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Moto2 vs. Supersport: Großer Aufwand, überschaubarer Performance-Vorteil

Die Moto2 ist technisch aufwendig und kostspielig. Doch wie groß ist ihr Vorsprung gegenüber der Supersport-WM wirklich? Ex-GP-Pilot Albert Arenas liefert nach seinem Wechsel interessante Einblicke.

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Die Moto2- und die Supersport-Kategorie verfolgen technisch unterschiedliche Ansätze. Während in der Moto2 speziell für den Rennsport entwickelte Fahrwerke mit einem vom Triumph-Serienmotor abgeleiteten Einheitstriebwerk kombiniert werden, basieren die Motorräder der Supersport-WM wesentlich stärker auf käuflichen Serienmaschinen. Beim technischen Aufwand und den damit verbundenen Kosten liegen die Kategorien deutlich auseinander. Auf der Rennstrecke fällt der Unterschied jedoch erstaunlich gering aus.

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Einer, der das aus erster Hand beurteilen kann, ist Albert Arenas. Der Moto3-Weltmeister von 2020 fuhr fünf Jahre in der Moto2-WM, bevor er im vergangenen Winter in die Supersport-WM wechselte. Dort gewöhnte sich der Spanier schnell an sein neues Arbeitsgerät von Yamaha und ging mit 82 Punkten Vorsprung auf ZX-Moto-Pilot Valentin Debise in die Sommerpause.

Albert Arenas von der Performance der Yamaha R9 überrascht

Nach zahlreichen Jahren auf Moto2-Maschinen überraschte Arenas vor allem, wie gering die Unterschiede zur seriennäheren Technik ausfallen. «Natürlich kann man sie als seriennah oder als Prototypen bezeichnen, aber am Ende sind es Motorräder – und sie sind wirklich leistungsfähig», erklärte der 29-Jährige.

Obwohl bei einer Moto2 insbesondere das Chassis kompromisslos für den Rennstreckeneinsatz konstruiert wird, während ein Supersport-Motorrad auf einem Serienmodell basiert, liegen die Fahrleistungen vergleichsweise dicht beieinander. Der Performance-Vorteil der deutlich aufwendigeren Moto2-Maschine fällt geringer aus, als es die unterschiedlichen technischen Konzepte und Kosten vermuten lassen.

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Auch Arenas stellte nach seinem Wechsel fest: «Die Motorräder sind sich sehr ähnlich. Man wäre überrascht, wenn man beide ausprobieren könnte.» Für den Spanier sind weniger die unterschiedlichen Konzepte entscheidend als die Fähigkeiten des Fahrers. «Am Ende geht es um die Geschwindigkeit, die man hat, und um das Gefühl beim Fahren.»

Wie sich die hohe Steifigkeit des Moto2-Bikes bemerkbar macht

Den größten Unterschied erkennt Arenas beim Fahrwerk und dessen Steifigkeit. Besonders in schnellen Kurven spielt die speziell für den Rennsport entwickelte Moto2-Konstruktion ihre Vorteile aus. «In schnellen Kurven ist der Unterschied am größten, weil das Motorrad nicht so steif und stabil ist wie eine Moto2», schilderte der WM-Leader.

Genau dort macht sich bemerkbar, dass das Moto2-Fahrwerk ohne die konstruktiven Vorgaben eines Straßenmotorrads entwickelt werden kann. Bei einer Supersport-Maschine bleiben trotz umfangreicher Modifikationen wesentliche Merkmale der Serienbasis erhalten. Doch Arenas betonte: «Ansonsten sind sie sich wirklich sehr, sehr ähnlich.»

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Auch die Ergonomie trägt zum unterschiedlichen Fahrgefühl bei. «Wenn man den Tank und die Sitzposition ein wenig verändern würde, wäre es noch ähnlicher», erklärte der Spanier. Arenas verwies darauf, dass einige Hersteller ihre Supersport-Maschinen mit moderneren Lösungen bei Tank, Schwinge und weiteren Komponenten bereits stärker in Richtung eines konsequenten Rennmotorrads entwickelt haben.

Eine interessante technische Verbindung zwischen beiden Kategorien liefert ausgerechnet Triumph. Die Briten setzen in der Supersport-WM auf die Street Triple 765 RS. Deren Dreizylinder bildet gleichzeitig die Basis für das Moto2-Einheitstriebwerk. Die technischen Rahmenbedingungen unterscheiden sich allerdings. «Ich denke, die Leistung ist hier stärker reguliert. Wir haben weniger Drehzahl», stellte Arenas mit Blick auf die Supersport-WM fest.

Damit ergibt sich ein bemerkenswertes Verhältnis zwischen technischem und finanziellem Aufwand auf der einen und der tatsächlichen Performance auf der anderen Seite. Die Moto2 bietet vor allem beim Fahrwerk größere konstruktive Freiheiten und ist wesentlich kostspieliger.

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Dennoch schaffen es die deutlich seriennäheren Supersport-Maschinen, auf der Rennstrecke erstaunlich nahe an die Performance der mittleren Grand-Prix-Klasse heranzukommen.

Arenas jedenfalls vermisst auf seinem neuen Arbeitsgerät wenig. «Das Motorrad funktioniert unglaublich gut und lässt sich sehr schön fahren», schwärmte der Spanier. «Ich konzentriere mich einfach auf das Fahren und genieße die Rennen, die Zweikämpfe und den Wettbewerb.»

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