Martin Brundle zu Max Verstappen: «Das hätte Schumacher anders gelöst»
Max Verstappen macht aus seinem Herzen keine Mördergrube: Er kritisiert schonungslos die Rennwagen-Generation 2026. Beim früheren GP-Piloten Martin Brundle löst das gemischte Gefühle aus.
Der vierfache Formel-1-Weltmeister Max Verstappen hält sich nicht zurück, wenn es um die neuen Rennautos 2026 geht: Für den 28-jährigen Niederländer ist das alles zu viel Energie-Management und zu wenig Racing, er hat das Fahren mit Mario Kart verglichen, ihm missfällt, dass viele Eigenheiten im Umgang mit den Fahrzeugen gegen jeden Renninstinkt spricht.
Die Aussagen von Verstappen haben unterschiedliches Echo ausgelöst. Viele loben die Ehrlichkeit des 71-fachen GP-Siegers, andere unterstellen Max, er sei nur deshalb so wütend, weil er mit Red Bull Racing hinterherfahre.
Max’ Papa Jos Verstappen widerspricht: «Er würde diese Autos auch dann anprangern, wenn er vorne mitgeigen würde.»
Brundle: «Max ist halt immer ohne Filter»
Der 158-fache GP-Teilnehmer und heutige Sky-GP-Experte Martin Brundle spürt bei der Kritik von Max Verstappen gemischte Gefühle. Der Sportwagen-Weltmeister von 1988 und Le Mans-Sieger von 1990 ordnet das im Podcast The F1 Show so ein: «Max ist halt immer ohne Filter, nicht wahr? So war er schon immer. Und er hat in Sachen Formel 1 immer gesagt: ‚Ich bin nicht auf ewig hier.‘»
«Max würde sagen, es werde langsam etwas langweilig. Ich finde auch, es wird etwas langweilig – mit dem, was er sagt. Er soll halt gehen oder dann aufhören, darüber zu reden, denn es ist nun mal, wie es ist. Man muss das Beste daraus machen.»
«Ich würde sein Talent immens vermissen. Sein Speed und seine Fahrzeugbeherrschung sind etwas, das nur sehr wenige Menschen in der Geschichte des Motorsports hatten. Er ist wirklich aussergewöhnlich."
Brundle: «So hätte Schumacher das gelöst»
«Seine Argumente knallt er schonungslos auf den Tisch und durchaus fundiert, was im Moment einfach falsch ist. Aber was ein Michael Schumacher getan hätte – die Tür schliessen, auf den Tisch hauen, metaphorisch die richtigen Leute an der Kehle packen und am Ende mit einem Lächeln hinausgehen und zu sagen: 'Alles ist in Ordnung.' Erst wenn solche Schwierigkeiten nicht in Ordnung gebracht werden, geht man an die Öffentlichkeit. Aber so macht er das nicht.»
Brundle betont: «In diesem Sport ist niemand unersetzlich. Ich habe schon viele grossartige Menschen kommen und gehen sehen, und die Formel 1 geht auch ohne sie weiter. Das gilt für jeden von uns. Sobald wir aufhören, wird man darüber reden, wer als Nächstes den Job macht. Es gibt unzählige Antonellis, Bearmans und Lindblads da draußen, die die Arbeit unglaublich gut machen würden, für ein Prozent des Geldes.»
«Ganz ehrlich – ich wäre überrascht, wenn er wirklich aufhören würde. Es ist grossartig, ihn auch auf dem Nürburgring zu sehen. Aber glaube ich deswegen, dass er einfach aus der Formel 1 aussteigen würde? Nein, das glaube ich nicht; vorausgesetzt, er bekommt ein Auto, das ihm gefällt.»
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