Fred Vasseur/Ferrari witterte Strafen-Hammer: Warnung für Hamilton zu spät
Lewis Hamilton und Ferrari in Ungarn knapp an der Pole-Position vorbei gerauscht, dann aber strafversetzt von den Rennkommissaren. Ferrari-Teamchef Fred Vasseur ordnet das alles ein.
Was wäre das für eine Pole-Position geworden! Lewis Hamilton war auf dem Hungaroring in blendender Form, er schien auf dem Weg zu sein, seine 105. Formel-1-Pole zu erobern – fast auf den Tag genau drei Jahre nach Hungaroring 2023!
Es wäre seine zehnte auf dieser Strecke gewesen, natürlich ein neuer Rekord. Und – kleines Zahlenspiel – der Fahrer mit Nummer 44 hätte sich 44 Jahre nach Mario Andretti (Monza 1982) zum ältesten Fahrer auf einer GP-Pole gemacht, auch der Amerikaner sass damals in einem Ferrari.
Stattdessen mussten die treuen Tifosi die Flaggen zusammenrollen, denn der verflixte Lando Norris fuhr um lausige 12 Tausendstel schneller als Hamilton.
Viele der Tifosi ahnten da noch gar nicht, dass sich Lewis Hamilton bei den Rennkommissaren erklären musste, wegen Behinderung von Oscar Piastri. Das Regelwerk ist da klar, und die Rennpolizei hat solche Vergehen in den vergangenen Monaten sehr konstant geahndet – mit drei Rängen zurück in der Startaufstellung. Und genau so kam es. Hamilton wird als Fünfter starten müssen.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur wurde zum Einordnen gebeten. Der französische Ferrari-Teamchef sagt: «Alles in allem war das eine anständige Vorstellung, aber klar sind wir auch enttäuscht – denn das war eine ziemlich chaotische Quali.»
«Im ersten Quali-Teil verlor Leclerc eine Runde wegen Verletzung der Pistengrenzen. Später der Dreher von Hadjar. Das bedeutete, dass Charles ungeplant einen weiteren Satz Reifen brauchte.»
«Bei Hamilton ist es natürlich ein Tiefschlag, die Pole so knapp zu verpassen, und dann hatten wir da noch die Szene mit Piastri. Das ist natürlich gar nicht gut, das haben wir sofort geahnt.»
«Wir haben in jener Szene versucht, Lewis zu warnen, aber in diesen Sekunden mussten wir verflixt viele Bälle in der Luft halten. Fakt ist: Unsere Warnung für Hamilton kam zu spät.»
«Was das Timing angeht: Vor einem Jahr gingen wir als Erste raus, und nachher sagten alle, die Pole von Leclerc sei nur deswegen zustande gekommen, weil wir freie Fahrt hatten. Und heute sind wir wieder als Erste rausgefahren, aber wir sind nicht auf Pole, und dieses Mal werden alle fragen: Wieso seid ihr so früh rausgegangen?»
Zum kommenden Rennen meint der Franzose: «Zunächst mal haben wir diese lange Fahrt zur ersten Kurve. Wir wissen, dass es am Sonntag heisser werden wird, also sind die Reifen noch mehr am Limit. Ich glaube, der Ausgang dieses Grand Prix ist komplett offen.»
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