Max Verstappen nach Crash nur P20: Was ist im Australien-GP noch zu retten?
So hatte sich das der vierfache Formel-1-Champion Max Verstappen nicht vorgestellt: Dreher im ersten Quali-Segment, schuldlos out, Startplatz 20. Was kann der Niederländer von da aus erreichen?
Alle Experten waren sich sofort einig: Das war kein normaler Dreher. Zum Beginn seiner ersten schnellen Runde brach das Heck von Max Verstappens Rennwagen schlagartig aus, alle Fahrkunst des Niederländers kam da zu spät, der 71-fache GP-Sieger kreiselte in den Kies, aus.
Später erklärte Red Bull Racing-Technikchef Pierre Waché: «Der Grund für den Unfall war eine fehlerhafte Software. Sie hat bewirkt, dass in jenem Moment an der Hinterachse zu viel Energie gesammelt wurde, was zum Blockieren der Hinterachse geführt hat.»
«Das ist ein Problem, das sich leicht lösen lässt. Das macht mir keine Sorgen für den Grand Prix. Hätte Max dieses Problem nicht gehabt, dann wäre er ungefähr drei Zehntelsekunden hinter dem schnellsten Mercedes gewesen.»
Noch ist unklar, ob Max und Red Bull Racing beschliessen, den Grossen Preis von Australien aus der Boxengasse aufzunehmen. Falls nicht und abhängig von Strafversetzungen der Gegner würde dies in aller Wahrscheinlichkeit Startplatz 20 bedeuten für den 26-Jährigen.
Die grosse Frage unter den Verstappen-Fans nun: Was ist von dieser schwierigen Ausgangslage noch möglich? Die Antwort darauf sollte ein wenig Hoffnung schenken, und dies aus drei Gründen.
Australien-GP als Ausfallrennen?
Der langjährige Formel-1-Fahrer Martin Brundle ist überzeugt: «Wir werden beim Saisonauftakt ein Ausfallrennen erleben. Viele Autos sind nicht standfest genug. Ich erwarte – wer hier ins Ziel kommt, der wird auch punkten. Ich könnte mir also durchaus zwölf Ausfälle vorstellen.»
Die Standfestigkeit der Rennwagen hatte 2025 einen überaus eindrucksvollen Grad erreicht. Die Teams hatten die Technik der ausgereiften Fahrzeuge im Griff, Ausfälle wurden zur Seltenheit. Bei sieben Rennen 2025 kamen 19 oder alle 20 Autos ins Ziel! Das wird in Melbourne 2026 ganz anders sein.
Speed: Max Verstappen kann vorrücken
Leider haben wir nicht erlebt, was Max Verstappen in der Quali hätte ausrichten können. Nehmen wir seinen Stallgefährten Isack Hadjar als Gradmesser: Der 21-jährige Franzose hat in seinem ersten Abschlusstraining als Red Bull Racing-Fahrer einen hervorragenden dritten Startplatz erreicht, ganz knapp hinter Kimi Antonelli im zweiten Mercedes. Es ist anzunehmen: Max wäre mindestens so schnell gewesen. Aus dem Bauch – ein Platz in Reihe 1 war in Griffweite für Max.
An purem Speed sollte Verstappen im Grand Prix also vielen Fahrzeugen vor ihm überlegen sein, damit kann der Niederländer vorrücken. Was zum dritten Punkt führt …
Aufholjagden: Verstappen ist ein Spezialist
Max Verstappen hat mit Red Bull Racing immer wieder gezeigt, dass er selbst von weit hinten in der Startaufstellung gute Platzierungen herausfahren kann. Einige Beispiele gefällig?
Russland 2021: Verstappen muss vom 20. Startplatz ins Rennen gehen, bei Mischverhältnissen wird er am Ende Zweiter hinter Lewis Hamilton.
Interlagos 2025: Max braust von Startplatz 19 los, am Ende steht er als Dritter auf dem Siegerpodest.
USA 2018: Auf dem Circuit of the Americas ausserhalb von Austin (Texas) muss Max mit P18 vorlieb nehmen. Von dort strebt er unwiderstehlich nach vorne und muss sich am Ende nur Kimi Räikkönen im Ferrari beugen.
Interlagos 2024: Eine der besten Darbietungen eines Piloten in der ganzen Formel-1-WM – von Startplatz 17 fährt Verstappen zum Sieg in Brasilien.
Die Statistik zeigt: In 14 Rennen, in welchen Verstappen von P16 oder schlechter losgefahren ist, kam er elf Mal in den Top-Ten ins Ziel.
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