Ferrari-Zoff, Hamilton stinksauer, Leclerc kontert: «Hamilton grenzwertig»
Ferrari-Superstar Lewis Hamiton hat die Faxen dicke. Er wirft Charles Leclerc vor, sich nicht mannschaftdienlich zu verhalten. Der Monegasse findet: «So wie Lewis gefahren ist, das war grenzwertig.»
Lewis Hamilton versucht sichtlich, die Fassung zu bewahren, aber noch im turbulenten Mexiko-GP hatte er am Funk geknurrt: «Wir haben grosse Probleme, wirklich grosse, grosse Probleme.»
Das Problem hat einen Namen: Charles Leclerc. Einfach formuliert beharkten sich die Ferrari-Fahrer nach dem Start zum Mexiko-GP so, dass Lewis Hamilton in die Fänge von Max Verstappen geriet und von Pole auf P3 zurückfiel. Leclerc machte es sich an der Spitze gemütlich.
Hamilton sagt: «Wir hatten heute den Speed, um diesen Grand Prix zu gewinnen, aber es sollte wohl nicht sein. Nun müssen wir sehen, was wir da im Hintergrund besser machen können.»
«Wir hatten in der Fahrerbesprechung mit allen Piloten und der FIA festgelegt: Wenn du in der ersten Kurve neben der Bahn bist, dann musst du die Position zurückgeben.»
«Vor einem Jahr habe ich hier für ein vergleichbares Manöver hier eine 10-Sekunden-Strafe erhalten, nun gab es 5 Sekunden für Charles.»
«Das hat den Sieg gekostet, keinen Zweifel. Wir müssen uns sehr ernsthaft unterhalten.»
Die Strafe für Leclerc bedeutete, dass Verstappen beim Reifenwechsel vor dem Monegassen auf die Bahn zurückkam, Max liess sich danach auch vom drängelnden Hamilton nicht mehr von der Spitze verdrängen. Das Argument von Hamilton ist stichhaltig.
Was sagt Leclerc zum ganzen Schlamassel? Der neunfache GP-Sieger erklärt sich so: «Ich meine, da war definitiv eine Gelegenheit. In Kurve 1 gab es eine Lücke auf der Aussenseite, und ich hatte ziemlich viel Geschwindigkeit am der Aussenseite von Kurve 1, und es gab sehr wenig Platz für Kurve 2. Was zu erwarten ist, wenn wir um die Führung kämpfen.»
«Und dann haben Lewis und ich haben beide versucht, sehr spät zu bremsen. Wir beide haben die Kurve nicht geschafft. Ich habe offensichtlich die Strecke geschnitten, und dann war Max nach Kurve 5 dazwischen, was die Situation verwirrender machte.»
«Wir werden offensichtlich darüber sprechen müssen. Ich weiss nicht, ob Lewis sehr unzufrieden mit dem war, was ich getan habe, weil ich das Gefühl hatte, dass auch das, was er getan hat, sehr grenzwertig war.»
Leclerc versucht (erfolglos), die Wogen zu glätten: «Ich schätze, er war vielleicht mehr über die ganze Situation verärgert, wie die Situation mit meiner Strafe behandelt wurde. Das ist also etwas, worüber wir auf jeden Fall sprechen werden.»
«Aber letztlich ist es so: Wir kämpfen um den Sieg, und natürlich bleibt da nur sehr wenig Spielraum für ihn und für mich. Unterm Strich haben wir beide einen Fehler gemacht. Aber es ist auch nicht so, als hätten wir Fahrzeugkontakt oder so gehabt.»
Hamilton hatte am Funk gefordert, Leclerc müsse die Position preisgeben. Charles dazu: «Im Gespräch mit dem Team hatte ich dazu kein klares Feedback. Es war einfach verwirrend mit Max hinter mir, um die Position herzugeben. Ich erwartete eine Strafe, und die kam ja auch.»
«Es gibt Regeln, die geschrieben sind, und das ist ein bisschen das Schwierige am Ganzen – die Regeln lassen sich eben nicht so leicht auf jede Situation anwenden. Bei einigen Szenarien gewinnt man, bei anderen verliert man.»
«Wir brauchen einfach Strecken, die es uns nicht erlauben, mit solchen Grenzen und Grauzonen besser umzugehen, sonst wird es ein bisschen schwierig. Ich bin mir sicher, dass viele Leute das ejetzt sehr negativ sehen werden, was ich verstehe, aber es ist nun mal, wie es ist.»
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