Nachtanken: FIA-Präsident Jean Todt fordert Studie
Während Red Bull Racing-Teamchef die Rückkehr der Tankstopps ablehnt, ist FIA-Präsident Jean Todt von der Idee, leichtere Autos am Start zu haben, sehr angetan. Nun fordert er eine Studie zu den Vor- und Nachteilen.
Bereits in Le Castellet stellte Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner auf SPEEDWEEK.com-Nachfrage klar: "Ich kann mir die Rückkehr der Tankstopps gar nicht vorstellen. Geh mal zurück und schau dir die Rennen an, in denen wir noch Tankstopps hatten. Das waren einige der langweiligsten GP, die wir je gesehen haben. Die Strategie wird dann durch die Menge an Sprit diktiert, die man ins Auto packt, und ich denke nicht, dass es irgendetwas zur Show beitragen würde."
Sein Widersacher Toto Wolff ist in dieser Frage entspannter. Der Mercedes-Motorsportdirektor betonte kurz zuvor: "Ich denke, wir sollten da keine heiligen Kühe haben. Wir sollten alles anschauen und uns fragen, ob es für uns funktioniert. Das Nachtanken bringt sicher einen gewissen Unterhaltungswert, ein neuer Unsicherheitsfaktor. Es macht auch die Autos sehr viel leichter zu Beginn des Rennens. Die Fahrer können also viel härter pushen. Wir müssen alles genau analysieren und dann müssen wir die besten Entscheidungen treffen."
Jean Todt, Präsident des Automobilweltverbands FIA, geht im BBC-Interview sogar noch einen Schritt weiter: "Persönlich würde ich mich über ein Tankstopp-Comeback freuen. Aber ich wäre auch glücklich mit einer Studie, die sich mit den Vor- und Nachteilen einer Rückkehr des Nachtankens befasst."
Der Franzose ist sich sicher: "Die Autos sind zu schwer geworden, was wir bereits diskutiert haben. Ich setze mich für eine Analyse ein, in der wir klären, was eine Tankstopp-Rückkehr bedeuten würde. Wenn wir wieder während der Rennen tanken, dann sind die Autos beim Start leichter und sie können auch kompakter konstruiert werden."
Das Argument, die Tankstopps würden die Kosten wieder in die Höhe treiben, kann Todt nicht ganz ernst nehmen. "Wenn ich das höre, dann muss ich lächeln. Denn wenn man sich die Grösse der Motorhomes der Teams anschaut, dann glaube ich nicht, dass es die Kosten wären, die eine Einführung der Tankstopps verhindern werden."
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