Patrick Friesacher: «Bearman-Crash hätte noch viel schlimmer sein können!»
Der ehemalige Formel 1-Fahrer Patrick Friesacher analysierte im Hangar-7 den Japan-Grand Prix und sprach unter anderem über den heftigen Einschlag von Haas-Pilot Ollie Bearman in die Barrieren.
Im Rahmen der TV-Live-Sendung „Sport und Talk aus dem Hangar-7“ in Salzburg wurde am Montagabend der Japan-Grand Prix in Suzuka mit dem Sieg von Mercedes-Ass Kimi Antonelli ausgiebig analysiert. Als Experte zu Gast war der ehemalige Minardi-Fahrer Patrick Friesacher (45). Ein Thema war dabei auch der schwere Unfall von Ollie Bearman (Haas), der plötzlich den langsamen Franco Colapinto vor sich hatte.
Zum heftigen Crash des Briten sagt der Kärntner: „Der hat wirklich Glück gehabt! Mit 50g da einzuschlagen, ist wirklich nicht so ohne! Er ist da mit 50 km/h schneller angekommen – es hätte noch viel schlimmer ausgehen können. Colapinto ist rechts gefahren und hat die Lenkung geöffnet und ist leicht nach links gezogen und dann ist der Unfall passiert. Bearman hat sich am linken Knie verletzt, aber Gott sei Dank es ist glimpflich ausgegangen. Hoffentlich wird da in Zukunft eingeschritten.“
Das Problem erklärt Patrick Friesacher so: „Colapinto hat vom Renningenieur vorher schon im Sektor davor die Infos bekommen, dass er den Arvid Lindblad überholen soll. Deswegen hatte er seine Batterieeinheit schon komplett verbraucht. Dann hat er aus der Hairpin rausbeschleunigt und hatte keine Batterieeinheit mehr zur Verfügung.»
«Bearman war direkt dahinter und er hatte den Boost-Knopf noch. Da hast du dann momentan 750 kw mehr – 400 vom Verbrenner und 350 vom Elektromotor. Wenn die Elektroeinheit aufgebraucht ist, dann tust du dir schwer, dann bist du halt auf einmal um 50 km/h langsamer. Das wird noch öfter der Fall sein. Carlos Sainz hat sich da auch schon aufgeregt, dass es da Unfälle geben könnte.“
Patrick Friesacher: «Da muss die FIA eingreifen»
Friesacher fordert in diesem Zusammenhang auch Adaptionen: „Da muss die FIA dann eingreifen und etwas mehr auf die Fahrer hören. Sie müssen mehr auf die Fahrer hören als auf die Teams, denn die Fahrer sitzen da drinnen, die wissen was da abgeht. Wenn du mit 50 km/h schneller zu einem Auto kommst und du rechnest damit nicht, dann kannst du schon mal in die Bredouille kommen. Wir haben das gleiche Manöver bei Nico Hülkenberg und Isaak Hadjar gehabt, da ist es gut ausgegangen. Aber Colapinto hat halt leicht nach links gelenkt und dann war für Bearman kein Platz mehr.“
Friesacher weiß: „Du willst den Platz natürlich nicht herschenken, jeder Rennfahrer kämpft um seinen Platz. Bearman ist dann auf die Wiese gekommen, hat das Auto verloren und ist mit 50G eingeschlagen. Max Verstappen ist in Silverstone mit 51G eingeschlagen. Aber auch 50G ist ein harter Inpact!“
Friesacher weiß: „Du bist im Endeffekt machtlos. Wenn du nur den Verbrenner zur Verfügung hast und es fehlen dir auf einmal 470 PS vom Elektromotor, dann ist das so gravierend, als wenn du still stehen würdest. Sie werden sich das jetzt anschauen – sie haben jetzt fünf Wochen Zeit bis zum nächsten Rennen. Im Qualifying wurde das ja schon geändert. Man kommt derzeit halt rasch in das Clipping oder Super-Clipping rein. Im Moment ist jeder Rennfahrer eine Art Batterie-Manager.“
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