Assen 2025: Marc Marquez auf Kurs, Alex out, Nachbrenner bei Bezzecchi
Vor einem Jahr wurde in Assen gefeiert wie selten: Neben dem 100-jährigen Jubiläum der «Dutch TT» jubelten Pole-Setter Quartararo, Rennsieger Marc Marquez und Marco Bezzecchi mit Aprilia-Rückenwind.
100 Jahre Assen – der Große Preis der Niederlande 2025 markierte einen weiteren Meilenstein in der einzigartigen Tradition der Rennsportskultstätte, würdig garniert mit einer authentischen Klassiker-Ausstellung. Im Zentrum der Dutch TT, die auch im vergangenen Jahr traditionell für das letzte Juni-Wochenende ausgerufen war, standen aber die Helden der Neuzeit. An vorderster Front – Marc Marquez. Denn als der GP-Tross Holland erreichte, lag der Ducati-Werkspilot gestählt von Doppelsiegen bei den Events in Aragon und Mugello längst weit in Führung, lediglich Bruder Alex versuchte sich im Windschatten zu halten.
So auch in den Niederlanden. In Sachen Speed bestimmten die Marquez-Brüder das Geschehen, doch ausgelassen gefeiert sollte am Ende nur in der roten Abteilung werden. Bevor es so weit war, musste das Fahrerlager einmal mehr die überragenden Qualitäten auf eine Runde von Yamaha-Pilot Fabio Quartararo anerkennen. «El Diablo» feuerte die M1 schon im Zeittraining auf P1 und bestätigte am Samstag mit der besten Q2-Zeit. Quartararo schlug den angehenden Weltmeister um 0,028 Sekunden. Bemerkenswert: Der Franzose verpasste dennoch den Rundenrekord von Pecco Bagnaia, der das Jahrhundert-Event knapp überstand.
Doch das war es dann mit der Yamaha-Leuchtrakete. Crash im Sprint, Platz 10 im GP. Der schnellste Pilot verließ Assen mit sechs WM-Punkten. Die Marquez-Brüder, in der Quali hinter Quartararo gelandet, übernahmen. Im Sprint schmetterte das Brüderpaar bereits zum fünften Mal in der ersten Saisonhälfte auf 1 und 2 über die Linie. Auf Platz 3 – Marco Bezzecchi. Es war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die bis heute anhält – denn trotz des jüngsten Doppelausfalls in Tschechien hält «Bezz» die Führung in der aktuellen Konkurrenz.
Einen sehr überzeugenden Auftritt hatte auch KTM-Tech3-Pilot Maverick Vinales Von Platz 10 aus arbeitete sich der Spanier bis auf Rang 6 – Vinales war damit bester KTM-Reiter. Noch – denn einen Tag später feierte Pedro Acosta ein starkes Comeback. Aus Reihe 3 ging es bis auf Platz 4, vor Vinales. Bis dato war es der stärkste gemeinsame Auftritt der spanischen RC16-Piloten.
Möglich wurde Acostas Top-Resultat aber auch durch einen Ausfall von Alex Marquez. Nach schwachem Start im GP zu aggressiv unterwegs stieß «AM73» in der Beschleunigungsphase mit Acosta zusammen, blockierte das Vorderrad und kreiselte bei hohem Tempo von der legendären Piste. Mit dem Bruch der linken Hand kam der Zweite der WM-Tabelle. Mit Blick in den MotoGP-Rückspiegel war es ein wichtiger Teil der frühen Titelentscheidung. Denn Marc Marquez fackelte auch am Sonntag nicht und holte den nächsten Doppelsieg. «MM93» schnappte sich den besser gestarteten Teamkollegen Bagnaia in Runde 3 – und zog davon.
Im Finale wurde es dennoch knapp. Denn Marco Bezzecchi spurte im Finale bis auf 0,6 Sekunden heran. Für Aprilia und Bezzecchi einen Meilenstein, denn erstmals seit der Verbindung ging es in Sprint- und GP-Rennen aufs Podium. Bezzecchi, der Assen als WM-Sechster verließ, entwickelte sich mit der Dutch TT zur ernsthaften Gefahr für Ducati.
Marc Marquez bezeichnete sich auch nach seinem sechsten GP-Sieg in Holland noch nicht als Assen-Spezialist. Fakt ist: Marc Marquez kann 2026 mit dem achten MotoGP-Titel zwar zur alleinigen Nummer 1 aufsteigen, in Assen wird Erzrivale Valentino Rossi aber mindestens bis 2028 an der Spitze der Charts stehen. «VR46» gewann acht GP-Rennen auf dem ältesten Rennkurs des Kalenders.
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