Pendler Garrett Gerloff: Mit diesem Trick bekämpft er den Jetlag
Kawasaki-Pilot Garrett Gerloff lebt wieder dauerhaft in den USA und nimmt für fast jedes Rennen die Reise nach Europa auf sich. Gegen den Jetlag hat der Texaner eine spezielle Strategie entwickelt.
Für Garrett Gerloff gehört eine Herausforderung zum Leben als Superbike-WM-Pilot, die viele seiner europäischen Konkurrenten nicht kennen: der ständige Wechsel zwischen den Zeitzonen. Nachdem der US-Amerikaner seinen Lebensmittelpunkt zwischenzeitlich nach Europa verlegt hatte, lebt er mittlerweile wieder gemeinsam mit seiner Frau in seiner Heimat.
«Ich lebe jetzt wieder Vollzeit mit meiner Frau in den USA. Damit haben wir im vergangenen Jahr begonnen», erklärte der Kawasaki-Pilot im exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «In diesem Jahr bin ich nach jedem Rennen wieder nach Amerika zurückgeflogen.»
Nur in Ausnahmefällen bleibt der Texaner zwischen zwei Veranstaltungen auf dieser Seite des Atlantiks. So verzichtete er nach dem Event in Most im Mai auf die Rückkehr in die USA und verbrachte die Zeit bis zum Aragon-Wochenende in Europa. «Das war aber eine der wenigen Gelegenheiten, bei denen ich für ein paar Wochen in Europa blieb», schilderte der US-Amerikaner.
Spezielle Strategie hilft beim Kampf gegen den Jetlag
Damit sammelt Gerloff im Laufe einer Saison zahlreiche Langstreckenflüge. Besonders die Reise aus den USA nach Europa kann durch die Zeitverschiebung unangenehm sein. Der 31-Jährige und seine Frau Elizabeth haben sich deshalb intensiv damit beschäftigt, wie sich die Auswirkungen des Jetlags minimieren lassen.
Eine entscheidende Rolle spielt dabei der Zeitpunkt der Nahrungsaufnahme. «Wir haben eine Lösung gefunden, bei der es vor allem darum geht, wann wir essen. Wir haben uns intensiv mit dem Jetlag beschäftigt und damit, wie man ihn möglichst gering halten kann», verriet Gerloff.
Die Umstellung auf die europäische Zeitzone beginnt deshalb bereits vor dem Abflug. «An dem Tag, an dem wir abreisen, stehen wir immer gegen drei Uhr morgens auf, um den Anpassungsprozess schon einmal anzustoßen», schilderte der Kawasaki-Pilot. Noch ungewöhnlicher ist Gerloffs Ernährungsstrategie. «Unsere letzte Mahlzeit gibt es gegen zwölf Uhr mittags. Danach essen wir nichts mehr, bis wir in Europa angekommen sind.»
Dahinter steckt für Gerloff ein klarer Gedanke. Der Schlaf-Wach-Rhythmus wird nicht nur durch Licht beeinflusst, auch die Zeitpunkte der Mahlzeiten spielen für die innere Uhr eine Rolle. «Die innere Uhr wird zu einem großen Teil durch das Licht bestimmt, aber eben auch dadurch, wann man isst. Uns hat diese Methode sehr geholfen», berichtete der Amerikaner.
Ganz verhindern kann Gerloff die Auswirkungen der Zeitverschiebung dennoch nicht. In der Regel reist er bereits am Dienstag vor einem Rennwochenende an. «Wenn wir am Dienstagmorgen ankommen, ist der Dienstag schwierig und manchmal auch noch der Mittwoch. Aber danach fühlen wir uns beide gut und sind bereit für das Wochenende.»
Starke Saison: Gerloff zeigt Leistung
Negative Auswirkungen auf seine Leistungen auf dem Motorrad kann der Kawasaki-Pilot nicht erkennen. «Ich glaube nicht, dass mich das beim Fahren oder bei meiner Konzentration beeinträchtigt», betonte Gerloff.
Auch während seiner Zeit in den USA läuft die Vorbereitung auf die Rennen uneingeschränkt weiter. «Ich trainiere weiterhin zu Hause und komme vorbereitet an die Rennstrecke, um meinen Job zu erledigen und mein Bestes zu geben.»
Der Wechsel zurück in die USA bringt für Gerloff somit deutlich mehr Reiseaufwand mit sich. Mit einer gezielten Anpassung von Schlafrhythmus und Essenszeiten versucht der Kawasaki-Pilot jedoch, dafür zu sorgen, dass die vielen Kilometer zwischen seiner Heimat und den europäischen Rennstrecken zumindest sportlich keine Nachteile mit sich bringen.
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