George Russell (Mercedes): Merkwürdiger Vergleich mit der Mona Lisa
Der Engländer George Russell zieht bei Mercedes gegen Kimi Antonelli meist den Kürzeren. Im Fahrerlager des Circuit de Spa-Francorchamps stellt er einen seltsamen Vergleich an mit der Mona Lisa.
George Russell hat 2026 den WM-Auftakt von Australien gewonnen, dann aber erwies sich der junge Italiener Kimi Antonelli als der stärkere Mercedes-Fahrer. Es dauerte bis Lauf 8 auf dem Red Bull Ring, bis der Brite einen weiteren Grand Prix für sich entscheiden konnte. In dieser Zeitspanne gewann Kimi fünf Mal.
Klar stellt sich der 28-jährige Russell die Frage, was der verflixte Teenager neben ihm besser macht, und im Fahrerlager des Circuit de Spa-Francorchamps hat George darüber gesprochen.
Der WM-Vierte von 2022 und 2025 sagt über seine Schwierigkeiten gegen Antonelli: «Es ist so deutlich in den Daten zu sehen, und es kann gelöst werden, während ich in der Vergangenheit bei anderen Fahrern oder früheren Teamkollegen gesehen habe, dass man sich, wenn man nicht auf dem Tempo ist, den Kopf zerbrechen muss, um zu verstehen, warum.»
«Ich weiss genau, warum ich nicht gewinne oder nicht auf der Pole stehe. Es ist anhand der Daten klar, was ich tun muss, um mich zu verbessern. Es ist also nicht so, dass ich plötzlich vergessen habe, wie man einen Rennwagen fährt oder ich mich am nächsten Tag wieder daran erinnere.»
«Es liegt einfach daran, das Auto nicht in den optimalen Bereich zu bringen, und letztes Jahr hatte ich das Gefühl, in dieser Beziehung eine sehr hohe Trefferquote zu haben, also wie oft ich das volle Potenzial aus dem Rennwagen holte, der Abstimmung und den Reifen, und dieses Jahr ist diese Trefferquote viel niedriger.»
«Es ist, als ob dich jemand bitten würde, die Mona Lisa zu zeichnen, und du hast die Mona Lisa unmittelbar neben dir. Glaubst du, du könntest das sofort hinbekommen? Vielleicht schaffst du es mit Übung. Mit dieser neuen Antriebseinheit, diesen neuen Reifen und veränderten Autos muss ich auf eine Art fahren, wie ich es in meiner gesamten Karriere noch nicht getan habe.»
«Wenn ich 20 Jahre lang auf eine bestimmte Weise gefahren bin und das 20 Jahre lang funktioniert hat, und plötzlich funktioniert es nur noch zu 50 Prozent, dann musst du dich fragen: ‘Okay, wie muss ich meine Herangehensweise anpassen?‘»
«Wenn ich meine Herangehensweise anpassen muss – wie mache ich das, und wie mache ich das am besten und bin immer noch schnell? Denn wenn ich früher Bestleistung gebracht habe, habe ich unterbewusst agiert und nicht mal übers Fahren nachgedacht. Heute muss ich darüber nachdenken, wie ich diese neuen Techniken unterbewusst umsetze, und das ist eine grosse Herausforderung.»
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