Yamaha-Sportchef über Toprak: «Supertalent, Entertainer und noch frisch»
Yamaha-MotoGP-Rookie Toprak Razgatlioglu hat die erste Phase der Eingewöhnung im GP-Fahrerlager hinter sich. Yamaha-Racing-Boss Paolo Pavesio mit seinem Zwischenfazit zum Job des Superbike-Umsteigers.
Auf dem Balaton Park Circuit geht es in Runde 8 der MotoGP-WM. Nach 14 Rennen mit der Yamaha M1 ist die Welt von Rookie Toprak Razgatlioglu sportlich alles andere als in Ordnung. Der erfolgsverwöhnte König des Superbike-WM-Fahrerlagers holte in sieben Events vier WM-Punkte, und damit weniger als einen schlechten Vormittag als Superbiker. Vor dem Spint in Ungarn rangiert «El Turco» auf WM-Rang 22 – und damit am falschen Ende der Tabelle.
Besser sieht es im Vergleich mit den Yamaha-Kollegen aus. Denn wie nicht zu übersehen, befindet sich Gesamtprojekt im letzten Jahr der 1000er-Ära im Dauertief. Bester Yamaha-Pilot in der WM ist Fabio Quartararo auf Rang 15. Und den Weltmeister von 2021 hatte Razgatlioglu in den USA und zuletzt in Italien im Griff. In der zweiten Rennhälfte konnte «El Turco» bereits etliche Male überzeugen. Nach einem durchaus
Paolo Pavesio: «Ich kann nur immer wiederholen, wir glauben an Toprak in allererster Instanz, weil er so ein Ausnahmetalent ist. Er war bereit für die MotoGP mit Yamaha. Wir wussten auch, was auch auf uns zukommt. Denn dass man hier einfach nur mit riesigem Talent in die MotoGP kommt, das funktioniert nicht – nicht einmal auf einer Strecke wie in Balaton, die als Stop-and-Go-Kurs auf Toprak zugeschnitten ist. In der MotoGP geht es um Kurvenspeed und es war klar, dass er das lernen muss. Aber auch in der schweren Phase, in der wir uns befinden, wird das mit unserer Hilfe gelingen – dafür sind wir überzeugt.»
Pavesio sieht als Gesamtverantwortlicher aber noch mehr in seinem Rookie: «Was wir wussten, denn wir kennen uns intensiv aus gemeinsamen Jahren in der Superbike-WM, dass Toprak auch ein Geschenk für die Marketingabteilung ist – weil er einfach ein großartiger Typ und Entertainer ist. Was ich auch sagen kann: Der Toprak, den ich im Superbike-Fahrerlager kennenlernen durfte, ist immer noch der gleiche – er hat sich seine Frische bewahrt, auch mit 29 Jahren. Gleichzeitig hat er sich weiterentwickelt. Seine Hingabe und Professionalität sind weiter gestiegen. Er arbeitet härter als je zuvor.»
Pavesio bestätigte auch, dass es mit Blick auf die Resultate keine Vorbehalte gibt, es geht offen zu: «Toprak sagt mir, dass es sehr schmerzhaft ist, sich am falschen Ende auf den Ergebniszetteln zu sehen. Es ist grausam für ihn, aber er weiß, dass es eine Phase auf einer Reise ist – und das ist aus meiner Sicht die Einstellung eines Champions.»
Im Gespräch mit SPEEDWEEK.com blickte der Rennsportchef auch nach vorne in Richtung Brünn. Dort wird im Anschluss an den Tschechien-GP der erste offizielle 850er-Test – mit Pirelli-Reifen – stattfinden. Pavesio: «Es ist keine Überraschung, dass Toprak heiß auf den ersten Test ist – gleichzeitig schiebt er die Pirelli-Reifen nicht als Entschuldigung vor, er ist sich bewusst, dass es nur eine Disziplin im Prozess der MotoGP-Anpassung ist. Ich sehe es aber vielleicht auch als kleines Extra-Geschenk, einen Bonus, der ihm gut tun wird. Und was seine Leistungen angeht, so sagen wir ihm immer wieder, er muss sich nicht an allen Fahrern orientieren. Es zählt allein, wie er lernt und wie er im Vergleich mit anderen Yamaha-Piloten fährt. Meine Sicht: Wir kennen unsere Probleme – aber wir haben die richtige Herangehensweise.»
Die Lage vor dem Sprint-Samstag in Ungarn:
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