Jerez-Test: Aprilia mit drei Piloten an der Spitze, Marc Marquez Vierter
Beim MotoGP-Test in Jerez wendete sich das Blatt. Mit jeder weiteren Runde verstärkte sich die Lage im Aprilia-Lager. Am Ende führten drei RS-GP. Marc Maquez bester Ducati-Pilot, Acosta im Aufwind.
Nach einer intensiven Einheit über drei Stunden am Montagvormittag und einer Session für Probestarts wurde die Strecke schnell wieder freigegeben Wenig überraschend kreisten zunächst nur wenige MotoGP-Asse, darunter Fabio Quartararo (Yamaha) und Honda-Rookie Diogo Moreira. Der junge Brasilianer musste sich auf ein Motorrad beschränken, denn nach Toprak Razgatlıoğlu hatte auch der zweite Neueinsteiger einen Crash zu verdauen. Wir Toprak zog es den Moto2-Weltmeister in Kurve 3 vom Motorrad. Moreira blieb unversehrt und gehörte dann mit 49 Runden zu den fleißigsten Testern.
Von dem Crash zeigte er sich zudem unbeeindruckt. Der Honda-LCR-Fahrer verblüffte mit einer 1:36,878 min. Als 13. war er zweitschnellster Honda-Pilot.
Nicht nur Rookies stürzten in Jerez: Auch der erfahrenste Pilot des Tests war sein Gerät in der Zielkurve los – Dani Pedrosa. Der Speed des 40-jährigen KTM-Testers dürfte manchem Stammfahrer zu denken geben. Der Spanier, seit Monaten nur noch bei KTM mit der 850er-Neuentwicklung beschäftigt, kam mit der 1000er auf 1:37,4 min und war damit fixer unterwegs als die Yamaha-Werksfahrer Razgatlioglu und Rins. Pedrosa blieb bei dem Abflug gegen 16.15 Uhr unversehrt.
An der Spitze hatte sich dann wieder ein bekanntes Bild ergeben. Alex Marquez meldete sich nach einer längeren Mittagspause mit einer Salve guter Runden an der Spitze zurück. Der GP-Sieger war und ist wie Fabio Di Giannantonio als GP26-Pilot mit in die Weiterentwicklung eingebunden. Alex Márquez drehte am Nachmittag 31 Runden, blieb am Nachmittag auf seiner 1:36,409 min und Rang 5 in der kombinierten Liste sitzen.
Einen deutlichen Schritt konnte Pedro Acosta zeigen. Am GP-Wochenende nur zweite Kraft hinter Tech3-Pilot Enea Bastianini fand sich der junge Spanier mit den Test-Spezifikationen deutlich besser zurecht. Seiner 1:36,7 am Morgen ließ Acosta nun eine 1:36,2 folgen – damit fand sich der Zehnte des GP und WM-Vierte nun wieder vor dem Triumphator des Vortags wieder.
Noch schneller war am Sonntag der per Riesencrash ausgeschiedene Marc Marquez Der Weltmeister war mit weiteren 37 Runden beschäftigt. Die Uhr blieb für «MM93» am späten Nachmittag bei 1:36,277 min stehen. Damit fehlten 0,005 s auf den aktuellen Chef der MotoGP, Marco Bezzecchi. Der addierte nochmals 35 Runden aufs Testprotokoll und steigerte sich um eine beachtliche halbe Sekunde. Am Ende eines langen Testtags in Jerez egalisierte Bezzecchi mit der drittbesten Zeit seine Leistung aus dem Zeittraining. Auch das hat der WM-Leader auf Platz 3 beendet.
Die Überraschung des Tages: Raul Fernandez. Der Sechste des Spanien-GP und des WM-Klassements steigerte sich am Nachmittag um fast eine Sekunde. Runde 33 von 38 beendete die Nummer in 1:35,949 min. Dass der Trackhouse-Pilot schnelle Runden auf Kommando abrufen kann, ist keine Neuigkeit. So beendete der Madrilene den letzten MotoGP-Test in Europa im vergangenen November in Valencia als Spitzenreiter – vor Marco Bezzecchi.
Kein anderer Pilot folgte unter die Marke von 1:36 min – bis 17:59 Uhr. Denn in den letzten Minuten zauberte sich sein Teamkollege Ai Ogura noch auf Platz 1: 1:35,944 min. Ein versöhnliches Ende für den Japaner, der im Zeittraining zum Spanien-GP nicht unter 1:36,2 min gekommen war – und ein weiteres sportliches Ausrufzeichen von Trackhouse Racing.
Der Test der Königsklasse in Jerez endete mit vielen Ähnlichkeiten zum Valencia-Test und einer Aprilia-Doppelspitze. Damit nutzte Aprilia die Eintages-Erprobung im besten Sinne, um auch in Jerez die zuletzt zementierte Position an der Spitze wiederherzustellen. Und doch blieb der Streckenrekord aus dem Jahr 2025 stehen. Inhaber Fabio Quartararo fehlten mit der V4-Yamaha rund acht Zehntel auf seine eigene Bestmarke.
Dennoch erstaunlich: Der Franzose beendete den Test noch vor Fabio Di Giannantonio auf Platz 6. «El Diablo» war damit sogar drei Zehntel schneller unterwegs als im Zeittraining vor drei Tagen – ein Hoffnungsschimmer für das Yamaha-Lager.
Ergebnisse MotoGP, Jerez-Test (27. April):
Pos.
Fahrer
Hersteller
Zeiten
1.
Ai Ogura (J)
Aprilia
1:35,944 min
2.
Raul Fernandez (E)
Aprilia
+0,005 sec
3.
Marco Bezzecchi (I)
Aprilia
+0,328
4.
Marc Marquez (E)
Ducati
+0,333
5.
Pedro Acosta (E)
KTM
+0,355
6.
Alex Marquez (E)
Ducati
+0,450
7.
Fabio Quartararo (F)
Yamaha
+0,495
8.
Fabio Di Giannantonio (I)
Ducati
+0,533
9.
Johann Zarco (F)
Honda
+0,714
10.
Francesco Bagnaia (I)
Ducati
+0,727
11.
Jorge Martin (E)
Aprilia
+0,739
12.
Enea Bastianini (I)
KTM
+0,743
13.
Diogo Moreira (BR)
Honda
+0,934
14.
Luca Marini (I)
Honda
+0,952
15.
Joan Mir (E)
Honda
+1,033
16.
Brad Binder (ZA)
KTM
+1,036
17.
Jack Miller (AUS)
Yamaha
+1,064
18.
Fermin Aldeguer (E)
Ducati
+1,095
19.
Franco Morbidelli (I)
Ducati
+1,127
20.
Dani Pedrosa (E)
KTM
+1,539
21.
Toprak Razgatlioglu (TR)
Yamaha
+1,546
22.
Alex Rins (E)
Yamaha
+1,597
23.
Lorenzo Savadori (I)
Aprilia
+1,793
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