Nico Hülkenberg mit Spott für Carlos Sainz: «Audi-Reserveplatz noch frei»
Energie-Management ist in Belgien ein Riesenthema. Audi-Fahrer Nico Hülkenberg relativiert. Und der Deutsche zieht seinen früheren Renault-Stallgefährten Carlos Sainz ein wenig durch den Kakao.
Unglaublich, aber wahr: Seit dem WM-Finale von Abu Dhabi 2025 und Platz 9 ist GP-Routinier Nico Hülkenberg ohne Punkte. In Belgien will der deutsche Audi-Fahrer das endlich ändern.
Zwei Mal Elfter, zwei Mal Zwölfter, drei Mal von der Technik im Stich gelassen – es ist einfach der Wurm drin bei Nico Hülkenberg. Als einer von vier Fahrern 2026 ist er noch ohne WM-Punkte (neben dem Aston Martin-Piloten Lance Stroll und dem Cadillac-Duo Valtteri Bottas und Sergio Pérez).
Wendet sich das Blatt auf dem Traditionskurs Circuit de Spa-Francorchamps? Die Chancen dazu stehen aus zwei Gründen gut. Erstens hat Audi zuletzt soliden Speed gezeigt, Gabriel Bortoleto wurde in Silverstone Achter.
Und zum Zweiten ist mit Hülki in den Ardennen immer zu rechnen: Auf dieser Strecke wurde er zwei Mal Vierter (2012 und 2016 mit Force India).
Im Fahrerlager des Circuit de Spa-Francorchamps sagt der 258-fache GP-Teilnehmer über seine Aussichten: «Ich schätze, wir werden ungefähr dort sein, wo wir immer sind, also im Bereich der Punkte. Aber Spa ist eine Power-Strecke. Da müssen wir noch zulegen. Also wird das hier für uns ein kniffliges Wochenende.»
Audi hat in Sachen Fahrbarkeit der Antriebseinheit Fortschritte gemacht. Wie muss sich der Formel-1-Fan dieses Thema vorstellen? Nico meint: «Da gibt es ganz viel verschiedene Faktoren, die der Pilot spürt. Es geht darum, wie die Antriebseinheit reagiert, wenn du aufs Gaspedal trittst, wie sich das Drehmoment entwickelt, hat es Spitzen oder ist das sanft?»
«Wir sprechen hier von Nuancen, die sich in Sekundenbruchteilen abspielen, wenn du mit dem Auto am Limit balancierst. Das Gleiche gilt auch für die Qualität der Schaltmanöver, beim Rauf- wie auch beim Runterschalten. All das hat Einflüsse auf die Balance des Rennwagens, all das muss Hand in Hand gehen.»
Ein Aufreger in den Ardennen: das Energie-Management auf dem Vollgaskurs mit diesen Turbohybrid-Motoren. Nico relativiert: «Wir sind nun beim zehnten GP-Wochenende, daran sollte sich jeder Fahrer inzwischen längst gewöhnt haben.»
«Ja, eine Runde wird sich hier anders anfühlen als in den Jahren zuvor, aber nicht dramatisch anders. Jeder Pilot weiss, wie es sich anfühlt, De-Rates zu haben, wenn wir also von der Elektrik nicht mehr die volle Leistung abrufen können am Ende einer Geraden, und das wird hier zu reden geben.»
«Aber das wird auch so sein in Monza und Baku, wo wir ebenfalls lange Vollgaspassagen haben. Wir kennen das inzwischen, das fühlt sich nicht so toll an in gewissen Passagen, aber das ist nun mal, was wir mit diesen Rennwagen haben. Das Reglement für 2026 steht, ab 2027 soll es ein wenig besser werden.»
Nico Hülkenberg wird von einem Kollegen auf die Sauregurkenzeit angesprochen und das Management von Carlos Sainz, das angeblich auf das Cockpit von Nico zielt.
Hülkenberg meint: «Ach, das ist doch nur Getöse. Mein Vertrag mit Audi ist glasklar, das Team ist mit Gabriel und mir zufrieden, und wir Fahrer sind bei Audi happy.»
Dann zieht Nico seinen 2017/2018er Renault-F1-Teamgefährten Sainz ein wenig durch den Kakao. «Ich glaube, der Reserveplatz wäre noch frei bei Audi, aber ich bin nicht sicher, ob Carlos das will.»
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