Luca Montezemolo (Ex-Ferrari): Das ist bei Kimi Antonelli total verrückt
Der langjährige Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo (geboren in Bologna) lobt Bald-Weltmeister Kimi Antonelli (ebenfalls geboren in Bologna): «Er wird die Geschichte der Formel 1 neu schreiben.»
Der frühere Ferrari-Chef Luca Cordero di Montezemolo stammt wie Kimi aus Bologna und hat im Corriere della Sera festgehalten, was er bei Antonelli bedauert. Montezemolo ehrlich: «Es wurmt mich schon ein bisschen, ihn in einem Mercedes zu sehen. Ich würde ihn liebend gerne in einem Ferrari erleben.»
Aber wieso ist das eigentlich so? Hat Ferrari bei der Talentsuche den jungen Kimi einfach übersehen? Oder hat da jemand geschlafen?
Montezemolo sagt dazu Sky Italien: «Ich weiss, dass unser damaliger Sportdirektor Massimo Rivola die Absicht hatte, Antonelli unter Vertrag zu nehmen.»
Giovanni Minardi (Sohn von Rennstallgründer Giancarlo Minardi) hat gegenüber der Gazzetta dello Sport festgehalten: «Wir begannen früh damit, daran zu arbeiten, Kimi möglichst schnell in eine Nachwuchsförderung zu bringen. Wir sprachen sowohl mit Ferrari als auch mit Mercedes – es war wichtig, klug zu handeln und denjenigen Partner auszuwählen, der die grössten Garantien bieten konnte.»
Marco Antonelli hat dazu im Portal Formula Passion gesagt: «Kimi war elf Jahre alt und durfte sogar den Simulator in Maranello ausprobieren – denselben, der für die Schüler der Fahrer-Akademie von Ferrari entwickelt worden war. Alles war vorbereitet, um meinen Sohn bei Ferrari unterzubringen.»
«Aber Maurizio Arrivabene, damals Chef der Rennabteilung, sagte letztlich, mein Kind sei für das Nachwuchsprogramm noch zu jung. Einige Monate später meldete sich Mercedes bei uns, und der Rest ist Geschichte.»
Apropos Geschichte: Luca Montezemolo ist davon überzeugt, dass Kimi Antonelli die Formel 1 der kommenden Jahre prägen wird.
Der inzwischen 79-jährige Montezemolo sagt gegenüber der Bologneser Tageszeitung Il Resto del Carlino: «Kimis Leistung verändert schon jetzt die Geschichte des Automobilsports und des italienischen Sports. Und das sage ich als einer, der ich in meiner langen Zeit bei Ferrari nie die Gelegenheit hatte, den Titel zusammen mit einem italienischen Fahrer zu verfolgen. Ein bisschen tut es mir leid, aber damals waren zwei Siegfahrer wie Michele Alboreto und Riccardo Patrese schon am Ende ihrer Karrieren, und es gab keine Italiener von ihrem Kaliber, der zu jener Zeit am Nachrücken war.»
«Wir spüren bei Kimi die ganze Kraft seiner Familie. Wir leben in Zeiten, in denen die soziale Zersetzung gerade von der ersten Zelle, der Familie, ausgeht. Kimi hat das Glück, mit Eltern aufzuwachsen, die ihm gute Werte des Lebens vermittelt haben. Ich möchte dies betonen, unabhängig von den sportlichen Ergebnissen, und es macht mich besonders stolz, dass dieser Junge, neben seinen Wurzeln in Bologna, auch ein Teil von mir ist. Manchmal denke ich: Es ist total verrückt, dass der erste Erbe von Formel-1-Weltmeister Alberto Ascari ausgerechnet in Bologna geboren wurde, 20 Autominuten vom Ferrari-Sitz Maranello entfernt.»
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