Günther Steiner zu Lewis Hamilton & Charles Leclerc/Ferrari: Gegner bluffen
Ferrari war in den freien Texas-Trainings top, aber in der Quali und im Rennen hatte Kimi Antonelli im Mercedes die Nase vorn. Ex-Haas-Teamchef Günther Steiner behauptet: «Die Gegner bluffen.»
Ein ums andere Mal werden die treuen Tifosi kalt geduscht. In allen drei freien Trainings zum USA-GP waren Ferrari-Fahrer die Schnellsten – Charles Leclerc in beiden Freitag-Trainings, Lewis Hamilton im dritten Training vom Samstag. Leclerc war auch der Schnellste in Q2, doch als es um die Pole ging, spielte Ferrari nur noch die dritte Geige, hinter Mercedes und Red Bull Racing.
Charles Leclerc und Lewis Hamilton stöhnten: «Es ist ganz schwierig, das Beste aus den Reifen zu holen, und wenn Andere im entscheidenden Moment zulegen, gelingt uns das oft nicht.»
Der frühere Haas-Teamchef Günther Steiner behauptet im Podcast Chequered Flag: «Ich habe wirklich das Gefühl, dass die Ferrari-Gegner im freien Training nicht zeigen, was sie wirklich können. Ferrari aber holt immer alles aus dem Wagen.»
«Ich erkenne da schon einen Trend. Es fällt einfach auf, wie Ferrari am Freitag oft den Ton angibt, aber dann fallen sie im Abschlusstraining zurück. Ich muss ehrlich zugeben: Ich kenne da keine Daten von den Teams. Es ist eher ein Bauchgefühl, dass die Gegner von Ferrari bluffen.»
In Q3 von Texas sagte Lewis Hamilton am Funk zu seinem Renningenieur Carlo Santi verblüfft: «Wo sind unsere Rundenzeiten geblieben? Die Anderen müssen Leistung aufgedreht haben.»
Später meinte der siebenfache Weltmeister: «Ich bin wirklich eine gute Runde gefahren, und am Auto haben wir kaum etwas verstellt. Es war auch nicht so, dass die Fahrzeugbalance zum Schluss aus heiterem Himmel anders gewesen wäre. Was mir einfach immer wieder auffällt – in den entscheidenden Runden sind die Autos von Mercedes und Red Bull Racing auf den Geraden einfach schneller.»
Das würde für mehr Motorleistung sprechen.
Im Fahrerlager des Autódromo Hermanos Rodríguez ergänzt der Mexiko-GP-Sieger von 2016 und 2019 zu den Aussichten für 2026: «Ich würde nicht sagen, dass Rang 2 in der Fahrer-WM bedeutungslos ist, mir ist aber Platz 2 bei den Konstrukteuren lieber, vor allem jedoch steht für mich die Arbeit im Hinblick auf 2027 im Vordergrund. Wir müssen die guten Seiten des heutigen Autos bewahren und die weniger guten ausmerzen.»
«Unsere jüngsten Teile haben geholfen, aber es war jetzt nicht der riesige Schritt vorwärts. Ich bin sehr stolz auf das Team, dass Ferrari in gewissen Entwicklungen wieder Leitwolf ist. Und ich bin auch zufrieden mit der Aero-Evolution. Für 2027 müssen wir aber noch mehr Gas gebe, auch mit der Antriebseinheit.»
«Schwer zu sagen, wie konkurrenzfähig wir hier sein werden. Wir fahren in diesem Jahr mit ungefähr 20 Prozent weniger Abtrieb als im Vorjahr, zudem hat der Mexiko-GP wegen der dünnen Luft seine eigenen Gesetze. Ich habe Leute sagen gehört, wir seien hier die Favoriten. Das sehe ich nicht so. Fahren wir mal zwei Trainings am Freitag, dann sehen wir weiter.»
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