Lewis Hamilton zu Ferrari-Gerüchten: «Diese Leute haben doch keine Ahnung!»
Der Engländer Lewis Hamilton (41) spricht Klartext über die Wirbel rund um Ferrari und nimmt Gerüchte-Verbreiter knallhart in die Pflicht: «Ich finde all diese Negativität manchmal frustrierend.»
Für den siebenfachen Formel-1-Champion Lewis Hamilton steht fest: «Massgeblich für den Erfolg eines Formel-1-Teams sind Struktur und Stabilität. Die Leute müssen am gleichen Strang ziehen. Und ich glaube, das trifft auf jedes Geschäft zu, nicht nur auf die Königsklasse.»
Klar bezog sich die Frage an den Rekord-Champion in diesem Zusammenhang auf den gewaltigen Wirbel rund um Teamchef Fred Vasseur. Die Fragen um die Zukunft des Franzosen wurden so intensiv thematisiert, dass sich Ferrari gezwungen sah, Ende September an die Öffentlichkeit zu gehen und dem Ferrari-Steuermann den Rücken zu stärken – um endlich wieder Ruhe ins Haus zu bringen.
Hamilton ist überzeugt: «Fred hat unsere volle Unterstützung. Mir scheint, der Fokus einiger Menschen liegt zu oft auf einer Person und auf einer Rolle. Die Wahrheit ist – Fred ist eine hervorragende Führungspersönlichkeit, und er führt Ferrari in die richtige Richtung.»
«Wir haben unter seiner Leitung grosse Fortschritte erzielt, und unser derzeitiges Defizit liegt fast alleine an der Antriebseinheit. Je nach Rennstrecke reden wir hier von einem Rückstand von bis zu sechs Zehntelsekunden pro Runde – nur wegen mangelnder Leistung. Wir sind uns dessen bewusst und arbeiten daran, das für 2027 zu beheben.»
«Ich sehe, wie die Ferrari-Mitarbeiter ackern, um uns wieder an die Spitze zu bringen. Und ich finde es manchmal frustrierend, dass sich einige Leute nur auf die Negativität konzentrieren. Klar machen wir Fehler, und die geben wir auch offen zu, aber bei Ferrari hat man immer den Eindruck, alles sei zehn Mal schlimmer.»
«Mir selber sind die ganzen Spekulationen herzlich egal, aber ich sehe, was Gerüchte und Mutmassungen bei den Menschen von Ferrari bewirkt. Sie versuchen jeden Tag, ihr Bestes zu geben, und dann lesen sie diese Geschichten oder die Stories werden ihnen von Familie und Freunden zugetragen. Da kann schnell mal der Eindruck entstehen, dass sie es einfach nicht recht machen können, egal wie sehr sie sich strecken, und das ist nicht in Ordnung.»
«Ich habe für mich selber die Entscheidung getroffen – ich lese das einfach nicht mehr, ich kapsle mich ab. Denn ich weiss: Das meiste, was da zusammengeschrieben wird, stammt von Menschen, die keinen Schimmer davon haben, was wirklich bei Ferrari passiert.»
«Diese Leute wissen nicht, was hinter verschlossenen Türen geschieht, und sie ahnen nicht, wie hart bei Ferrari gearbeitet wird. Stattdessen werden Mutmassungen und Meinungen verbreitet, und ich finde das wirklich ermüdend. Daher: Am besten nichts lesen, die Störgeräusche ausblenden und sich voll und ganz auf die Arbeit konzentrieren.»
Ferrari-Superstar Lewis Hamilton stand auf dem Sepang International Circuit von Malaysia fünf Mal auf Pole und hat den Grand Prix 2014 gewonnen (2014). Aber der 395-fache GP-Teilnehmer sagt: «Ich kann mich kaum an die Rennen erinnern.»
«Meine Erinnerungen sind eher stärker, was meine damalige Arbeit als Mercedes-Fahrer mit Partner Petronas betrifft. Wir waren oft in den Twin Towers von Kuala Lumpur zu Gast, das war immer cool, und ich habe verschiedene Orte besucht, an welchen Petronas tätig ist. Der Kontakt mit den Mitarbeitern war immer schön, und daran denke ich gerne zurück.»
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