heimat. Ivan Ortola trickste Veijer in der letzten Schikane aus und siegte mit 0,012 Sek. Vorsprung.
Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com berichtete der jetzt bei KTM-Ajo unter Vertrag stehende Veijer von der intensiven Erfahrung: «Ich erinnere mich noch sehr genau an 2024. Der Druck, der damals auf mir in Assen lastete, war gewaltig. Als ich Zweiter wurde – was für mich ein Riesenerfolg war – kamen Fragen wie: «Warum ich nicht gewonnen habe?» Das hat mich damals richtig umgehauen. Direkt nach dem Rennen wurde ich richtig krank, alles hat sich entladen. Da hat sich bis zum nächsten GP nach Deutschland gezogen. Am Sachsenring bin ich zwar noch auf die Pole gefahren, aber danach ging erstmal gar nichts mehr.»
Auch Collin Veijer, der mittlerweile in seine vierte GP-Saison fährt, gestand der 21-Jährige: «Um ganz ehrlich zu sein – ich werde mich in Assen abschotten. Es dürfte sehr schwer werden, mich dort zu finden. Die Situation beim Heim-GP war und ist immer sehr besonders. Dort verdichtet sich die Anspannung, ob man will oder nicht.»
Nicht zu vermeiden – die Erwartungshaltung an den Kalex-Piloten, der bei Ajo in einer Erfolgsmannschaft engagiert ist, ist auch durch die stetig ansteigende Formkurve im zweiten Moto2-Jahr deutlich größer. Nach Platz 15 in der Endabrechnung 2025, interessanterweise direkt vor Mitaufsteiger und Assen-Spielverderber Ortola, läuft es nun besser, aber noch nicht so konstant wie erhofft. Vier Nullnummern stehen vier guten Zielankünften gegenüber. Höhepunkt 2026 war der Spanien-GP. Veijer lag lange in Führung, musste sich erst im Finale mit Manu Gonzalez und Senna Agius, den Piloten seiner Ex-Mannschaft, geschlagen geben. Die Dutch TT erreicht Collin Veijer auf WM-Rang 11. 2025 holte er bei seiner Moto2-Premiere auf Rang 14 Punkte.
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