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Montezemolo: «Sollen die anderen doch Go-Kart fahren»

Ferrari-Präsdent Luca di Montezemolo ist der Meinung, dass in der Formel 1 wieder viel mehr getestet werden sollte. Teams, die sich das nicht leisten können, sollten eben nicht in der Königsklasse antreten.

Formel 1

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Seit 2009 darf in der Formel 1 während der Saison nicht mehr getestet werden. Die FIA führte diese Regel ein, um Kosten zu sparen und besonders die kleinen Teams finanziell weniger zu belasten. Seitdem kommt der Arbeit in den Windkanälen immer größere Bedeutung zu und, auch wenn es in der nächsten Saison, neben den drei Tests vor der Saison, wieder vier jeweils zweitägige Testfahrten während der Saison geben soll, sei das nicht genug, findet Ferrari-Chef Luca di Montezemolo.

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Die Kosten für die Simulatoren seien dermaßen gestiegen, dass man darüber nachdenken sollte, wieder mehr auf der Strecke zu testen, fordert Montezemolo. Das sei effektiver für die Teams und am Ende auch billiger. "Es ist ein Witz", sagte der Italiener kürzlich bei einem Essen mit Journalisten in Fiorano. "Wir waren gezwungen, eine Menge Geld in diese furchtbaren Maschinen zu investieren und künstlich zu testen, anstatt hier und in Mugello."

Für die Teams, die sich keine Testfahrten leisten können, hat der 66-Jährige auch einen guten Rat parat: "Dann wäre es eben besser, in der GP2 anzutreten, bei den Go-Karts oder Basketball zu spielen. Ich will testen, um auch den jungen Fahrern eine Möglichkeit zu geben, die Autos zu fahren und Erfahrung zu sammeln."

Außerdem sollten die Fans auch mehr zu sehen bekommen, fuhr Montezemolo fort. "Zwischen den Rennwochenenden passiert in der Formel 1 absolut nichts, rein gar nichts. Testfahrten wären auch eine gute Möglichkeit für die Sponsoren, sich der Öffentlichkeit mehr zu präsentieren. Tests sind auch weniger teuer, als jeden Monat diesen schrecklichen Simulator zu bauen und weiterzuentwickeln. Darüber müssen wir uns für die Zukunft unterhalten."

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Der Italiener ist sich zwar bewusst, dass die Formel 1 schon jetzt sehr teuer ist, Testfahrten zu beschränken sei aber keine Lösung. In anderen Sportarten käme man schließlich auch nicht ohne Training aus. "Wenn man im Fußball in der Champions' League mitspielen will, muss man gute Spieler einkaufen und mitunter vier oder fünf Mal am Tag trainieren. Das ist Wettbewerb", sagte er. "Ich finde es lächerlich, dass wir in der Formel 1 auf der einen Seite nicht testen dürfen, auf der anderen aber gezwungen werden, immense Summen in einem Windkanal zu investieren, in dem wir Aerodynamik entwickeln, die wir bei meinen Straßenautos nicht anwenden können."

Hätte es 2013 Testfahrten gegeben, wäre der Königsklasse auch das Reifenchaos erspart geblieben, ist Montezemolo sicher. "Ich will nicht wie ein konservativer Formel-1-Fan dastehen, aber wenn wir mehr hätten testen dürfen, wäre der Reifenskandal nicht passiert, denn auch für Pirelli ist es schwierig, da sie nicht viel testen dürfen."

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