Das sagt Helmut Marko zur «Farce» rund um die Monaco-Strafen
Der ehemalige Red Bull-Motorsportberater und Formel-1-Mastermind Helmut Marko spricht vor dem Spielberg-Wochenende über das Regelwerk und den Nutzen der Formel 1 für die Region.
Am Wochenende schlägt die Formel 1 erneut auf dem Red Bull Ring in Spielberg auf. Das Heimspiel von Red Bull Racing und Max Verstappen (28) findet erstmals am Kommandostand ohne Helmut Marko (83) statt. Der ehemalige Red Bull-Motorsportberater hat sich Ende 2025 nach mehr als zwei Jahrzehnten erfolgreicher Arbeit bei den Formel-1-Bullen zurückgezogen und führt mit seiner Familie seine Hotels in Graz.
Marko: Schlechte Regelung!
Marko beobachtet die Lage in der Formel 1 teils kritisch. Zum Zusammenspiel zwischen Formel-1-Besitzer Liberty Media und dem Weltverband FIA sagt Marko gegenüber der Kleinen Zeitung: «In der Führung zwischen Liberty und der FIA müsste die Zusammenarbeit noch enger und abgestimmter erfolgen. Die Farce mit den Strafen in Monaco etwa, das ist eine schlechte Regelung.» Dann zieht er einen Vergleich zum Fußball: «Da ist das Tor immer gleich groß, die Regeln sind einfach und klar. In der Formel 1 es zu kompliziert.» Er spielt dabei an auf die fehlerhafte Geschwindigkeitsmessung in der Boxengasse in Monaco. Pierre Gasly wurde erst bestraft, dann wurde das Ergebnis revidiert, er bekam sein Podium zurück. Der Fall wird weiterhin verhandelt.
Marko pro V8
Die Tendenzen in Bezug auf eine Rückkehr der legendären V8-Motoren begrüßt der Grazer ganz besonders: «Auf alle Fälle! Damit wäre das Racing im ursprünglichen Sinne wieder im Mittelpunkt und es wäre nicht so wie jetzt, wo du im Qualifying deine Energie managen musst. Es sollte so sein, dass jede Kurve am Limit oder drüber ist, das macht den Reiz und den Unterschied aus.»
In Spielberg wird diesmal erstmals das prächtig erweiterte Hotel Schönberghof bezogen. Zur Lage der Hotelbetriebe rund um den Red Bull Ring sagt der Fachmann: «Den Bedarf, der bei der Formel 1 da ist, kannst du nie in der Region abdecken. In Graz sind wir etwa am Formel-1-Wochenende das einzige Mal im Jahr ausverkauft. Da können wir doppelte Preise und Mindestaufenthaltsdauer vorschreiben. Städte wie Barcelona haben das etwa zehn bis zwölf Mal im Jahr.»
Der Red Bull Ring hat eine unglaublich Strahlkraft für die Region Murtal. Zu den trotzdem auftretenden Querschüssen der Anrainer in Spielberg sagt Marko: «Es ist dieses egoistische kleinkarierte Denken, dass man zweimal oder zumindest einmal im Jahr gewisse Beschränkungen hat, aber nicht sieht, was das für die Region bringt. Umso unverständlicher ist es mir, dass einige, die ihre Häuser gebaut haben, obwohl der Ring schon stand, auf die Barrikaden gehen.»
Formel 1 mit Strahlkraft
Zum Interesse der Fans sagt er: «Die Formel 1 läuft wie immer, da muss man sich keine Sorgen machen. Sie ist aber immer noch ein Verlustgeschäft, bringt aber ein unglaubliches Image für die Region und für das ganze Land. Diese Werbung kann nur so ein Event in die Welt hinausschicken. Der Ring ist das ganze Jahr über sehr gut ausgelastet, da muss man den richtigen Mix finden. Wenn die Hotels dann bei solchen Veranstaltungen ausgebucht sind, gibt es schon Verdienstmöglichkeiten.»
Mercedes in Favoritenrolle
Markos Prognose, was das Rennwochenende im Aichfeld betrifft: «Durch das neue Reglement ist Mercedes ganz klar in der Favoritenrolle. Sie hatten jetzt aber den zweiten Motorschaden, das ist unüblich für sie. Generell muss man sagen, dass die Updates in so einer Phase des Reglements aber sicher wirksamer sind, da kann man auf einen Sprung fünf Zehntelsekunden herausholen. Red Bull bringt erstmals ein Auto am Gewichtslimit, die sind sicher auch da. Ich hoffe, dass Max dann vorne mitfahren kann. Mercedes ist Favorit, der Rest ist aber mehr als interessant.»
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