Last-Minute-Ogura: War mir wichtig, mich bei einer Time-Attack zu steigern!
Während das MotoGP-Fahrerlager zusammenpackte, stürmte das Trackhouse-Duo an die Spitze. Ai Ogura räuberte in der letzten Minute an Teamkollege Fernandez vorbei. Wie immer blieb der Japaner gelassen.
Bereits während des Spanien-GP hatte der Trackhouse-Aprilia-Pilot Ai Ogura viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Trotz gutem Freitag (Platz 5) war Ogura im nassen Qualifying im wahrsten Sinne bis auf Platz 11 zurückgespült worden. Auch im Chaos-Sprint fand sich Ogura nicht zurecht, Platz 15. Doch unter blauem Himmel zeigte der Moto2-Champion von 2024 groß auf, zog an einer ganzen Horde Gegnern vorbei und erreichte noch Platz 5.
Der eintägige MotoGP-Test verlief für den bislang in den Rennen beeindruckend konstanten Racer aus Tokio erstmal unauffällig. Die Nummer 79 umrundete den Circuito 34-mal und kam dabei auf eine 1:37,0 min. Zum Vergleich: Bei seiner Aufholjagd am Sonntag kam Ogura nicht unter 1:37,6 min.
Nach dem gleichen Muster ging es auch am Nachmittag weiter. Ogura erprobte unter anderem ein geändertes Heckteil und blieb weiter unscheinbar im Mittelfeld verborgen. Doch als etliche Anwesende bereits mit dem Tag abgeschlossen hatten das Fahrerlager längst im großen Aufbruchmodus war, schmetterte Ogura noch einmal um den Kurs. Der Japaner nahm Anlauf und mit der letzten Runde des Tages sprang der Trackhouse-Pilot auf P1. Ogura und Teamkollege Raul Fernandez waren damit die einzigen Piloten unter der Marke von 1:36 min.
Als Ogura den Helm abgenommen hatte, zeigte er sich selbst erstaunt über das Ende des Tests. «Ich bin überrascht und ich frage mich, was die anderen am Nachmittag noch getestet haben – denn niemand hat versucht, die Bestzeit zu fahren. Ich denke, Raul und ich waren die Einzigen mit einer Attacke. Und selbst ich bin nur eine gefahren, am Ende war es eine schnelle Runde, nicht mehr.»
Die konnte sich der WM-Achte auch leicht erklären: «Die Rennstrecke war in sehr gutem Zustand und wir hatten sicher mehr Haftung zur Verfügung als in den letzten Tagen. Deswegen würde ich die Rundenzeiten nicht zu sehr in den Fokus nehmen.» Und doch gab der 25-Jährige zu: «Aber es freut mich und es war wichtig, dass es mir beim Test gelungen ist, meine Zeit aus dem Zeittraining zum GP zu verbessern.»
Die Statistik bestätigt: Oguras Bestzeit, die ihn direkt in Q2 brachte – 1:36,248 min. Um 18.00 Uhr am Montag tauchte mit dem Namen Ogura eine 1:59,944 min auf. Sehr zufriedene Gesichter gab es nicht nur in der US-Mannschaft von Trackhouse. Mit Marco Bezzecchi auf Rang 3 gelang es dem Projekt aus Noale, sich im Laufe des Testtages wieder mit drei Piloten an der Spitze zu etablieren. Und während der Abstand zwischen beiden Führenden im grellen Look des aufgestiegenen Sponsor-Partners SuperFile lediglich 0,005 sec betrug, verlor Marc Marquez als bester Ducati-Pilot auf Rang 0,333 sec.
Auch wenn etliche MotoGP-Asse auf einen aggressiven Bestzeiten-Angriff verzichteten, die Ränge 1–3 werden den Aprilia-Piloten nach dem entgangenen GP-Sieg guttun Jorge Martin, vierter Aprilia-Pilot, beendete den Jerez mit 0,739 sec Rückstand auf Platz 10.
Pos.
Fahrer
Hersteller
Zeiten
1.
Ai Ogura (J)
Aprilia
1:35,944 min
2.
Raul Fernandez (E)
Aprilia
+0,005 sec
3.
Marco Bezzecchi (I)
Aprilia
+0,328
4.
Marc Marquez (E)
Ducati
+0,333
5.
Pedro Acosta (E)
KTM
+0,355
6.
Alex Marquez (E)
Ducati
+0,450
7.
Fabio Quartararo (F)
Yamaha
+0,495
8.
Fabio Di Giannantonio (I)
Ducati
+0,533
9.
Johann Zarco (F)
Honda
+0,714
10.
Francesco Bagnaia (I)
Ducati
+0,727
11.
Jorge Martin (E)
Aprilia
+0,739
12.
Enea Bastianini (I)
KTM
+0,743
13.
Diogo Moreira (BR)
Honda
+0,934
14.
Luca Marini (I)
Honda
+0,952
15.
Joan Mir (E)
Honda
+1,033
16.
Brad Binder (ZA)
KTM
+1,036
17.
Jack Miller (AUS)
Yamaha
+1,064
18.
Fermin Aldeguer (E)
Ducati
+1,095
19.
Franco Morbidelli (I)
Ducati
+1,127
20.
Dani Pedrosa (E)
KTM
+1,539
21.
Toprak Razgatlioglu (TR)
Yamaha
+1,546
22.
Alex Rins (E)
Yamaha
+1,597
23.
Lorenzo Savadori (I)
Aprilia
+1,793
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