Piastri (McLaren) kritisiert F1-Motorenreglement: «Das ist echt ätzend»
Das neue Motorenreglement der Formel 1 seit 2026 wird immer wieder kontrovers diskutiert. McLaren-Pilot Oscar Piastri findet nach dem Rennen in Spa klare Worte. Was Besserung versprechen könnte...
Das neue Motorenreglement der Formel 1 sorgt für spannende und abwechslungsreiches Racing auf der Strecke. Es gibt vergleichsweise viele Überholmanöver, die mangelnde Zuverlässigkeit unter neuem Reglement bringt für Zuschauer einen extra Spannungsfaktor rein. Und noch sind Teams, Motorenhersteller und Fahrer weiterhin im Kennlernprozess mit ihrem neuen Reglement. Das ist nach außen spannend – für Teams und Fahrer aber oft frustrierend. In Spa war wegen der langen Geraden und schnellen Kurven das Aufladen besonders knifflig.
Auch nach dem zehnten Rennwochenende der neuen Saison (unter neuem Reglement für Chassis und Motoren) geben die Antriebseinheiten immer wieder Rätsel auf. Auch kurz vor der Sommerpause haben Motorenhersteller und Teams immer noch viele Fragezeichen zu den Kniffen und Eigenheiten des neuen Energiemanagements. Die Performance schwankt – wie und wann die Batterien sich genau aufladen, ist immer wieder schwer zu kalkulieren (siehe Russells Batterieprobleme beim Start in Spa).
«Das ist echt ätzend»
Wie fühlt es sich für einen Rennfahrer an, nicht komplett zu verstehen, wie das Energiemanagement der Boliden funktioniert? McLaren-Pilot Oscar Piastri findet klare Worte: «Das ist echt ätzend. Ich kann es wirklich nicht anders ausdrücken.»
Wie viel Rolle spielt der Computer
Der Australier veranschaulicht das Problem: «Wenn die Startaufstellung des Rennens durch einen Computer bestimmt wird, der sich mal gut und mal schlecht verhält, ist das eine ziemlich miese Art, Rennen zu fahren.» Denn noch ist nicht immer durchschaubar, wie sich die modernen Antriebseinheiten unter welchen Bedingungen verhalten.
Piastri: «Es wird natürlich stark übertrieben und noch schlimmer gemacht. Aber wenn man sich nach einem Qualifying alle Kurven ansieht und feststellt: Ich bin auf Augenhöhe mit meinem Teamkollegen – und am Ende liege ich zwei Zehntel zurück, ist das kein besonders schönes Gefühl.»
Hoffnung auf Besserung
Das Problem für diese Fehleinschätzungen und das Durcheinander liegt im neuen Reglement, das äußert komplex ist mit viel Energierückgewinnung. Piastri: «Das ist in diesen Motoren tief verwurzelt. Natürlich wird es besser werden, wenn alle Hersteller die Motoren besser verstehen. Und es ist nicht nur ein Problem für uns oder Mercedes, sondern ein Problem bei allen Motoren, wie ich mit einigen der anderen Fahrer gesprochen habe. Aber die Tatsache, dass es überhaupt ein Problem ist, ist nicht nur für mich ziemlich ärgerlich.» McLaren bekommt von Mercedes Motoren geliefert.
Piastri sagte nach dem Belgien-Rennen etwas resigniert: «Die Motoren sind so kompliziert. Sie reagieren empfindlich auf alles, und sogar Dinge, die man in einer Auslaufrunde macht, können den weiteren Verlauf bestimmen – es ist also eine sehr knifflige Art, Rennen zu fahren.» Für die Fans abwechslungsreich und unterhaltsam – aber für die Fahrer oft frustrierend.
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